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Lokalsport André Traut will mit Rauischholzhausen in die Kreisoberliga
Sport Lokalsport Lokalsport André Traut will mit Rauischholzhausen in die Kreisoberliga
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09:58 28.08.2021
André Traut (links) im Zweikampf gegen Rosphes Florian Michel. Der Torjäger will mit der Spielvereinigung Rauischholzhausen in die Kreisoberliga aufsteigen.
André Traut (links) im Zweikampf gegen Rosphes Florian Michel. Der Torjäger will mit der Spielvereinigung Rauischholzhausen in die Kreisoberliga aufsteigen. Quelle: Archivfoto: Michael Hahn
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Rauischholzhausen

Zwei Amateurfußball-Spielzeiten sind Corona-bedingt abgebrochen worden. Beide Male hatte die Spielvereinigung Rauischholzhausen in der Fußball-Kreisliga A Marburg oben mitgemischt: 2019/2020 reichte es nach Anwendung der Quotientenregel minimal nicht für den Sprung in die Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord, die folgende Saison wurde schließlich komplett annulliert. Klappt in dieser Spielzeit der Aufstieg? Für André Traut und sein Team ist es das große Ziel. Die OP hat mit dem 29-jährigen Torjäger gesprochen …

André Traut, zweimal ist eine Spielzeit vorzeitig zu Ende gegangen, zweimal sind Sie mit Ihrem Team nicht aufgestiegen. Ärgert Sie das?

Es war schon bitter für uns, vor allem in der vorvergangenen Saison. Wir hatten es selbst noch in der Hand, an Großseelheim und Amöneburg, die dann aufgestiegen sind, vorbeizuziehen. Die Chance wurde uns genommen. Vergangene Saison wurde früh abgebrochen, da ist es schwer zu sagen, wie die Saison weitergelaufen wäre. Wir hätten bestimmt eine Chance gehabt.

Wirkt sich das auf die Motivation aus?

Wir sind jetzt nicht weniger motiviert als vorher. Der Teamgeist ist bei uns immer gut, seit ich in Rauischholzhausen spiele. Wir sind ein eingeschworener Haufen, die meisten von uns kennen sich schon ewig. Und wir haben uns gemeinsam gesagt, dass es jetzt mal passieren muss, dass wir aufsteigen wollen. Jetzt wollen wir es erst recht! Man sagt ja: Aller guten Dinge sind drei.

Es gab nur wenige Ab- und Zugänge. Wie schätzen Sie die Qualität der Mannschaft ein?

Es sind Leute dazugekommen, die uns sportlich weiterhelfen, wie Thorsten Gantenberg. Auf der anderen Seite haben wir in Marcel Seip einen guten Verteidiger verloren. Aber ich denke, das können wir aus unserem Kader kompensieren. Wir stehen bislang hinten gut. Und im Mittelfeld sind wir mit Thorsten noch mal eine Stufe stärker geworden. Und wir sind in der Breite so aufgestellt, dass wir auch einzelne Ausfälle gut kompensieren können.

Nach einem 12:0-Kantersieg gegen Salzböde-Lahn gab zwei 2:1-Siege bei der SG Rosphe und bei der SG Niederklein/Schweinsberg, die beide in der Tabelle nicht ganz weit oben erwartet werden. Das klingt nicht sehr souverän.

Beide 2:1-Siege waren schon verdient. Die Rospher haben uns das mit ihrer Bissigkeit sehr, sehr schwer gemacht. Wir hatten mit dem kleineren Platz auch unsere Probleme. Trotzdem haben wir die Punkte mitgenommen, das zählt. In Niederklein hatten wir ein paar Ausfälle, haben trotzdem klar das Spiel gemacht. Da war die Chancenverwertung eher das Problem.

Sie selbst sind zuletzt nicht dabei gewesen. Droht ein längerer Ausfall?

Ich hatte muskuläre Probleme. Aber ich denke, am Sonntag gegen Hatzbach wird es wieder gehen. Wir wollen jetzt natürlich auch unser viertes Spiel gewinnen, und dabei will ich gern helfen.

Sie gehören seit Jahren zu den erfolgreichsten Schützen der Liga, haben in manchen Saisons mehr Treffer erzielt als Spiele bestritten. Haben Sie ein persönliches Torziel für die neue Saison?

Eigentlich ist es mir völlig egal, wer die Tore schießt. Natürlich ärgere ich mich, wenn ich gute Chancen habe und die nicht nutze. Aber die Hauptsache ist, dass wir als Team erfolgreich sind.

Wenn an Spieler aus unteren Ligen, die auch höherklassig aktiv sein könnten, gedacht wird, fällt auch immer wieder Ihr Name. Können Sie sich vorstellen, irgendwann zum Beispiel für einen Verbandsligisten zu spielen?

Es ist nicht so, dass ich das ausschließen würde. Einen gewissen Reiz hat das schon. Aber ich müsste auch sehen, ob das zeitlich machbar wäre, weil ich beruflich sehr eingespannt bin. Außerdem bin ich sehr zufrieden in Rauischholzhausen, bin sehr glücklich. Wenn wir den Aufstieg schaffen, wäre das ja auch immerhin die Kreisoberliga.

Der Modus der Liga ist nun ein anderer: Nach einer einfachen Serie qualifizieren sich die Mannschaften auf den Plätzen eins bis sechs für die Meisterschaftsrunde mit eigener Wertung. Was halten Sie davon?

Um ehrlich zu sein wäre es mir lieber, wenn im normalen Modus mit Hin- und Rückrunde gespielt würde. Selbst wenn wir jetzt bis Weihnachten jedes Spiel gewinnen würden, hätten wir davon nicht mehr als der Sechste der Tabelle. Konkurrenten wie Südkreis und Neustadt haben schon Punkte abgegeben, normalerweise hätten wir jetzt schon einen Vorteil.

Erwarten Sie einen Dreikampf um den Aufstieg?

Ich denke, dass die FSG Südkreis und der VfL Neustadt oben mitspielen, wenn sie komplett sind. Aber es gibt weitere starke Mannschaften. Dazu gehört auf jeden Fall der RSV Roßdorf, der ein ausgeglichen starkes Team hat. In den vergangenen Jahren waren die Spiele gegen Roßdorf immer schwer.

Von Stefan Weisbrod