Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Mercenaries wollen ersten Sieg einfahren
Mercenaries wollen ersten Sieg einfahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:30 12.06.2021
Muss sich gegen die Scorpions steigern: die Mercenaries-Offensive um Quarterback Sonny Weishaupt (links).
Muss sich gegen die Scorpions steigern: die Mercenaries-Offensive um Quarterback Sonny Weishaupt (links). Quelle: Foto: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Auch wenn allen Spielern und Verantwortlichen aufseiten der Marburg Mercenaries die Schwere der Aufgabe zum Saisonauftakt in der German Football League (GFL) bewusst war, herrschte nach der 7:31-Niederlage am vergangenen Sonntag gegen die Allgäu Comets große Enttäuschung bei den „Söldnern“ – denn für die Gastgeber wäre mehr drin gewesen.

„Es ging schlechter für uns aus als erhofft“, räumt Marburgs Sportdirektor Michael Dalkowski ein, der im selben Atemzug darauf hinweist, dass die Kemptener eine der besten Defensiven stellen, die die erste Liga zu bieten hat. So sah es auch Quarterback Sonny Weishaupt: „Allgäu hat nach Schwäbisch Hall mit Abstand die beste Defensive Line der Liga. Eine solche werden wir bei anderen Gegnern nicht sehen“, meinte der Starter. Also auch nicht an diesem Samstag (17 Uhr) beim nächsten Gegner, den Stuttgart Scorpions.

Die Schwaben kassierten am vergangenen Samstag gegen Aufsteiger Saarland Hurricanes eine ähnlich deutliche Klatsche wie Marburg (6:35). Dies und die Tatsache, dass zum ersten Heimspiel der „Skorpione“ seit August 2019 500 Zuschauer im Stadion auf der Waldau zugelassen sind, dürften das Streben des Teams um Cheftrainer Jeff Scurran nach Wiedergutmachung bestärken.

Anders als noch 2019 haben die Stuttgarter in dieser Spielzeit nicht die Playoffs als Saisonziel ausgegeben – aus gutem Grund. „Die Gründung der ELF (European League of Football, Anmerkung der Redaktion) hat Stuttgart noch mehr getroffen als uns“, meint Dalkowski, der die „Mercs“ „mit leichten Vorteilen“ im direkten Duell sieht. Das Team der Schwaben wurde vor der Saison komplett neu zusammengestellt. Bis drei Monate vor dem Liga-Start standen weder Trainer noch Spieler für die GFL unter Vertrag – entsprechend hatte das Team nur wenige Wochen Zeit, um sich auf den Auftakt vorzubereiten. Erst Ende Mai stieß in Wyatt Hutchinson der neue Quarterback hinzu.

Bei den Marburg Mercenaries kehrt man allerdings lieber vor der eigenen Tür. Headcoach Joe Tricario stellte nach der Auftaktniederlage im Gespräch mit der OP fest, dass es in der Offensive noch an Konstanz fehlt, dass es „hohe Priorität“ haben müsse, im Ballbesitz zu bleiben. Durch leichte Fehler hatte sein Team gegen Kempten immer wieder Angriffswechsel produziert, die meist Punkte für den Gegner zur Folge hatten.

Schwarz malen will man bei den Mercenaries aber nicht – im Gegenteil: Nicht nur Dalkowski sah gute Spielzüge und Pässe, attestierte dem Team Einsatzbereitschaft, worauf sich aufbauen lasse. Auch Niklas Fengler, dem der einzige Touchdown für Marburg gelang, stellte fest: „Man hat zwar gemerkt, dass es nach anderthalb Jahren etwas an Spielpraxis fehlt. Nichtsdestotrotz hatten wir gute Ansätze“, sagte Fengler, dem etwa ein wichtiger Tackle von Neuzugang Calvin Schuld gefiel. „Das war nur eine Szene, die ein echter Lichtblick war.“

Ein weiterer Lichtblick für das Gastspiel in Stuttgart: Nach seiner Bänderverletzung hat Runningback Marcus Cox grünes Licht für seinen Einsatz gegeben. „Gegen die Comets haben wir versucht, unser Laufspiel zu etablieren. Aber die Explosivität von Marcus hat uns gefehlt“, hofft Dalkowski diesmal auf eine bessere Ausbeute, zumal der Sportdirektor erwartet, dass die Gäste „mehr Raum für Läufe bekommen“.

Während es für den an der Hüfte verletzten Linebacker Johannes Greif noch nicht für einen Einsatz reichen dürfte, ist Dalkowski zuversichtlich, dass Nico Koch trotz einer Bänderverletzung wieder dabei ist. „Er ist ein Krieger“, sagt Dalkowski über den Defensivspieler. Auch Offensivkraft Nico Grimm wird wohl dabei sein.

German Football League, Süd: Frankfurt Universe – Saarland Hurricanes (Sa., 16 Uhr), Stuttgart Scorpions – Marburg Mercenaries (Sa., 17 Uhr), Ravensburg Razorbacks – Munich Cowboys (So., 15 Uhr).

Von Marcello Di Cicco