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Lokalsport Nach dieser Saison soll für Aab Schluss sein
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09:59 21.05.2022
Marburgs Martin Aab (Mitte) stoppt seinen Gegenspieler.
Marburgs Martin Aab (Mitte) stoppt seinen Gegenspieler. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Marburg

Ende, aus, Schluss. Das dachte sich Martin Aab nach seinen ersten Kontakten mit der Sportart American Football. „Es war ein schwieriger Start. Ich wollte zwei- oder dreimal wieder abbrechen, weil es mir doch ein bisschen zu hart war“, sagt der Michelbacher, der im Alter von 14 Jahren mit dem Sport anfing.

Heute ist er Referendar an einer Berufsschule in Gießen und kann die Arbeit noch gut mit dem Sport vereinen. „Das wird aber deutlich an Stress zunehmen. Deshalb habe ich pro forma schon angekündigt, dass es meine letzte Saison ist“, sagt der Center der Offensive Line.

Dies sei aber nicht der einzige Grund. „Verletzungen werden in meinem Alter mehr und man steckt es nicht mehr so gut weg“, erklärt der 31-Jährige. Doch bisher ist Aab von schweren Verletzungen relativ verschont geblieben. Ein Teilriss der Wade in der vergangenen Saison war eine der größeren Verletzungen des Marburgers. „Ansonsten hatte ich relativ viel Glück“, sagt Aab, der bereits zu diesem Zeitpunkt sein Karriereende im Kopf hatte. „Ich wollte meine Karriere nicht mit einer Verletzung enden lassen und dieses Jahr noch einmal angreifen“, fügt Aab an. Die Tatsache, dass es ein Sport ist, der körperlich anstrengend ist, aber auch mental die Spieler fordert, sind die Gründe, weshalb Aab doch beim American Football geblieben ist. „Da sind elf Spieler auf dem Feld, die ähnlich wie ein Zahnrad, perfekt ineinandergreifen müssen. Wenn einer seinen Job nicht macht, dann hat das ganze Team ein Problem“, sagt der Offensive-Line-Spieler, dessen Aufgabe es ist, den Quarterback zu beschützen, indem die gegnerische Defense geblockt wird.

Doch mit dem Training unter der Woche ist es laut Aab nicht getan. „Es reicht nicht, zweimal die Woche je drei Stunden zu trainieren. Dazu kommt, dass man sich hinsetzen muss, um das Playbook zu studieren und sich die Anmerkungen der Coaches auf den Videos anschauen muss“, sagt der 31-Jährige.

Minimales Ziel ist die Playoffs in diesem Jahr

Am Samstag möchte Aab dann in der neuen Spielzeit für seinen Quarterback blocken und mit einem Sieg starten. Denn mit dem Team hat er in seiner vielleicht letzten Saison noch große Ziele. „Ich hoffe, wir werden noch Deutscher Meister. Es ist in diesem Sport immer alles drin. Aber wir möchte es einfach möglichst weit und in die Playoffs schaffen“, sagt Aab, der noch mal „richtig Spaß“ in dieser Spielzeit haben möchte.

Diese Freude an der Sportart, die ihm sein Jugendtrainer Matthias Dalwig vermittelt hat. Nachdem der 31-Jährige mehrmals mit dem American Football aufhören wollte. „Damals haben wir auch mental an mir gearbeitet. Dadurch holte er mich so ins Boot, dass ich mich in den Football verliebt habe“, erinnert sich Aab, der nun in seine 13. Saison für die Marburg Mercenaries geht. Auch wenn es womöglich seine letzte Spielzeit sein wird.

Von Leonie Rink