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Lokalsport Mercenaries wollen ersten Sieg einfahren
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12:00 11.06.2022
Gelingt Sonny Weishaupt (rechts) mit den Marburg Mercenaries am Samstag der erste Sieg der GFL-Saison?
Gelingt Sonny Weishaupt (rechts) mit den Marburg Mercenaries am Samstag der erste Sieg der GFL-Saison? Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Sonny Weishaupt ist nicht nur Footballer, der Quarterback der Marburg Mercenaries ist auch begeisterter Schachspieler. Und beim beliebten Brettspiel, vergleicht Weishaupt, ist es wie beim American Football: „Footballspieler sind wie Schachfiguren, die richtig bewegt werden müssen.“

So richtig hat dies zum Saisonauftakt in der German Football League (GFL) noch nicht geklappt. Nach gutem Start unterlagen die „Söldner“ vor drei Wochen den Munich Cowboys mit 7:19. Damit warten die Marburger saisonübergreifend seit sechs Spielen auf einen Sieg, der dem Team von Cheftrainer Joe Tricario an diesem Wochenende gelingen soll. Am Samstag (17 Uhr) gastieren Weishaupt und Co. im Ludwigsparkstadion in Saarbrücken, treffen dort auf die Saarland Hurricanes – der Tabellensiebte der Südstaffel fordert den Fünften, der bereits ein Spiel mehr auf dem Konto hat als die Mercs.

Kehren vor der eigenen Haustür 

Der klaren 14:48-Niederlage gegen Topteam Schwäbisch Hall Unicorns folgte nur eine Woche später ein 56:3-Kantersieg gegen Frankfurt Universe. Zwei sehr unterschiedliche Resultate für die Saarländer gegen „das beste und das schlechteste Team der Liga“, ordnet Weishaupt ein. Auch Mercenaries-Sportdirektor Michael Dalkowski will die Auftaktpleite nicht zu hoch hängen, denn: „Gegen Hall ist es keine Schande, so hoch zu verlieren.“ Zumal die Marburger zunächst vor der eigenen Haustüre kehren wollen.

„Ich hoffe, dass wir vielseitiger werden. Wir müssen den Ball auch durch die Luft bewegen“, fordert Weishaupt. Gegen München agierten die Gäste oft mit ihrem Laufspiel, waren so für die Cowboys irgendwann komplett berechenbar. „Unser Spiel wird variabler, nicht so eindimensional bleiben“, verspricht Dalkowski. Das Team habe die vergangenen drei Wochen genutzt, gut trainiert, viele Videoanalysen gemacht, und sei nun „heiß darauf, unsere Statistik auf 1:1 auszugleichen“ (Dalkowski) und mit dem anvisierten Sieg die laut dem Sportdirektor „schmerzliche Niederlage“ im vergangenen Jahr in Saarbrücken (6:51) vergessen zu machen.

„Joshua wird topfit sein“

Dabei helfen soll Joshua Mack. Der nach der Auftaktpartie verpflichtete Runningback soll den am Knie verletzten Marcus Cox ersetzen (die OP berichtete). „Joshua wird topfit sein“, verspricht sich nicht nur Dalkowski, sondern auch Weishaupt („Er hat in den vergangenen drei Jahren viele Yards produziert“) viel von Mack, der erst seit Donnerstag mit dem Team trainiert. Fehlen wird noch Receiver Niklas Fengler, der sich in München verletzte und seitdem mit Meniskus-Problemen kämpft. Dalkowski: „Mit viel Glück wird er nach unserem ersten Heimspiel dabei sein.“ Also bereits Anfang Juli wieder. Sicher ist dies aber nicht.

Einfach werde es gegen die Saarländer nicht – auch wenn die Hurricanes vor der Saison in den Nationalspielern Leon Helm und Kai Hunter (beide zu Frankfurt Galaxy) sowie Sasan Jelvani (zu Leipzig Kings), dem besten Tackler der vergangenen GFL-Saison, schmerzhafte Abgänge zu verzeichnen hatten. Wichtig sei vor allem, „dass wir uns auf dem Spielfeld etwas trauen“, meint Weishaupt, „dann kann es sehr gut werden“. Ein Credo, das nicht nur für American Football gilt, sondern auch fürs Schachspiel.

Von Marcello Di Cicco