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Lokalsport Hessenderby steigt zum Heimauftakt
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00:18 13.05.2019
Sonntag steigt für die Marburg Mercenaries das erste Heimspiel der noch jungen German-Football-League-Saison. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Nach achtmonatiger Pause wird im Georg-Gaßmann-Stadion wieder Football gespielt. Zum Heimauftakt der Mercenaries steigt das Hessenderby. Der David empfängt den Goliath aus Frankfurt und hofft auf die Fans.

Am 2. September 2018 spielten die Marburg Mercenaries ihr letztes Heimspiel im Georg-Gaßmann-Stadion. Am Ende stand eine knappe Niederlage gegen den späteren Deutschen Meister Schwäbisch Hall Unicorns.

Ein Triumph wäre ein Überraschungssieg gewesen. 252 Tage später sind die Vorzeichen beim ersten Heimspiel die selben. Das Topteam der Frankfurt Universe gibt sich die Ehre.

Marburg gegen Frankfurt noch sieglos

Bereits in der vergangenen Saison war das Hessenderby eines der meistbesuchten Heimspiele der Marburger, nur getoppt vom Heimauftakt gegen die Kirchdorf Wildcats. Ob die magische Grenze von 1.500 Zuschauern geknackt werden kann, wird sich zeigen. Vor der Partie steht aber schon fest, dass die „Söldner“ gegen die Frankfurt Universe jede mentale Unterstützung brauchen, die sie bekommen können. Seit Frankfurts Aufstieg vor drei Jahren setzte es für die Marburger im Hessenderby nur Niederlagen – knappe wie sehr deutliche.

Dale Heffron weiß um den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe. „Frankfurt ist ein großartiges Footballteam, das auf jeder Position stark besetzt ist. Aber ich hoffe auf unsere Fans“, sagt der Head Coach der Mercenaries. Dass ein Team, besonders ein junges wie die „Mercs“, beim Heimauftakt vor den eigenen Fans auch verkrampfen kann, weiß er.

Mercenaries müssen ans Limit gehen

Aber er setzt auf die andere Seite der Medaille. „Wir müssen unseren Fans etwas zum Jubeln geben. Ein guter Start ins Spiel wäre natürlich viel wert“, sagt Heffron, dessen Team mit zwei Niederlagen aus ebenso vielen Spielen auf dem letzten Platz der Germann Football League Gruppe Süd steht.

Den Spielstart verkorkste Marburgs Defensive in den ersten beiden Partien gehörig. Sowohl die Schwäbisch Hall Unicorns als auch die Stuttgart Scorpions erzielten bei ihrem ersten Ballbesitz Touchdowns. Der amtierende Deutsche Meister sogar mit dem ersten Spielzug. Derartigen Unachtsamkeiten muss unbedingt Abhilfe geleistet werden. Außerdem müssen Offensive und Defensive 48 Minuten starken Football spielen, um eine Siegchance zu haben. Beide Mannschaftsteile erreichten bisher nur phasenweise ihr Potenzial.

Gastgeber setzen auf Insiderwissen

„Es gibt keine Geheimnisse. Frankfurt macht in der Offensive nichts Exotisches. Aber was sie können, machen sie sehr gut, sind fast immer in der richtigen Position und machen ihren Job“, erklärt Sergej Schmidt, Marburgs Defensive Coordinator, Frankfurts Angriff um Quarterback Steve Cluley. Von allen seinen Spielern, insbesondere von den US-amerikanischen Importspielern, erwartet er mehr. „Alle unsere Leistungsträger müssen Lenker sein, keine Passagiere“, holt Schmidt in der Metapher-Kiste hervor.

Ein möglicher Vorteil: Marburgs Trainerstab verfügt über Insiderwissen. Denn Defensive Line Coach Marc Spear war in den vergangenen drei Spielzeiten als Coach bei den Universe aktiv, kennt deren Verteidigung also in und auswendig. „Eine sehr starke Verteidigung, die sehr viel Druck auf den Quarterback erzeugt und den Ballträger mit vielen Spielern attackiert.

Laufspiel läuft noch nicht

Außerdem sind sie im Tackling sehr sicher“, erklärt Spear und fügt an: „Die haben neun Defensive Linemen, die natürlich nicht alle gleich gut sind, aber die Jungs aus der zweiten Reihe sind auch stark.“ Somit wird sich Marburgs dünn besetzte Offensive Line, die ohnehin ein Problemfeld darstellt, einer nicht abebbenden Welle an Attacken ausgesetzt sehen. Erschöpfung wird also ein Kontrahent sein.

Spears Informationen hat Elias Gniffke aufgesaugt und sich zunutze gemacht. „Wir hatten ja bisher recht wenig Erfolg im Laufspiel. Daher wollen wir auf jeden Fall die Tiefe von Frankfurts Cornerbacks testen. Auch wird Jakeb Sullivan sicherlich ein ums andere Mal mit dem Ball laufen“, sagt Gniffke über Marburgs Quarterback.

Es kann außerdem auf eine noch etwas rostige Frankfurter Mannschaft gehofft werden. Die Universe haben kein Testspiel absolviert und haben am vergangenen Wochenende ihr erstes Saisonspiel, ein 20:0-Sieg gegen die Allgäu Comets, absolviert. Am Ende ihrer Leistungsfähigkeit werden sie am Sonntag nicht sein.

von Benjamin Kaiser