Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Marburger Luftzirkus gegen Frankfurter Beton
Sport Lokalsport Lokalsport Marburger Luftzirkus gegen Frankfurter Beton
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:57 07.09.2019
Eine Szene aus dem Hinspiel: Felix Lichtenberg (links) von den Marburg Mercenaries versucht, Fernando Lowery von den Frankfurt Universe zu stoppen. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Auch wenn es im Hessen-Derby an diesem Samstag für beide Teams in Sachen Tabellenplatzierung um die goldene Ananas geht, können die Marburger 
eine Premiere feiern.

Die Marburg Mercenaries können in die Annalen der German Football League (GFL) eingehen. Je nach Resultaten in anderen Begegnungen am letzten Spieltag der regulären Saison können sie mit einer starken Offensivleistung der Angriff werden, der über 14 Spiele die meisten Yards verbucht hat. Für Offensive Coordinator Elias Gniffke sicherlich ein zusätzliches Bonbon, aber nicht entscheidend.

Im Angriff noch viel Luft nach oben

Der Angriffsstratege sagt, was gegen die Frankfurt Universe entscheidend ist. „Wir wollen uns natürlich als Angriff weiterentwickeln, weil es noch viel Luft nach oben gibt. Aber entscheidend ist, dass wir heil aus dem Spiel heraus kommen“, sagt er. Das Fundament seiner Offensive ist der Luftzirkus um Quarterback Jakeb Sullivan, der es mit der vielleicht besten Defensive der Liga zu tun bekommt – zumindest statistisch.

Die Frankfurter rühren gerne Beton an. Nur 42 Rushing Yards lassen sie pro Spiel zu, was der Ligaspitzenwert ist. Auch das Passen gegen die Universe ist kein Zuckerschlecken. Die Hausherren stellen mit 187 Yards pro Spiel die fünftbeste Passing Defense der Liga. Doch Frankfurt ist besonders in der Verteidigung angeschlagen, wird den „Mercs“ nicht mit ­voller ­Kapelle entgegentreten.

Spieltag und Tabelle

Klicken Sie hier.

Mit einem Sieg könnten die „Mercs“ darüber hinaus eine Premiere feiern. Denn seit Frankfurts Aufstieg vor vier Jahren haben die Marburger jedes Hessen-Derby verloren. Das Hinspiel verloren die „Söldner“ mit 14:20.

Mercenaries’ Head-Coach Tibor Gohmert kommentiert: „Wir sind ein besseres Team als im Hinspiel, und das Hessen-Derby ist immer etwas Besonderes. Wir wollen das Spiel gewinnen, aber nicht um jeden Preis.“ Angeschlagene Spieler dürften geschont ­werden, die Stammspieler je nach Spielstand in der zweiten Hälfte ebenfalls großzügige Pausen erhalten.

Letztlich geht es beim Auswärtsspiel in Frankfurt nur noch um die goldene Ananas. Die Universe haben Platz zwei in der Gruppe Süd sicher. Gleiches zählt für die „Söldner“ ­bezüglich Rang drei.

Selbstvertrauen für die Playoffs tanken

Allerdings hat es auch einen nicht zu beziffernden Wert fürs Selbstvertrauen, die reguläre Saison mit einem Sieg abzuschließen und mit einem Derbysieg in die Playoffs zu marschieren. In der Endrunde wartet auf die Mercenaries definitiv ein Auswärtsspiel.

Gegner sind entweder die Dresden Monarchs oder die Hildesheim Invaders. Das entscheidet sich, wenn klar ist, welcher der beiden in der Nord-Gruppe auf Rang zwei landet. Gewinnt Dresden gegen Berlin, müssen die Marburger in der ersten Playoff-Runde ihre Visitenkarte in der sächsischen Landeshauptstadt abgeben.

„Das halte ich für am wahrscheinlichsten“, sagt Gohmert. Sein Trainerstab hat die Monarchs sowie die Invaders bereits studiert. „Beide Teams sind in der Offensive sehr stark, aber ich halte Dresdens Defensive für einen Tick besser. Letztlich müssen wir ohnehin Top-Teams schlagen, wenn wir weit kommen wollen. Aber erst mal wollen wir uns um Frankfurt kümmern“, sagt Sergej Schmidt, Marburgs Defensive Coordinator mit der Leichtigkeit, die ein Saisonabschluss ohne Erfolgsdruck mit sich bringt.

von Benjamin Kaiser