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10:00 30.07.2022
Die Brüder Merlin (links) und Odin Detroy spielen für die Mercenaries.
Die Brüder Merlin (links) und Odin Detroy spielen für die Mercenaries. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Ein Vorbild? Ja, hat er, sagt Odin Detroy – es heißt Merlin, ist sein Bruder, jener Offensivspieler der Marburg Mercenaries, wegen dem Odin mit dem Footballspielen anfing, seinerzeit in Kassel (siehe Infobox).

Drei Jahre spielen die Brüder nun schon bei den “Söldner“ zusammen, zwei davon in der German Football League (GFL). Durchbeißen heißt es in Deutschlands höchster Football-Spielklasse für die „Söldner“ im Allgemeinen, denn das Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen die Saarland Hurricanes ist wegweisend in Richtung Playoffs. Und im Speziellen müssen sich die Detroy-Brüder durchbeißen, denn auf der Position des Runningbacks, der ihren, ist die Konkurrenz der US-Importspieler groß. Doch nicht nur mit den Amerikanern messen sich beide. „Theoretisch“, sagt Odin, „stehen wir auch in Konkurrenz.“

Ein „alter Hase“ und ein Ex-Titan

Merlin Detroy gehört bei den Mercenaries zu den „alten Hasen“, seit 2015 hat er knapp 90 Partien für die Marburger bestritten. Der 29-Jährige ist Lehrer für Sport und Chemie an den Kaufmännischen Schulen Marburg.

Odin Detroy spielt seit 2017 American Football, zunächst bei den Kassel Titans in der drittklassigen Regionalliga, ehe er zu den Mercenaries nach Marburg wechselte. Der 27-Jährige ist Student der Sozialen Arbeit in Kassel.

Der Nachname Detroy entstammt dem Französischen, sie sind hugenottischer Abstammung. Die Detroy-Brüder haben noch Verwandte in der Nähe von Paris.

Für gewöhnlich stehen beide nur in den Special Teams gemeinsam auf dem Spielfeld – ansonsten wird mit harten Bandagen um seinen Platz gekämpft. Vorteil Merlin, der nicht nur wegen seiner Erfahrung die Nase einen Tick vorn hat, unter Ex-Coach Joe Tricario mehr Spielzeit als sein zwei Jahre jüngerer Bruder bekommen hat. „Ich würde sagen, dass meine Körperkonstitution für die GFL etwas besser ist. Die Masse macht in dieser Liga einen erheblichen Unterschied aus“, sagt Merlin.

Ein richtiges Brüderduell will Odin aber nicht ausmachen. „Ich schaue Qualitäten bei anderen Runningbacks an, aber nicht speziell bei Merlin, nur weil er mein Bruder ist. Am Ende ist Spiel-Erfahrung wichtig – zu wissen, wann man was auf dem Platz tun muss.“ Und das wissen beide ziemlich gut.

Gemeinsam wollen die Brüder mit den Marburgern eine Erfolgsgeschichte schreiben, alle restlichen Hauptrundenspiele gewinnen und den Einzug in die Playoffs schaffen. „Das wäre schon spannend, weil ich noch nie Playoffs gespielt habe“, sagt Odin. An dem Zusammenhalt mangelt es auf jeden Fall nicht.

Von Marcello Di Cicco