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Lokalsport Mercenaries trennen sich von Cheftrainer Joe Tricario
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18:15 28.07.2022
Joe Tricario (Mitte) ist nicht mehr Cheftrainer der Marburg Mercenaries.
Joe Tricario (Mitte) ist nicht mehr Cheftrainer der Marburg Mercenaries. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Die Marburg Mercenaries bestreiten den Rest der Saison in der German Football League (GFL) mit einem neuen Cheftrainer. Wie der Verein am Donnerstag bekanntgab, haben sich die „Söldner“ vom bisherigen Headcoach und Defensive Coordinator Joe Tricario sowie von Offensive Coordinator Michael Fiorito getrennt. Neuer Cheftrainer der Marburger ist Augie Stevens, der das Training unter der Woche bereits leitete und den Tabellensiebten der Südgruppe auf das Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen die Saarland Hurricanes vorbereitet.

Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski betont, dass es bei der Aufhebung von Tricarios Vertrag „kein böses Blut“ gegeben habe – in den vergangenen Wochen habe sich aber die Notwendigkeit eines Trainerwechsels immer stärker herauskristallisiert. Nach der Niederlage gegen die Straubing Spiders Anfang Juli „gab es intern Diskussionen, ob es so weitergehen kann“, sagt Dalkowski. Anlass war vor allem die Unzufriedenheit mit dem Offensiv-System, das Tricario vorgab, die Mannschaft aber offenbar nicht so umsetzte, wie es der US-Amerikaner wollte. Zugleich habe Tricario an seinem System nichts ändern wollen, so Dalkowski.

Neuer Cheftrainer bringt Erfahrung aus der GFL mit

„Man hatte schließlich das Gefühl, dass der Mannschaft ein System aufgetragen wird, das die Mannschaft nicht spielen kann. Im Profibereich geht so etwas, wenn man sich die passenden Spieler für ein bestimmtes System holen kann – bei uns jedoch nicht“, macht Dalkowski klar. Da Fiorito für die Umsetzung des „Systems Tricario“ verantwortlich war, haben sich die „Mercs“ auch von ihm getrennt.

In Augie Stevens haben die Marburger Footballer nun bis zum Saisonende einen Trainer gefunden, der außerdem zugleich den Posten des Offensive Coordinators übernimmt. Der US-Amerikaner war zuletzt Headcoach des polnischen Teams Tycho Falcons – bis der Verein aus finanziellen Gründen seinen kompletten Trainerstab entließ. Deshalb war Stevens für den Job in Marburg frei.

In der GFL ist Stevens übrigens kein Unbekannter, in der vergangenen Spielzeit war er Offensive Coordinator von Südgruppen-Konkurrent Ravensburg Razorbacks. „Das ist auch der Grund, warum wir ihn gefragt haben. Er hat dort einen sehr guten Job gemacht“, sagt Dalkowski. Weil die Ravensburger aber in dieser Saison auf einen deutschen Trainerstab bauen wollten, sei es zur Trennung gekommen.

Yock kehrt zurück als Defensiv-Coach

Jimmy Yock kommt zurück und übernimmt nach der Trennung von Cheftrainer Joe Tricario das Amt des Defensive Coordinators. Marc Spear kehrt ebenfalls zurück und wird Teil der Coaching Crew. „Beide hatten zuletzt keine Rolle mehr im Trainerteam gespielt“, sagt Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski, der sich freut, dass beide dem Verein mindestens für die kommenden sechs Wochen der GFL-Saison aushelfen.

An Motivation mangelt es dem US-Amerikaner zumindest nicht. Er will die Marburger wieder „auf den richtigen Kurs bringen“, sagt er. Zuletzt gab es gegen die Munich Cowboys (7:37), Straubing Spiders (17:43), Schwäbisch Hall Unicorns (13:38) und Allgäu Comets (21:28) vier Niederlagen in Folge. Wollen die Mercenaries die Playoff-Chance wahren, müssen aus den restlichen vier Hauptrundenspielen noch dringend Punkte her.

Stevens habe dem Team bereits mitgegeben, „dass sie die einmalige Gelegenheit ergreifen sollen, das Schiff in die richtige Richtung zu lenken“, sagt er. „Mein unmittelbares Ziel ist einfach, dass diese Jungs wieder Spaß am Football haben. Ich will ihnen die Möglichkeit geben, Verantwortung zu übernehmen.“ Nicht irgendwann, am besten schon am Sonntag zu seinem Einstand.

Von Marcello Di Cicco