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Lokalsport Hirschhäuser kürt sich zum Deutschen Meister
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10:51 16.10.2021
Geschafft! Alexander Hirschhäuser jubelt nach seinem Sieg beim München-Marathon im Olympiastadion.
Geschafft! Alexander Hirschhäuser jubelt nach seinem Sieg beim München-Marathon im Olympiastadion. Quelle: Peter Kneffel
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Marburg/München

Für Alexander Hirschhäuser lief es im vergangenen Wettkampfjahr wie am Schnürchen. Ob über 5 000 Meter, 10 000 Meter, 10 Kilometer auf der Straße, im Halbmarathon, Marathon oder über 3 000 Meter Hindernis – der gebürtig aus Oberdieten bei Breidenbach stammende Läufer schaffte gleich mehrfach den Sprung in die deutsche Bestenliste.

Mit Blick auf das anstehende Wettkampfjahr wünschte sich der 29-Jährige im Januar noch, „das Niveau zu halten oder mich zumindest etwas zu verbessern und noch mal einen guten Marathon hinzulegen“, sagte er seinerzeit im Gespräch mit der OP im Wissen, dass sein Schwerpunkt 2021 eher auf seiner Promotion statt auf dem Leistungssport liegen würde.

Zehn Monate später freut sich Hirschhäuser über den größten Erfolg seiner Karriere. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt lief der Athlet des ASC Breidenbach am vergangenen Sonntag in München zum deutschen Meistertitel über die Marathondistanz. In 2:18:38 Stunden verwies er Anthony Tomsich (+0:52 Minuten) und Philipp Baar (+2:25 Minuten) auf die Ränge zwei und drei (die OP berichtete).

„Das ist eigentlich nicht zu beschreiben“, kann Hirschhäuser seinen Erfolg einen Tag später kaum fassen – zumal es ihm in seinem erst zweiten Lauf über die 42,195 Kilometer gelang, seine im vergangenen Jahr aufgestellte Premierenzeit um 15 Sekunden zu verbessern.

„Es war ein Rennen mit vielen Höhen und Tiefen“, beschreibt Hirschhäuser den Wettkampf in München, an dem vier deutsche Topläufer nicht teilnahmen – darunter die Olympiastarter Richard Ringer (LC Rehlingen), Amanal Petros und Hendrik Pfeiffer (beide TV Wattenscheid).

Überraschende Herausforderung

„Der Verband hatte erst vier Wochen vorher bekannt gegeben, dass die Meisterschaft im Zuge des München-Marathons stattfindet. Sie kam also für alle etwas überraschend“, erzählt Hirschhäuser, der „lange hin- und herüberlegt“ habe, ob er startet. Da er erst im August und September zwei „gute Halbmarathons“ gelaufen war und sich angesichts der Zeiten der Konkurrenz durchaus in der Lage sah, um die vorderen Plätze mitzulaufen, entschied sich Hirschhäuser für den Start.

Bis Kilometer zehn gab der ASC-Athlet in der Gruppe, die den etwa 80 Meter vor ihr laufenden Führenden verfolgte, das Tempo vor. Mit dem späteren Sechsten, Tom Thurley (Potsdamer Laufclub), holte Hirschhäuser den Führenden nach etwa 12 Kilometern ein, musste Thurley nach etwa 15 Kilometern dann aber etwas ziehen lassen.

Zur Mitte des Rennens „hatte ich das Gefühl, dass es heute in die Hose geht“, erzählt Hirschhäuser, der sein Tief jedoch überwand, stetig aufholte und ab Kilometer 30 allein vorneweg lief. „Das war letztlich mein schnellster Abschnitt. Die letzten Kilometer waren dann einfach nur noch Glücksgefühle pur – man läuft in den Olympia-Park ein, die halbe Stadionrunde ...“, beschreibt Hirschhäuser, der in diesem Marathon gelernt hat, „dass man immer die Ruhe bewahren muss“.

Bereits am kommenden Sonntag kann der 29-Jährige bei der nächsten Deutschen Meisterschaft glänzen: In Hamburg kämpft die Mannschaft des ASC Breidenbach um den Titel auf der Halbmarathondistanz. Silber ist auf jeden Fall drin, vielleicht sogar Gold, meint Hirschhäuser, der mit dem Gedanken spielt, im Dezember in wärmeren Gefilden, womöglich in Spanien, seinen dritten Marathon zu laufen. „Ich habe mein Potenzial noch nicht ausgeschöpft“, sagt der Läufer.

Von Marcello Di Cicco