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08:14 24.12.2020
Die Marburger Bundesliga-Basketballerinnen klatschen sich vor dem Spiel ab. Am Mittwoch hätten sie in Heidelberg spielen sollen, die Partie ist aber durch Ligaführung und Spielleitung abgesagt worden. Quelle: Thorsten Richter (Archiv)
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Marburg

Die Blue Dolphins sind bereit gewesen, wollten vor Weihnachten noch einmal zwei Punkte einfahren – doch daraus ist nichts geworden: Die Bundesliga-Partie des BC Pharmaserv bei den SNP Bascats aus Heidelberg, die am frühen Mittwochabend ausgetragen werden sollte, ist von Ligaführung und Spielleitung abgesagt worden. Ursache: Bei einer Spielerin der Xcyde Angels Nördlingen wurde eine Corona-Infektion nachgewiesen. In Nördlingen hatte das Marburger Team am Sonntag gespielt (53:55-Niederlage).

Bei der Absage handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme – Anhaltspunkte, dass sich Marburger Spielerinnen beziehungsweise Trainer angesteckt haben könnten, gab es am Mittwoch keine. Bei der routinemäßigen Testreihe vom Dienstagabend waren alle BC-Spielerinnen negativ getestet worden – anders bei den Nördlingerinnen, die am Mittwoch das bayerische Derby beim TSV Wasserburg bestreiten sollten: Beim Schnelltest am Dienstag gab es ein positives Ergebnis, ein PCR-Test am Mittwochvormittag sorgte für die Bestätigung.

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Unklar, ob die nächsten geplanten Spiele stattfinden

Bei der betreffenden Spielerin seien auch Krankheitssymptome aufgetreten, allerdings erst am Mittwoch, teilte der Nördlinger Verein nach Angaben von BC-Vorstand Stefan Gnau mit. „Es erscheint daher unwahrscheinlich, dass sie am Sonntag bereits infektiös war und sich beim Spiel jemand bei ihr angesteckt haben könnte“, meinte er. Die Entscheidung der Ligaverantwortlichen, die Partie abzusetzen, sei dennoch nachvollziehbar: „Die Sicherheit geht vor.“

Unklar blieb am Mittwoch, welche weiteren Folgen die Corona-Infektion der Nördlinger Spielerin auf das Marburger Team hat. Zuständig ist nach Informationen der BC-Führung das Gesundheitsamt in Nördlingen. „Im schlimmsten Fall gibt es eine erneute Quarantäne“, sagte Gnau. Bereits von Ende Oktober bis Mitte November mussten alle Spielerinnen und Trainer der Marburger Bundesliga-Mannschaft für zwei Wochen in ihren Wohnungen bleiben, nachdem bei drei Spielerinnen eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde.

Der Spielplan sieht vor, dass die Blue Dolphins am Sonntag (16 Uhr) in eigener Halle auf die Flippo Baskets Göttingen treffen, am nächsten Mittwoch (19.30 Uhr) beim Herner TC antreten und am 2. oder 3. Januar im Viertelfinale des nationalen Pokals gegen die Girolive Panthers Osnabrück spielen. Ob diese Partien wie vorgesehen stattfinden können, blieb am Mittwoch ungewiss.

Rachel Arthur hat sich Innenband angerissen

Wäre das Spiel bei ihrem Ex-Club wie vorgesehen ausgetragen worden, Rachel Arthur hätte es verpasst. Die BC-Flügelspielerin, die drei Jahre in Heidelberg unter Vertrag gestanden hatte und zur laufenden Saison nach Marburg gewechselt war, hat sich das Innenband im linken Knie angerissen, wie Gnau mitteilte. Sie muss mindestens eine Woche ruhen, dann soll eine erneute Untersuchung stattfinden.

Auch Tonisha Baker ist weiterhin angeschlagen. Die dienstälteste BC-Spielerin hatte aufgrund von Oberschenkel-Problemen bereits die Begegnung in Nördlingen verpasst. Ein Einsatz am Sonntag gegen Göttingen – sollte die Partie ausgetragen werden – ist fraglich.

Von Stefan Weisbrod

23.12.2020
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