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Lokalsport Hütters Abgang sorgt für Unverständnis bei Fans
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14:58 14.04.2021
Adi Hütter zieht im Sommer von Frankfurt nach Gladbach. Foto: John Walton/dpa
Adi Hütter zieht im Sommer von Frankfurt nach Gladbach.  Quelle: John Walton/dpa
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Marburg

Überraschend ist der Schritt für die meisten Fans von Eintracht Frankfurt nicht, gleichwohl bedauern viele Anhänger des Fußball-Bundesligisten den Wechsel von Trainer Adi Hütter im Sommer zu Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach (siehe oben stehender Artikel). „Ich finde es schade“, sagt Andreas Diels aus Bauerbach, der Hütter nicht nur „als Typ“ mag, sondern ihn als Fachmann schätzt, dem es gut gelinge, seine Spieler mitzureißen.

Für Del-Angelo Williams ist der Wechsel „gar nicht nachvollziehbar“, sagt der Stürmer von Eintracht Stadtallendorf und SGE-Fan, denn: „Hütter hat in Frankfurt eine super Mannschaft zusammengestellt, die auf dem besten Weg ist, sich für die Champions League zu qualifizieren. Vielleicht handelt er nach dem Motto: ,Wenn es am schönsten ist, soll man gehen.’“

Ähnlich sieht es Philipp von Prittwitz, der noch einen anderen Beweggrund für den Wechsel des Österreichers sieht: „Der Ruf des Geldes war wohl unwiderstehlich“, glaubt der Vorsitzende des EFC Adlertross Gladenbach. Williams hält dem entgegen: „In Frankfurt wird Hütter sicher nicht am Hungerhaken hängen.“ Zumal „er sicher mehr Geld bekommen hätte, wenn sich die Eintracht für die Champions League qualifiziert“, räumt von Prittwitz ein.

Dass die Eintracht neben Hütter, Sportdirektor Bruno Hübner und wahrscheinlich auch Sportvorstand Fredi Bobic ihre sportliche Führung verlieren wird, bereitet Diels und Williams durchaus Sorgen, dass die SGE von ihrem erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre abkommt. „Dies sind drei Personen, die ausschlaggebend für die zuletzt gute Arbeit waren“, meint Ex-Drittliga-Profi Williams und nennt beispielhaft Transfererfolge wie André Silva oder Luka Jovic. „Es ist mein Wunsch, dass sich die Eintracht nachhaltig entwickelt. Insofern ist da schon etwas Angst vor personellen Veränderungen“, gesteht Diels – während von Prittwitz und Tobias Münn, Trainer von Frauen-Hessenligist Sportfreunde Blau-Gelb Marburg, die Angelegenheit nüchterner betrachten. „Die Unruhe um Bobic hat auch keinen Einfluss auf die Mannschaft gehabt“, gibt der Fanclub-Chef zu bedenken. Münn gibt sich gelassen angesichts der Tatsache, dass die Entwicklung nach dem Weggang von Ex-Coach Niko Kovac nicht gestockt habe. SF-BG-Offensivspielerin und SGE-Fan Kyra Czerwinski sieht einen Vorteil darin, dass das Team auf gutem Weg in die Königsklasse ist: „Das hat nicht nur für Spieler einen gewissen Reiz, sondern auch für einen neuen Vorstand.“

Doch wer könnte auf Hütter folgen? Von Prittwitz sei gut vernetzt bei der SGE. „Da hört man, dass Ralf Rangnick Sportvorstand wird und so lange den Trainer-Posten übernimmt, bis ein neuer Coach gefunden ist“, sagt er. „Nicht abgeneigt“, aber auch „nicht super-euphorisch“ stimme ihn der Name Rangnick, den sich Münn bei den Frankfurtern nicht vorstellen kann: „Er passt einfach nicht zur Eintracht“, sagt Münn, der eher auf Paderborns Steffen Baumgart oder Salzburgs Jesse Marsch als neuen Cheftrainer hofft. Oder wie wäre es mit einem noch bekannteren Namen: „Jogi Löw hat doch ab Sommer Zeit“, flachst Andreas Diels.

Von Marcello Di Cicco

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