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16:58 16.02.2021
Die Marburgerin Lara Langenberg wird von Spielerinnen der NiGla Baskets bedrängt. Derzeit ruht der Spielbetrieb.
Die Marburgerin Lara Langenberg wird von Spielerinnen der NiGla Baskets bedrängt. Derzeit ruht der Spielbetrieb. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Die einen gelten wenigstens formal als Profis und dürfen ihren Spiel ausüben, die anderen sind zum Warten gezwungen. Die Corona-Pandemie trifft seit einem Jahr auch den Sport, derzeit ruht in allen Spiel- und Wettkampfklassen, die zum Amateur- und Breitenbereich gezählt werden, der Betrieb. Große Unterschiede gibt es aber im Umgang damit: Während manche Fachverbände die Saison für beendet erklärt haben, warten andere ab. Die OP liefert einen Überblick über einige Ballsportarten ...

Handball: Die formale Bekanntgabe steht noch aus, es ist aber bereits klar, dass die Saison 2020/2021 in den hessischen Amateurspielklassen nicht gewertet wird. „Dass die Saison nicht gewertet werden kann, steht de facto fest“, sagte Andreas Hannappel, Geschäftsführer des Hessischen Handball-Verbands, der OP in der vergangenen Woche, nachdem die Verlängerung des Corona-Lockdowns durch die Politik beschlossen wurde. Trotzdem soll im Frühjahr wieder gespielt werden, wenn es möglich ist. Partien, die eigentlich in den jeweiligen Ligen ausgetragen werden sollten, könnten dann als Freundschaftsspiele ausgetragen werden.

In den Bundesligen läuft der Spielbetrieb indes nach wie vor. Die HSG Wetzlar, bei der sich zuletzt ein Corona-Verdachtsfall nicht bestätigte, soll ihr nächstes Erstliga-Spiel am Donnerstag bei der HSG Nordhorn-Lingen bestreiten.

Volleyball: Schon Mitte Januar haben die Verantwortlichen des Hessischen Volleyball-Verbands entschieden, die Spielzeit auf Landesebene ohne eine Wertung zu beenden. „Unabhängig von den ganzen organisatorischen Aspekten für eine Hallen-Saison müssen wir auch einfach an die Gesundheit aller direkt und indirekt beteiligten Personen denken und die Situation im Kontext unserer gesellschaftlichen Verantwortung betrachten“, erklärte Timo Geppert, Vorsitzender der Landesspielkommission. Es werde „mit Hochdruck“ an „alternativen Spielformen gearbeitet, um den Volleyballerinnen und Volleyballern bei einem Rückgang des Infektionsgeschehens auch abseits von Auf- und Abstieg eine Möglichkeit zur Ausübung ihres Sports geben zu können“, hieß es in einer Mitteilung.

Basketball: In den ersten drei Ligen der Männer und damit bei den beiden Mannschaften der Gießen 46ers läuft die Saison, bei den Frauen in der ersten Liga mit dem BC Pharmaserv Marburg ebenfalls. Auch in der zweiten Frauen-Liga finden Partien statt, Marburg II ist jedoch nicht am Ball – Grund ist ein nach wie vor gültiges Spielverbot durch die Stadt, die das zweite BC-Team nicht als Profimannschaft anerkennt. Inzwischen ist der Abstieg in erster und zweiter Liga bei den Frauen für die aktuelle Spielzeit ausgesetzt worden.

In tieferen Spielklassen geht aktuell nichts. Spiel- und Trainingsbetrieb sind weiterhin nicht möglich. Eine Entscheidung des hessischen Verbands über einen Abbruch gibt es bislang nicht. Fest steht hingegen: Es wird in der aktuellen Saison keine Auf- und Absteiger geben.

Fußball: In erster und zweiter Bundesliga, in der dritten Liga und in zwei der fünf Regionalliga-Staffeln – Südwest und West – wird gespielt. Damit ist auch die Stadtallendorfer Eintracht in der Regionalliga Südwest aktiv, obwohl im Verein selbst niemand das eigene Team dem Profibereich zurechnen würde. In allen niedrigeren Spielklassen passiert derzeit nichts.

Die Verantwortlichen des Hessischen Fußball-Verbands hoffen, dass die Spielzeit fortgesetzt, in allen Ligen wenigstens die Vorrunde zu Ende gebracht werden kann. Dafür, hatte Verbandsfußballwart Jürgen Radeck unlängst in einem Interview mit der OP erklärt, müsse im April oder spätestens Anfang Mai wieder gespielt werden können. „Wenn die Runde nicht beendet werden kann, müsste der Verbandsvorstand über eine Wertung beziehungsweise Annullierung entscheiden“, erklärte er. Beide Varianten – eine Wertung anhand der aktuellen Tabellenstände mit Auf- und Absteigern und eine Annullierung der kompletten Saison – seien in diesem Fall denkbar.

American Football: Im Jahr 2020 ist die Saison in der German Football League komplett ausgefallen. In diesem Jahr wollen Marburg Mercenaries und Co. ab Juni wieder spielen. „Darauf laufen die Planungen hinaus“, sagte Carsten Dalkowski, Präsident der Mercenaries und GFL-Ligavorstand, der OP. „Wir hoffen, dass sich die Situation so entwickelt, dass unter der Anwendung von Hygienekonzepten vor Zuschauern gespielt werden kann.“

Die zweite Mannschaft aus Marburg hat im Vorjahr drei Spiele bestritten und soll in der neuen Saison ab Juli mit drei weiteren Teams in der Landesliga Mitte antreten. Auch in anderen Amateurligen und im Jugendbereich soll ab Sommer wieder gespielt werden.

Tennis: Turniere und Ligaspiele gibt es aktuell keine, unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln, also allein, zu zweit oder mit Personen des eigenen Hausstands, darf aber Tennis gespielt werden – die Tennishallen im Landkreis Marburg-Biedenkopf werden dafür auch genutzt. Für die diesjährige Medenrunde haben laut Mitteilung des Landesverbands insgesamt 5461 hessische Mannschaften gemeldet haben – 81 mehr als in der Vorsaison, ehe einige Teams aufgrund der Pandemie-Lage verzichteten. Gespielt werden soll im Sommer in mehr als 800 Gruppen, sofern es die Corona-Lage zulässt.

Tischtennis: Seit vergangener Woche ist klar, dass die begonnene Saison 2020/2021 auf hessischer Ebene nicht zu Ende gebracht wird. Die Spielzeit wird komplett annulliert, es gibt weder Auf- noch Absteiger. „Wir hoffen, dass in absehbarer Zeit zumindest der Trainingsbetrieb wieder starten kann“, heißt es in einer Mitteilung des Hessischen Tischtennis-Verbands. Für den Nachwuchsbereich werde an einem „Alternativangebot“ gearbeitet, um für junge Spielerinnen und Spieler Wettbewerbe zu ermöglichen, wenn die Pandemie-Lage diese zulässt.

In der Bundesliga wird weiterhin gespielt. Offen ist, ob und wie es in niedrigeren Ligen oberhalb der Landesebene weitergeht, etwa in der Regionalliga West der Männer. Dort ist die erste Mannschaft des TTV Stadtallendorf aktiv. „Das Team ist aktuell noch im Wartestand“, sagte der Vorsitzende Rolf-Werner Schmittdiel gestern gegenüber der OP. „Ich glaube aber nicht, dass es weitergeht.“

Erlaubt wäre es, dass sich zwei Aktive zum Training treffen, allerdings brauchen sie dafür auch geeignete Spielorte. In Stadtallendorf etwa stehen die Hallen dafür derzeit nicht zur Verfügung. Schmittdiel hofft, „dass sich das in ein paar Wochen ändert“.

Golf: Der Platz des Oberhessischen Golf-Clubs Marburg in Bernsdorf ist aktuell gesperrt – aber nur witterungsbedingt. Grundsätzlich darf in Hessen – wie etwa Tennis und Tischtennis – auch Golf gespielt werden. Im Kalender des Hessischen Golfverbands sind die ersten Turniere für Ende April aufgeführt, die ersten Ligaspiele sollen im Mai ausgetragen werden.

Von Stefan Weisbrod

14.02.2021
14.02.2021