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Lokalsport Marburger Topleistung nach Startschwierigkeiten
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19:11 13.12.2020
Mit großer Entschlossenheit: Alex Wilke (Mitte) setzt sich gegen die Hannoveranerinnen Tessa Stammberger (links) und Aliaksandra Tarasava durch. Die BC-Spielmacherin war mit 21 Punkten erfolgreichste Schützin der Partie. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Ja, das war es, was sich Julian Martinez von seinen Spielerinnen erwartet hatte. Ob’s das bislang beste Saisonspiel des BC Pharmarserv gewesen ist? War es! Meinte auch der Trainer, schränkte ein: „Wenn man das erste Viertel außen vor lässt.“ Es war eine berechtigte Anmerkung des Spaniers, denn zu Beginn lief es bei den Marburger Bundesliga-Basketballerinnen noch nicht rund. Zwischenzeitlich lagen sie gegen den TK Hannover mit 8:21 (7. Minute) und nach dem ersten Abschnitt noch mit 19:25 hinten. Dann erhöhten sie die Intensität, machten es den Gästen immer schwerer – und spielten wenigstens phasenweise klasse Teambasketball. Resultat: ein deutlicher 90:72-Sieg über einen Gegner, der sicherlich nicht zu den schwächsten der Liga gehört.

Vier BC-Spielerinnen treffen zweistellig

Vor dem Spiel wurde es erst einmal emotional: Die BC-Verantwortlichen nutzten die Gelegenheit, Finja Schaake nachträglich zu verabschieden – Corona-bedingt war das nicht früher möglich. Bilder aus elf Jahren bei den Blue Dolphins und ein Videogruß ihres langjährigen Trainers Patrick Unger rührten die Marburger Rekordspielerin zu Tränen – nach der Begegnung war es ihr ein großes Anliegen, dafür zu danken. Auf das Spielgeschehen blickte sie erst danach zurück, etwa auf den guten Start, zu dem sie zwei „Dreier“ beitrug. „Am Anfang lief es gut. Danach sind wir mit der Aggressivität der Marburgerinnen gar nicht mehr zurecht gekommen“, bilanzierte die 28-Jährige, die mit 15 Punkten treffsicherste Gästespielerin war.

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Topscorerin war Alex Wilke, die 21 Zähler zum Marburger Sieg beisteuerte. Stark präsentierte sich auch Centerin Hanna Crymble, der in der zweiten Hälfte fast alles gelang – 15 ihrer insgesamt 19 Punkte machte sie in den zweiten 20 Minuten. Marie Bertholdt kam auf 18 Punkte, Theresa Simon auf zehn Zähler, darunter wichtige im ersten Viertel. Sie brachte die Energie aufs Parkett, die ihren Mitspielerinnen zu Beginn fehlte. „Wir haben es über unsere Verteidigung geschafft, ins Spiel zu kommen“, fasste Simon, die mit einem Freiwurf zum 35:34 für die erste Marburger Führung sorgte (17.), zusammen.

Bis zur Pause zogen die Gastgeberinnen auf 46:38 davon, im dritten Viertel entschieden sie das Spiel (70:53). Dass sie es nach 90:67-Führung zum Schluss etwas schleifen ließen, gefiel Martinez nicht. „Aber es ist bei diesem Stand zu verschmerzen.“

Im Pokal-Viertelfinale zu Hause gegen Osnabrück

Weiter geht es für das Marburger Team am kommenden Sonntag (16 Uhr) bei den Angels Nördlingen. Bis zum Jahreswechsel sind noch drei weitere Bundesliga-Partien geplant: am 23. Dezember auswärts in Heidelberg, am 27. Dezember zu Hause gegen Göttingen und am 30. Dezember beim Herner TC. Das neue Jahr beginnt für die Blue Dolphins nach aktueller Planung mit dem Pokal-Viertelfinale: Am 2. oder 3. Januar sollen sie in eigener Halle auf die Panthers Osnabrück treffen, wie die Auslosung am Sonntag ergab.

Von Stefan Weisbrod

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