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Lokalsport Mercenaries treiben Hessenderby-Geister aus
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20:45 08.09.2019
Glänzte mit zwei Touchdowns: Marburgs Marvin Rutsch (links, gegen Frankfurts Philipp Vinzenz). Quelle: Jan Hübner
Frankfurt

Obwohl es am Samstag im Hessenderby letztlich um die goldene Ananas ging, da beide Teams in Sachen Tabellenposition nichts mehr zu gewinnen oder zu verlieren hatten, war es ein Spiel von großem Unterhaltungswert – mit einem glücklicheren Ende für die Marburg Mercenaries.

Der Sieg beschert ihnen einen Trip in die sächsische Landeshauptstadt zu den Dresden Monarchs, der Rangzweite in der Gruppe-Nord. Die „Mercs“ sind so einer von acht Playoff-Viertelfinalisten in der German Football League (GFL). Die vier Partien steigen am 21. und 22. September.

Über den Hessenderby-Triumph, den die „Mercs“ nicht lange genießen wollen, sagte Head Coach Tibor Gohmert: „Den Sieg sollte man nicht zu hoch hängen, da Frankfurt in der Defensive ziemlich dezimiert war und in der zweiten Halbzeit beide Teams einige Ersatzspieler aufs Feld geschickt haben.“

Dennoch hat es einen gewissen Wert, den Erzrivalen zu schlagen und sich eine zusätzliche Portion an Selbstvertrauen für die Playoffs verdient zu haben. Beide Teams begannen mit ihren Stammspielern. „Auch wenn es um nicht mehr viel ging, hat man gemerkt, dass beide Teams sich keine Blöße gegeben haben“, urteilte Gohmert, dessen Schützlinge in Führung gingen und kurz vor der Halbzeit den Touchdown zum 20:20-Pausenstand erzielten. Nach der Halbzeit schickten die beiden Kontrahenten einige Reservespieler aufs Feld – soweit es die Personaldecke zuließ.

Das führte dazu, dass es auf Marburger Seite ein Glückskind gab, das die Partie nicht so schnell vergessen wird. Reserve-Quarterback und Marburger Eigengewächs Dennis Siebert warf seinen ersten Touchdown-Pass in der GFL. „Ich bin froh, dass ich ihn habe. Wir konnten Dennis in dieser Saison leider nur wenig Spielzeit geben, weil viele Spiele erst spät entschieden wurden“, bemerkte Offensive Coordinator Elias Gniffke.
Der von Siebert geführte Angriff entschied die Partie im dritten Spielabschnitt mit zwei Touchdowns zum 34:20, das die Hausherren nicht mehr einholten. Sie konnten im Schlussviertel nur noch auf 30:34 verkürzen. Trotz des Sieges sind den Coaches Problemzonen aufgefallen, die vor den Playoffs der Behandlung bedürfen. Die Special Teams funktionierten nur sporadisch. Und zwar von den Field Goals und Extrapunkte bis zur Deckungsarbeit bei gegnerischen Punt- und Kickoff-Returns.

„Da werden wir in den kommenden Tagen auf jeden Fall den Fokus legen, weil uns beispielsweise so ein verfehlter Extrapunkt gegen Dresden das Spiel kosten kann“, hob Gohmert hervor. In der Verteidigung zeigte sich Defensive Coordinator Sergej Schmidt ob der neuen Formationen, die er ausprobierte, zufrieden. „Leider haben wir wieder einige Pässe zugelassen“, sagte er.
Gniffke hob außerdem hervor: „In Frankfurt hatten wir mit dem Lärm der Fans einige Kommunikationsprobleme.“ Das solle sich in Dresden nicht wiederholen.

von Benjamin Kaiser