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Lokalsport 1. FSC Marburg steigt in die Gruppenliga auf
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17:53 31.07.2020
Sarah Schönwald (vorn; hier im Spiel gegen den RSV Roßdorf) hat mit dem 1. FSC Marburg die Vizemeisterschaft in der Regionsoberliga errungen. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Wenn Michael Wolff von seinem Team erzählt, gerät er regelrecht ins Schwärmen. Der Trainer des 1. FSC Marburg spricht vom „Spaß am Fußball“, den er bei den Spielerinnen „vom ersten Tag an gespürt“ habe, vom „großen Ehrgeiz aller, sich verbessern zu wollen“ und vom „Mannschaftsgeist, den ich so noch nie erlebt habe“. Das alles seien Faktoren, die dazu beigetragen hätten, dass das Team erfolgreich spielt – und nach einem sportlich knapp verpassten Aufstieg im Vorjahr (siehe Infobox) nun als Vizemeister von Staffel I der Regionsoberliga Gießen/Marburg den Sprung in die Gruppenliga geschafft hat.

13 Begegnungen bestritt der 1. FSC, ehe die Saison aufgrund der Corona-Pandemie zunächst unter- und dann abgebrochen wurde. Elf davon gewannen die Marburgerinnen, bei denen fast 30 Spielerinnen im Alter zwischen 18 und 51 Jahren zum Einsatz kamen, zwei verloren sie: eine gegen den ungeschlagenen Meister RSV Roßdorf, eine gegen den direkten Konkurrenten SG Eschenburg, gegen den es aber auch einen Sieg gab. Nach Durchschnittspunkten lag Wolffs Team (2,54) letztlich hauchdünn vor den Eschenburgerinnen (2,50). „Natürlich war der Tabellenstand eine Momentaufnahme“, sagt der Trainer, der Aufstieg hat für ihn aber trotzdem „keinen Makel“, denn: „Wir haben ihn uns verdient.“ Was in Corona-Zeiten gefehlt habe, seien die großen Gefühle, der große Jubel. „Aber das Emotionale fehlt im Fußball aktuell ja insgesamt ein Stück weit.“

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Wichtigstes Ziel: Weiterhin Spaß am Fußball haben

Wolff hofft, dass die kommende Saison regulär über die Bühne gehen wird. Auf sein Team komme „eine ganz andere Herausforderung“ zu, wie er es formuliert: „Wir haben jetzt zwei Jahre lang die meisten Spiele gewonnen. In der Gruppenliga wird das wohl anders sein. Wichtig wird sein, dass wir den Spaß am Fußball behalten und nicht frustriert sind, wenn wir mal mehrere schlechte Ergebnisse hintereinander haben.“ Die Freude am Sport zu bewahren, sieht er als wichtigstes Ziel für die neue Spielzeit an – wobei „auch klar ist, dass wir möglichst erfolgreich sein und die Klasse halten wollen“.

Der erste Spieltag in den Frauenligen findet voraussichtlich am zweiten September-Wochenende statt. Bereits seit einigen Wochen trainiert das Teams wieder, so weit es unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln möglich ist. Und auch Aktivitäten außerhalb des Sportgeländes stehen auf dem Programm, zuletzt etwa eine buchstäblich feuchtfröhliche: Die Mannschaft gewann bei einer Aktion des Radiosenders „hr3“ einen exklusiven Besuch im Marburger Aquamar. „Wir durften rein, als es ansonsten geschlossen war“, berichtet Wolff, der zudem seinen Verein im Radio vorstellen durfte: „Es ist schon was Besonderes, wenn man weiß, dass da 100.000 Leute oder mehr zuhören, wenn ich etwas über unsere Mannschaft erzähle.“ Auch da hatte er nur Positives zu erzählen.

Aufstieg auf sportlichem Weg

Bereits in der beendeten Spielzeit hätten die FSC-Fußballerinnen in der Gruppenliga spielen können – sie wollten den Aufstieg aber auf sportlichem Weg schaffen. In der Saison 2018/2019, der ersten nach der Gründung des Vereins, landeten sie auf dem dritten Platz, durften anschließend gegen den TSV Klein-Linden II um den Aufstieg spielen, unterlagen aber mit 2:6. Weil der SV Ehringshausen aus der Gruppenliga zurückzog, hätten sie dennoch „hoch“ gekonnt, wollten das aber nicht. „Die Spielerinnen wollten den Aufstieg auf sportlichem Weg schaffen“, berichtet Trainer Michael Wolff, der „diese Entscheidung absolut mitgetragen“ hatte.

Von Stefan Weisbrod