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Lokalsport TSV Eintracht fehlt auch das Glück
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06:18 14.12.2020
Muhamet Arifi (links) im Zweikampf gegen den Ulmer Nicolas Jann. Die Stadtallendorfer Eintracht unterlag den „Spatzen“ mit 0:3. Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Großer Einsatz, spielerisch eine ordentliche Leistung – am Ende aber doch eine deutliche Niederlage: Der TSV Eintracht Stadtallendorf hat gegen den SSV Ulm am Samstag nach torloser erster Hälfte letztlich klar mit 0:3 verloren. Zum neunten Mal im 13. Saisonspiel blieb das Team von Trainer Dragan Sicaja damit ohne Zählbares.

Der Frust war den Stadtallendorfern nach Spielende anzumerken, vor allem Muhamet Arifi war mächtig angefressen, fand deutliche Worte, als er zusammen mit Youngster Ben-Luca Fisher vom Platz in Richtung Sportheim lief: „Wir haben die Chancen, daraus müssen wir auch mal was machen“, sagte der 29-Jährige. „Und dann kriegen wir solche Dinger. Da könnte ich kotzen.“

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Djengoue früh Gelb-Rot-gefährdet ausgewechselt

Nun war es nicht so, dass die Amateure aus Stadtallendorf besser gewesen wären, reihenweise Möglichkeiten gehabt hätten und die Ulmer bloß extrem effizient gewesen wären. Die Profis aus Schwaben, die in der zweiten Runde des DFB-Pokals am 22. Dezember auf Schalke 04 treffen, waren spielerisch stärker und feldüberlegen, ihr Sieg ging daher insgesamt in Ordnung. Aber er hätte aus Stadtallendorfer Sicht durchaus vermieden werden können – ein Stück weit fehlte dafür auch das Glück.

Beide Teams präsentierten sich im jeweils ersten Pflichtspiel nach fast anderthalbmonatiger Corona-bedingter Pause von Beginn an engagiert. Die erste Möglichkeit hatte Ulms Felix Higl, der nach scharfer Hereingabe von Tobias Rühle aus wenigen Metern Entfernung deutlich drüber schoss (2. Minute). Der SSV spielte weiter nach vorn, Rühle wurde auf dem Weg zum Tor unsanft von Nestor Djengoue gestoppt. Der Eintracht-Verteidiger durfte in dieser Szene froh sein, dass Nebenmann Malcolm Phillips in der Nähe war, Schiedsrichter Marius Ulbrich daher keinen Anlass hatte, auf Notbremse zu entscheiden (9.).

Zwölf Minuten später war für Djengoue Schluss: Sicaja wechselte den 29-Jährigen aus – eine Sicherheitsmaßnahme. Ulbrich hätte nach Djengoues Einsteigen gegen Burak Coban durchaus erneut „Gelb“ zücken können (18.).

Fisher kommt rein – und trifft sofort den Pfosten

Youngster Fisher kam ins Spiel – und hätte beinahe sofort getroffen: Nach einem Freistoß von Ibrahim Mirza Aral, der nach langer Verletzungspause sein Regionalliga-Debüt für die Eintracht gab, hielt der 18-Jährige den Fuß hin, statt ins Tor flog der Ball aber nur an den rechten Pfosten (23.). Es war die zweite große Möglichkeit der Gastgeber: Malcolm Phillips hatte zuvor mit einem wuchtigen Freistoß den linken Pfosten getroffen (21.). Rühle ließ sich kurz vor der Pause von Eintracht-Schlussmann Mateusz Abramowicz im Eins-gegen-Eins abdrängen (43.), ansonsten ging von den „Spatzen“ bis zur Pause sehr selten Gefahr aus – ein Verdienst der Stadtallendorfer.

„Wir haben in der ersten Halbzeit stabil gespielt“, erklärte Sicaja nach dem Abpfiff. „In der zweiten Halbzeit haben wir das auch gut gemacht. Und dann kriegen wir ein Tor, das uns das Genick bricht“, sagte der TSV-Trainer mit Blick auf den Führungstreffer der Gäste: Abramowicz griff bei einem eigentlich harmlosen Freistoß der Gäste daneben, Rühle staubte ab (55.). Sicaja: „Wenn man solche Fehler macht, kann man gegen Mannschaften, die auf ganz anderem Niveau arbeiten können, kein Spiel gewinnen.“

Chancen zum Ausgleich bleiben ungenutzt

Die Hausherren wirkten jedoch alles andere als geschockt, machten mächtig Dampf. Jascha Döringer hätte selbst abschließen sollen, als sein Querpass-Versuch auf Laurin Vogt abgefangen wurde (59.), dann traf Aral den rechten Pfosten (61.). „Es war viel mehr drin“, ärgerte sich Sicaja. Die Hoffnungen wurden mit einem Ulmer Doppelschlag begraben: Higls abgefälschter Schuss war für Abramowicz nicht zu halten (65.), ebenso wenig wie Reicherts flach ins rechte untere Eck geschossener Elfmeter (69.). Kristian Gaudermann hatte zuvor Nicolas Jann gefoult. Der eingewechselte Felix Nolte (80.) sowie Vogt (83., 85.) ließen in der Schlussphase Möglichkeiten zur Ergebniskosmetik ungenutzt.

Von Stefan Weisbrod

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