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Lokalsport Constanze Bieneck ist Deutsch Meisterin
Sport Lokalsport Constanze Bieneck ist Deutsch Meisterin
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17:02 20.03.2020
Charlotta Werscheck (von links), Constanze Bieneck, Sarah Overländer und Lena Overländer freuen sich über den DM-Titel. Quelle: Foto: Ursula Overländer
Oberstaufen/Schweinsberg

Die Meisterschaften wurden noch vor der Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie ausgerichtet.

Die schlechte Nachricht: Zwar haben sich Bieneck und Co. für die Europameisterschaften qualifiziert, diese wurden jedoch aus aktuellem Anlass bereits abgesagt und werden dieses Jahr nicht mehr nachgeholt. „Das ist zwar schade, aber absolut verständlich“, sagte Bieneck im Gespräch mit der OP. Die gute Nachricht: Es besteht durchaus die Chance, dass die noch relativ neue Variante Snow-Volleyball bald olympisch werden könnte. „Das wäre natürlich toll. Die Chancen sind gar nicht so schlecht, da es bei den Olympischen Winterspielen bislang mehr Einzel- als Teamwettbewerbe gibt. Man will aber mehr Teamwettbewerbe mit aufnehmen“, sagte Bieneck, die für RPB Berlin in Deutschlands 3. Volleyball-Liga spielt.

Doch auch das ist wohl bald Schnee von gestern: Constanze Bieneck wird Berlin bald verlassen und aus beruflichen Gründen (Lehramt Sport und Latein) nach Mainz oder Göttingen ziehen. „Darüber freue ich mich, weil dann der Weg nach Schweinsberg nicht mehr so weit ist und ich wieder mehr Kontakt zu meiner dort lebenden Familie haben werde.“ Dem Sport bleibt sie auch dann weiterhin verbunden.

Titel ist etwas ganz Besonderes für sie

Bieneck hatte vor ihrem Wechsel nach Berlin für den TV Wetter und danach für die Biedenkopf-Wetter Volleys aufgeschlagen – das letzte Mal 2015 für Biedenkopf-Wetter bei der deutschen Jugendmeisterschaft. Eine Rückkehr zu den Volleys schloss sie aber aus.

Nicht ausgeschlossen ist, dass Bieneck im nächsten Jahr bei der Snow-Volleyball-Weltmeisterschaft an den Start gehen wird. Voraussetzung ist dafür aber ein ähnlicher Erfolg wie jüngst in Oberstaufen.

Dort fanden die Meisterschaften im Schnee erst zum dritten Mal statt. Nach Winterberg und Willingen trafen sich jeweils acht Teams beider Geschlechter im Kurpark in Oberstaufen und durften sich sogar über 20 Zentimeter Neuschnee freuen. Am Ende gab es viele zufriedene Gesichter. Niclas Hildebrand, Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbands, sagte: „Im ersten Jahr hatten wir gerade mal vier Teams am Start, jetzt hatten sich jeweils 13 Vierer-Teams angemeldet.” Das zeige das Interesse an der neuen Volleyball-Variante, ergänzte Hildebrand.

Constanze Bieneck und Co. mussten auf dem Weg ins DM-Finale nur eine Niederlage einstecken. Bieneck/Werscheck und die Overländer-Zwillinge verloren ihr zweites Pool-Match, danach fanden sie ihren Rhythmus und standen am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Im Finale siegte das Quartett gegen Hoffmann / Peter / Schemel / Sperl (alle Neuseenland Volleys Markkleeberg) in einem spannenden Spiel mit 15:13 im Tiebreak. „Das war für mich eine ganz neue Herausforderung. Im Schnee ist es extrem rutschig. Am Ende aber ist dieser Titel etwas ganz Besonderes für mich“, sagte Bieneck.

Unter den Zuschauern in Oberstaufen war auch Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Hörmann zeigte sich angetan von den Spielen bei der Snow-Volleyball-DM: „Ich finde es ähnlich faszinierend wie Beach- oder Hallen-Volleyball. Insofern kann man sagen, dass es eine weitere interessante Ergänzung und schöne Abrundung des Gesamtportfolios für den Deutschen Volleyball-Verband und damit auch Sportdeutschland ist.” Dies nährt die Hoffnung, dass in Zukunft auch Constanze Bieneck aus Schweinsberg an Olympischen Winterspielen teilnehmen könnte. Aber das ist noch Schnee von morgen.

Von Michael E. Schmidt