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Fußball Wolfsburg mit Abwehrsorgen gegen Manchester
Sport Fußball Wolfsburg mit Abwehrsorgen gegen Manchester
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13:55 29.09.2009
Wolfsburgs Josue (links) im Duell mit Moskaus Georgi Schennikov während der Champions League-Premiere in Wolfsburg. Quelle: lni
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„Ob er spielen kann, bleibt abzuwarten“, sagte Trainer Armin Veh über den Einsatz seines Kapitäns im Champions-League-Topspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky) bei Manchester United: „Ich denke, dass die Entscheidung erst am Spieltag fällt.“ Der Ausfall des brasilianischen Balleroberers wäre eine kleine Katastrophe, denn der VfL kämpft ohnehin seit Saisonbeginn mit anhaltenden Abwehrproblemen.

Die drittschlechteste Defensive der Bundesliga gegen Stürmer wie Wayne Rooney und Michael Owen - für die Fans des VfL hört sich das nach einer Zitterpartie im berühmten Old Trafford an. „ManU hat Weltklasse-Leute, jeder Fehler wird noch härter bestraft“, warnte VfL-Spielmacher Zvjezdan Misimovic: „Da kann der Schuss schnell nach hinten losgehen.“ Auch dem Trainer ist längst aufgefallen: „Wir stehen momentan nicht so sicher. Das müssen wir auf jeden Fall verbessern.“ Mit durchschnittlich zwei Gegentreffern pro Ligaspiel ist der VfL mehr denn je krasser Außenseiter beim Millionen- Starensemble von ManU, das am Wochenende die Tabellenspitze der englischen Premier League gestürmt hat.

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„Wir verhalten uns insgesamt in der Defensivarbeit nicht konsequent genug“, klagte der VfL-Trainer: „Wir müssen mehr über die Abwehr kommen.“ Vor allem der italienische Weltmeister Andrea Barzagli und der deutsche Nationalspieler Marcel Schäfer spielen noch längst nicht in der Form des Meisterjahres. Umso wichtiger wäre der Einsatz von Josué, der vor der Abwehr das Spiel des Gegners zerstört, auch wenn er nach einer Knieoperation noch nicht wieder in Topform ist. „Er hatte nach dem Spiel gegen Hannover wieder ein bisschen Probleme mit dem Knie“, erklärte Veh und betonte zugleich, dass er kein Risiko bei Josué eingehen werde. Möglicher Ersatz auf der Sechser-Position wäre Sascha Riether, der sonst als Rechtsverteidiger spielt.

„Wir können ja nicht immer vier Tore schießen“, kommentierte Mittelfeldspieler Christian Gentner die Abwehrprobleme nach dem jüngsten 4:2-Sieg gegen Hannover 96. Trotz der zuletzt offensichtlichen Probleme verbreitete der Nationalspieler vor dem Spiel des Jahres aber Optimismus, schließlich hat der VfL gegen die seit vier Jahren in Champions-League-Heimspielen ungeschlagenen Gastgeber wenig zu verlieren: „Alles ist möglich.“ Ähnlich mutig zeigte sich Stürmer Edin Dzeko: „In Manchester sind wir nicht chancenlos.“

Wie das Kräfteverhältnis der Clubs ist, zeigen die 391 Tore, die ManU bisher in Champions-League-Partien erzielt hat. Beim VfL stehen nur die drei Treffer von Grafite beim Debüt-Sieg gegen ZSKA Moskau (3:1) in der Statistik. Der VfL spielt in Old Trafford in einem der berühmtesten Stadien der Welt gegen die Nummer eins der UEFA- Rangliste, doch der in der Liga zuletzt gesperrte VfL-Torhüter Diego Benaglio forderte: „Zu sehr darf man sich davon nicht blenden lassen. Wenn man in der Bundesliga bei den Bayern spielt, ist das auch nicht viel anders.“

Während die Wolfsburger holprig in die Saison gestartet sind, thront der 18-fache englische Meister bereits wieder an der Tabellenspitze der Liga. Die verletzungsbedingten Ausfälle des ehemaligen Bayern-Spielers Owen Hargreaves und von Torwart Edwin van der Sar hat ManU ebenso verkraftet wie den Abgang von Cristiano Ronaldo zu Real Madrid. Selbst „Meistertrainer“ Felix Magath traut seinem Ex-Club keine Überraschung zu: „Zu einem Punkt im Old Trafford wird’s nicht reichen, denn United ist für den VfL einfach noch eine Nummer zu groß“, schrieb Magath in seiner „kicker“-Kolumne.

lni

22.09.2009