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Fußball Wettskandal: DFB will besser mit Ermittlern zusammenarbeiten
Sport Fußball Wettskandal: DFB will besser mit Ermittlern zusammenarbeiten
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18:13 26.10.2010
Der erste Prozess im größten Wettskandal des europäischen Fußballs vor dem Landgericht Bochum ruft großes Medieninteresse hervor.
Der erste Prozess im größten Wettskandal des europäischen Fußballs vor dem Landgericht Bochum ruft großes Medieninteresse hervor. Quelle: dpa
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Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will im Kampf gegen Wettbetrug eine bessere Zusammenarbeit mit den ermittelnden Behörden erwirken. „Wenn man diese Kriminalität ernst nimmt und als eine Gefahr für den Fußball sieht, dann müssen Staatsanwaltschaften besser kooperieren als es in der Vergangenheit geschehen ist“, klagte Theo Zwanziger. Der DFB-Präsident kündigte eine Initiative in Zusammenarbeit mit Ligapräsident Reinhard Rauball an: „Aus diesem Grund werden Reinhard Rauball und ich ein Schreiben an die Bundesjustizministerin verfassen. Wir werden sie darum bitten, dieses Anliegen zum Thema einer Justizministerkonferenz zu machen.“

Damit nimmt Zwanziger vor der Fortsetzung des Prozesses um den wohl größten Wettskandal im europäischen Fußball am Mittwoch in Bochum einen Vorschlag von Rainer Koch auf. Der DFB-Vizepräsident hatte eine auf Sportbetrug und Manipulation spezialisierte Schwerpunktstaatsanwaltschaft angeregt. „Wir wollen den Politikern deutlich machen, dass es ein Gewinn für beide Seiten ist, wenn man sich besser ergänzt“, erklärte Zwanziger.

Dem Verbandschef liegt vor allem eine bessere Akteneinsicht am Herzen: „Die Zusammenarbeit mit der Berliner Staatsanwaltschaft im Fall Hoyzer war exzellent. In Bochum ist es schwieriger, wir bekommen bislang nur bescheidenen Einblick in die Akten.“

Eine bessere Kooperation macht Sinn: Denn der Wettskandal weitet sich offenbar immer mehr aus. Wie das Oberlandesgericht in Hamm am Dienstag erklärte, sind die Haftbefehle gegen drei noch nicht angeklagte, mutmaßliche Haupttäter inzwischen sogar erweitert worden. Betroffen ist unter anderem Ante S., der schon in den Skandal um DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt gewesen ist. Bei ihm haben sich die Betrugsvorwürfe von 12 auf 27 erhöht.

Nach bisher schleppendem Verlauf könnte der Prozess gegen vier Angeklagten, denen banden- und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen wird, am Mittwoch Fahrt aufnehmen. Die Voraussetzungen sind gut: Alle Befangenheitsanträge gegen Richter des Bochumer Landgerichts wurden zurückgewiesen. Wenn die Verteidiger keine neuen Anträge stellen, sollen die Angeklagten über ihre Lebensläufe berichten. Zwei der vier mutmaßlichen Wettbetrüger haben bereits zum Prozessauftakt signalisiert, dass sie mit dem Gericht kooperieren wollen. Die beiden anderen wollen vorerst von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen.

Den vier mutmaßlichen Wettbetrügern aus Schweinfurt, Mönchengladbach, Lippstadt und Lohne wird vorgeworfen, in die Manipulation von über 30 Fußballspielen verwickelt gewesen zu sein. Die Wettgewinne belaufen sich angeblich auf rund 1,6 Millionen Euro. In einem Fall sollen sogar die Schulden eines belgischen Zweitligisten in Höhe von rund 700.000 Euro übernommen worden sein.

Unterdessen laufen die Ermittlungen der Bochumer Staatsanwaltschaft weiter auf Hochtouren. Insgesamt sechs mutmaßliche Wettbetrüger befinden sich inzwischen seit fast zehn Monaten in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht überprüft zurzeit, ob die Haft noch rechtmäßig ist.

Die ersten beiden Verhandlungstage waren geprägt von juristischen Muskelspielen. Zwanziger erwartet einen kniffligen Prozess. „Die Manipulation eines Fußballspiels nachzuweisen, ist ein äußerst schwieriges Unterfangen. Das wird die Staatsanwaltschaft Bochum in diesem Verfahren noch erleben. Aber natürlich haben wir größtes Interesse daran, dass Täter überführt und bestraft werden“, sagte der DFB-Präsident.

dpa