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Fußball Werder verabschiedet sich von Saisonzielen
Sport Fußball Werder verabschiedet sich von Saisonzielen
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12:50 24.01.2010
Trotz der Tore von Aaron Hunt und Hugo Almeida (mitte) hat es gegen den Erzrivalen aus München nicht gereicht.
Trotz der Tore von Aaron Hunt und Hugo Almeida (mitte) hat es gegen den Erzrivalen aus München nicht gereicht. Quelle: dpa
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Die Verantwortlichen korrigierten nach dem 2:3 (1:2) im Spitzenspiel gegen Bayern München flugs ihre Erwartungen. „Wenn man vier Mal verliert und auch nicht so überragend gespielt hat, dann muss man sich von Zielen wie Champions League oder Champions League-Qualifikation verabschieden. Die Verunsicherung ist da“, sagte Geschäftsführer Klaus Allofs nach einem furiosen Spitzenspiel, in dem die Bayern völlig verdient ihren achten Pflichtspielsieg in Folge feierten.

Die einstmals mit den Bayern auf Augenhöhe agierenden Hanseaten konnten das Team von Bayern-Trainer Louis van Gaal auf dem Weg zurück in die Spitzenränge nicht stoppen. Scheinbar unterlag Bremen knapp, erlebte tatsächlich aber eine Demonstration an Bayern-Dominanz. „Es wurde sicherlich einiges geboten. Leider nicht so viel von meiner Mannschaft“, bekannte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Über 90 Minuten rollte ein brandgefährlicher Angriff nach dem anderen meist über den bärenstarken und kaum vom Ball zu trennenden Arjen Robben auf das Werder-Tor.

Dass der verdiente Gäste-Sieg nach Toren von Thomas Müller (25.), Ivica Olic (35.) und Robben (78.) nicht höher ausfiel, lag an der fehlenden Entschlossenheit der Münchner Offensive. „Wenn man realistisch ist, muss man sagen, dass wir vielleicht zehn Tore machen konnten“, kommentierte Geburtstagskind Robben (26 Jahre) die mangelnde Chancenverwertung. Werder hielt trotz des Ausfalls des erkrankten Torjägers Claudio Pizarro im Angriff durch Tore von Aaron Hunt (10.) und Hugo Almeida (75.) dagegen, ein Remis wäre aber äußerst glücklich gewesen. „Wir haben hier noch nie eine solche Bayern-Mannschaft erlebt, die sich so viele Chancen erspielt hat. Über das Ergebnis können wir uns nicht beklagen“, gab Schaaf zu.

Die längste Niederlagenserie seit sieben Jahren - in der Saison 2002/2003 verlor Werder sogar fünf Partien - machte auch die Profis nachdenklich. „Wir sind in einer schwierigen Phase und müssen bei mehr als zehn Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze nicht über die Champions League reden. Wir müssen den Bock umstoßen und endlich wieder siegen“, sagte Clemens Fritz. „Wir sind momentan angeknockt, auch aufgrund der personellen Situation. Es steckt sehr viel Potenzial in der Mannschaft, aber wir dürfen nicht nur darüber reden, sondern müssen es auch zeigen“, analysierte Per Mertesacker.

„Wir müssen noch mehr investieren, besser spielen und sicherer stehen“, forderte Allofs die „totale Bereitschaft“ seiner Profis ein. Weder Spielmacher Mesut Özil noch der von Bundestrainer Joachim Löw aussortierte Torsten Frings konnten die erhofften Impulse setzen. „Wir dürfen nicht alles auf die Schulter von Özil abladen. Wenn er in Form ist, haben wir aber mehr Qualität“, sagte Allofs. Die erhoffte Trotzreaktion von Frings blieb aus. Er zeigte vor 39 100 Zuschauern, unter ihnen Bundestrainer Löw, eine mäßige Leistung. „Ich wünsche mir, dass er in den nächsten Wochen die Ärmel hochkrempelt“, sagte der Clubchef über den Kapitän. Neue Spieler lehnte Allofs ab:
„Schnellschüsse helfen uns nicht weiter.“

lni

23.01.2010
23.01.2010