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Fußball Werder Bremen baut Team neu auf
Sport Fußball Werder Bremen baut Team neu auf
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00:30 19.08.2010
Mesut Özil wechselt zu Real Madrid - und das Werder-Bremen-Team muss neu aufgebaut werden. Quelle: dpa
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Torsten Frings mäkelte wie immer ein wenig herum, aber die meisten Bremer bedauerten den sportlichen Verlust von Mesut Özil. Angst vor der Zukunft ohne den begnadeten Techniker hat aber niemand an der Weser. „Wir haben uns nie verrückt gemacht“, sagte Trainer Thomas Schaaf mit der ihm eigenen Ruhe: „Wir werden weiter unseren Weg gehen.“

 Die Bremer besitzen Routine im Neuaufbau. Immer wieder muss der Club Spieler aus wirtschaftlichen Gründen verkaufen, und immer wieder gelingt es Schaaf und Allofs, neue Spieler zu entdecken und zu Stars aufzubauen. Özil selber ist das beste Beispiel. Im Winter 2008 kam der schüchterne Jüngling von Schalke 04, und so mancher wunderte sich über die vergleichsweise hohe Ablöse von rund vier Millionen Euro. Dass er durchaus talentiert ist, war zu sehen. Dass Özil sich aber so schnell durchsetzte und mit 21 Jahren für rund 15 Millionen zu einem Weltclub wie Real Madrid wechselt, ahnten wohl die wenigsten.

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„Wir wissen, das wir eine gewisse Qualität verlieren“ sagte Schaaf. Der erfahrene Coach der Bremer fügte jedoch an: „Wir wissen aus Erfahrung: Wenn ein Spieler geht, dann können sich andere in den Vordergrund spielen.“

Gerade auf der Spielmacherposition gibt es dafür gute Beispiele in Bremen. Nach dem Abgang des überragenden Johan Micoud, der Werder 2004 als Regisseur zum Double aus Meisterschaft und Pokal geführt hatte, schien ein großes Loch im Werder-Mittelfeld zu klaffen. Doch Manager Klaus Allofs hatte schon Ersatz im Auge und zauberte im Sommer 2006 einen Ersatzspieler vom FC Porto aus dem Hut: Diego.

Der Micoud-Ersatz verzauberte drei Jahre lang die Fußballfans in Deutschland, ehe er vergangenes Jahr für rund 25 Millionen Euro nach Turin wechselte. Der Ersatz stand mit Özil bereits parat, der nun Werder für geschätzte 15 Millionen Euro verlässt. Innerhalb von nur zwölf Monaten kassierte Werder rund 40 Millionen für zwei Mittelfeldspieler, die im Einkauf zusammen weniger als zehn Millionen gekostet haben.

Solche Renditen benötigt Werder zum Überleben. Flops wie Carlos Alberto kann sich der Club nur selten leisten. Fast acht Millionen bezahlten die Bremer für den Brasilianer, der nur auf zwei Bundesligaeinsätze kam.

Schnellen Ersatz für Özil soll es trotz der nun aufgefüllten Vereinskasse nicht geben. „Dass Mesut nicht mehr bei uns ist, bedeutet zwar für die Zukunft, dass wir neu investieren müssen, allerdings irgendwann und nicht sofort“, erklärte Allofs.

Die Situation sei mit der in der vergangenen Saison vergleichbar. „Als Diego gegangen ist, haben wir auch keine neue 10 geholt. Jetzt sind wir der gleichen Auffassung. Im Laufe des Jahres können wir da natürlich noch eine andere Meinung bekommen. Aber wir haben großes Vertrauen in Aaron Hunt und Marko Marin.“ Derselben Auffassung ist auch Kapitän Frings, dem der Transferwirbel zuletzt etwas zu viel wurde: „Wir haben Spieler, die genau diese Klasse haben. Die haben jetzt die Chance, sich zu beweisen.“

dpa

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