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Fußball Was die Fußballfans zum Rückrundenstart bewegt
Sport Fußball Was die Fußballfans zum Rückrundenstart bewegt
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22:41 14.01.2013
Von Heiko Rehberg
Gut drauf: Die Bayern Dante, Bastian Schweinsteiger, Anatoli Timoschtschuk, Mario Mandzukic, Arjen Robben und Xherdan Shaqiri (von links) im Trainingslager in Katar. Quelle: dpa
Hannover

Winterpause? Hat es die wirklich gegeben in der Bundesliga? Es gab wenig Winter und wenig Pause, fast genau vier Wochen nach dem letzten Spieltag 2012 geht die große Fußball-Show schon wieder auf Sendung, mit der Partie von Hannover 96 bei Schalke 04 wird am Freitag (20.30 Uhr, live in der ARD) die Rückrunde eröffnet. Was ist von der Bundesliga bis zum Saisonfinale am 18. Mai noch zu erwarten? Die HAZ gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Nach der Hinrunde der 50. Erstligasaison liegt Bayern München mit 42 Punkten klar vor Bayer Leverkusen (33), Borussia Dortmund und Aufsteiger Eintracht Frankfurt (beide 30). Droht im Titelkampf Langeweile?

Wir würden an dieser Stelle gerne ein packendes Meisterschaftsrennen versprechen, aber die Wirklichkeit wird mit großer Wahrscheinlichkeit anders aussehen: Die Meisterschaft wird ein Solo für den FC Bayern. „Der Vorsprung ist so groß, dass er nur noch durch die Bayern selbst verdummt werden kann“, sagt der frühere Nationalspieler und Fernseh­experte Günter Netzer. Selbstverdummung ist ein schönes Wort und in diesem Fall sehr passend. Aber so oft können sich die Münchener gar nicht selbst ein Bein stellen, um mit ihrem Luxuskader den Titel zu verspielen. Bayerns Nationalspieler Bastian Schweinsteiger sieht die Meisterschaft angesichts der Ausgangsposition als Pflichtaufgabe an. Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, hat die Titelverteidigung zumindest offiziell bereits aufgegeben. „Den Bayern ist die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen, sie können sie nur selber hergeben“, sagt Klopp. Am spannendsten dürften Wetten darauf werden, wann der FC Bayern vorzeitig als Meister feststeht: Am 30. Spieltag (19. bis 21. April) sind die Münchener zu Gast bei Hannover 96 – gut möglich, dass die Bayern bereits als Meister anreisen.

Vier Testspielsiege, kein Gegentor, Mario Gomez, Arjen Robben und Luiz Gustavo wieder fit – die Bayern scheinen sogar noch stärker zu sein als in der Hinrunde. Warum spielt Sportvorstand Matthias Sammer dann schon wieder den Partyschreck?

„Mir gefallen ein paar Dinge aktuell nicht. Dinge in der Ausstrahlung.“ Das sagt Sammer, und was er damit genau meint, bleibt im Unklaren. „Meister-Motzki oder Nervensäge?“, fragte gestern die „Bild“-Zeitung. Sammer ist beides: Gerade weil alle die Meisterschaft für längst entschieden halten, versucht er – über das Sprachrohr Öffentlichkeit –, Selbstzufriedenheit gar nicht erst aufkommen zu lassen. Die Gefahr dabei ist: Wer ständig vor Feuer warnt, ohne dass es brennt, verliert irgendwann an Glaubwürdigkeit. Interessant dürfte sein, was Trainer Jupp Heynckes von Sammers Kritik hält. Beim letzten Mal Ende September war er nicht besonders amüsiert, seitdem haben sich Trainer und Sportvorstand so auffällig gegenseitig in Grund und Boden gelobt, dass es fast schon wieder verdächtig war.

 Und wer wird denn nun der neue Bayern-Trainer?

Jeden Tag gibt es neue Gerüchte. Mal sieht es so aus, dass Jupp Heynckes noch eine weitere Saison dranhängt, dann wollen andere wissen, dass nach dieser Saison und mit dem im Juni des Jahres auslaufenden Vertrag Schluss ist. Die Münchener Zeitung „tz“ will wissen, dass der Vertraute von Pep Guardiola, Josep Maria Orobitg, bei den Verantwortlichen in München jüngst vorstellig geworden sein soll. Der Spanier Guardiola ist derzeit sicherlich der gefragteste Trainer der Welt, weil alle Klubs hoffen, mit ihm die Magie des FC Barcelona zu verpflichten. Die heißeste Nummer des Trainergeschäfts als neuer Coach – das wäre ein viel beachteter Coup ganz nach dem Geschmack der Bayern. Ein Problem entsteht, wenn es nicht weitergeht mit Heynckes und dieses frühzeitig durchsickert. Dann würde ein spannendes Experiment beginnen: Lässt sich mit einem scheidenden Trainer auch das große Ziel Champions-League-Sieg erreichen?

Sind der FC Augsburg und Greuther Fürth, der Vorletzte und das Schlusslicht, überhaupt noch zu retten?

Der rettende 15. Platz ist für beide Klubs bereits zehn Punkte entfernt – das dürfte kaum zu schaffen sein. Platz 16, der zu Relegationsspielen mit dem Zweitligadritten berechtigt und derzeit von 1899 Hoffenheim belegt wird, ist dagegen möglich bei nur drei Zählern Rückstand. Dazu müssten Augsburg (bisher zwölf Tore) und Fürth (elf Tore) allerdings viel öfter treffen. Die Fürther haben mit Nikola Djurdjic von 96-Europa-League-Gegner Helsingborg einen neuen Hoffnungsträger. Augsburg glaubt, mit dem Südkoreaner Ji einen „torhungrigen und veranlagten Stürmer“ (Trainer Markus Weinzierl) verpflichtet zu haben.

Auf welche Neuen darf man noch gespannt sein?

Nach Bayer Leverkusen (Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski) versucht es auch der 1. FC Nürnberg mit einem Trainergespann (Michael Wiesinger und Armin Reutershahn). Die Bundesliga bald ein Fall für zwei? Andere Klubs werden das Modell mit Interesse verfolgen, was nicht heißt, dass sie bei den Bayern künftig auf das Doppel Sammer/Gudardiola setzen ... Dieter Hecking, der nicht neu ist in der Liga, aber beim VfL Wolfsburg, steht ebenfalls unter Beobachtung. Geld hat sein neuer Arbeitgeber genug, anders ist der Wahnsinn, den Brasilianer Diego mit einem Grundgehalt von 8,2 Millionen Euro pro Saison auszustatten, wie „Der Spiegel“ recherchiert hat, nicht zu erklären. Was sich nicht mit Geld kaufen lässt sind Harmonie, Teamgeist oder Leidenschaft. Hecking will künftig auch darin investieren.

Die Meinung unter den Clubs ist einhellig: Bayern München wird 2013 deutscher Fußballmeister. Das glaubt auch Jürgen Klopp, Trainer von Titelverteidiger Borussia Dortmund. Überraschend dagegen das Ergebnis einer Meinungsumfrage unter Fans.

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