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Fußball VfL Wolfsburg meistert erste Runde problemlos
Sport Fußball VfL Wolfsburg meistert erste Runde problemlos
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09:49 19.08.2012
Wolfsburgs Spiemacher Diego erzielte das zwischenzeitliche 3:0 für den Bundesligisten. Quelle: dpa
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Lübeck

Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat die erste Runde im DFB-Pokal anders als im Vorjahr problemlos gemeistert. Das Team von Trainer Felix Magath kam am Samstagabend in Lübeck zu einem ungefährdeten 5:0 (3:0)-Erfolg über den mecklenburgischen Sechstligisten FC Schönberg 95. Ivica Olic (28., 30., 67.), Diego (43.) und Bas Dost (66.) erzielten vor 3500 Zuschauern im Stadion an der Lohmühle die Tore für Magaths Elf, der den Pokalsieg als ein Saisonziel ausgegeben hat.

Bislang stand Wolfsburg erst einmal im Finale in Berlin. 1995 verlor der damalige Zweitligist gegen Borussia Mönchengladbach. 2011 war der VfL bereits in der ersten Runde am Viertligisten RB Leipzig gescheitert.

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„Der Sieg heute war Pflicht. Am Anfang war die eine oder andere Unebenheit drin. Am Ende haben wir das Spiel sicher nach Hause gebracht“, sagte Magath. Der Außenseiter war mit dem Resultat zufrieden. „Ich bin stolz auf meine Jungs. Leider hat es mit dem Tor für uns nicht geklappt“, sagte Trainer Axel Giere.

Der Verbandsligist musste nun mehr auch im immerhin siebten Anlauf im DFB-Pokal in der ersten Runde die Segel streichen. Die Begegnung musste im knapp 20 Kilometer von Schönberg entfernten Lübeck ausgetragen werden, da das Stadion des Pokalsiegers von Mecklenburg-Vorpommern nicht den Sicherheitsstandards des DFB entspricht.

Auch ohne Torhüter Diego Benaglio, dem Magath eine Schonpause nach dessen Olympia-Teilnahme zubilligte, Ashkan Dejagah und Ex-Kapitän Josué hatten die Profis wie erwartet keine Mühe mit den Mecklenburgern. Mit sechs Neuzugängen in der Startelf - darunter Rückkehrer Diego - tat sich die Magath-Elf gegen die engagierten „Hausherren“ in der Anfangsphase zwar etwas schwer.

Dann aber stellte Olic mit einem Doppelpack innerhalb von 180 Sekunden die Weichen auf Sieg. Zunächst staubte der von Bayern München zu den „Wölfen“ gewechselte Angreifer nach einem Pfostenschuss von Abwehrchef Naldo ab. Dann netzte der Kroate per Kopf ein. Damit waren auch die kühnsten Träume des Underdogs auf eine Sensation dahin. Erst recht, als Diego noch vor der Pause erstmals wieder für seinen neuen, alten Arbeitgeber traf.

Trotz des klaren Rückstands verkaufte sich der Sechstligist auch in der zweiten Halbzeit sehr teuer. Erst als die Kräfte schwanden, konnten die keineswegs überzeugenden Wolfsburger dann den Klassenunterschied auch deutlicher in Tore ummünzen. 

Fürth blamiert sich

In der vergangenen Saison noch im Halbfinale, diesmal schon in der ersten Runde blamiert: Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth ist am Samstagabend durch ein 0:2 (0:1) beim Drittligisten Kickers Offenbach aus dem DFB-Pokal geflogen. Der Handelfmeter, mit dem Thomas Rathgeber in der 28. Minute das 1:0 erzielte, war zwar umstritten, der Sieg für den Außenseiter dennoch hochverdient. Lars Bender (nicht zu verwechseln mit dem Nationalspieler von Bayer Leverkusen) machte in der Nachspielzeit (90.+1) alles klar - bei den Fürthern flogen dagegen in Edgar Prib (Gelb-Rot/55.) und Abdul Rahman Baba (Rot/87.) sogar zwei Spieler vom Platz.

Der OFC pflegt damit seinen Ruf als Favoritenschreck: Bereits 2008 hatte der Pokalsieger von 1970 die SpVgg in der ersten Runde aus dem Wettbewerb geworfen (1:0). 2010 schied sogar der spätere deutsche Meister Borussia Dortmund auf dem Bieberer Berg aus.

„Das ist ein Wahnsinnsgefühl“, sagte Offenbachs Torschütze Bender. „Man hat gesehen: Jeder hat gewollt, jeder hat für jeden gekämpft, jeder ist für jeden gelaufen.“ Bei den Fürthern konnte davon keine Rede sein. „Jeder, der gedacht hat, dass das bei uns alles so weitergeht, hat gemerkt: Das ist Utopie“, meinte Kapitän Mergim Mavraj, der in der Jugend einmal für den OFC gespielt hat.

„Wir sind der Außenseiter. Aber wir sind kein Aufbaugegner“, hatte Offenbachs Trainer Arie van Lent vor der Partie gesagt. Und genauso selbstbewusst trat seine Mannschaft vor 7620 Zuschauern dann auch auf. Die Kickers spielten zwar aus einer kompakten Defensive heraus, schalteten bei Ballgewinn aber immer wieder schnell um. Und den Ball eroberte der hochkonzentrierte Drittligist an diesem Abend sehr häufig. Offenbach war die deutlich energischere und auch spielstärkere Mannschaft, während sich der Favorit im Spielaufbau einen Fehler nach dem anderen leistete. Zwei Chancen von Sercan Sararer (3./21.) - mehr war von den Gästen lange nicht zu sehen.

Rathgebers Strafstoß war allerdings auch die erste klare Möglichkeit für den OFC - und rief auf der Fürther Bank lautstarke Proteste hervor. Denn der Torschütze hatte zuvor bei einem Freistoß lediglich den angelegten Ellbogen von Bernd Nehrig getroffen. Schiedsrichter Christian Dingert entschied trotzdem auf Elfmeter.

Dem Bundesligisten fiel auch nach der Pause nicht viel ein. Trainer Mike Büskens hatte in Tobias Mikkelsen nur einen Neuzugang aufgestellt und den lange verletzten Sebastian Tyrala zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr in die erste Elf berufen. Dennoch ließ der Favorit viele Chancen durch Marcel Stadel (50.), Mathias Fetsch (55./56.), Sead Mehic (62.) und Andre Hahn (82./84.) zu. In der Schlussphase machte Fürth noch einmal Druck, kam dem Ausgleich aber nur durch Kingsley Onuegbu (69.) und Mavraj (80.) nahe.

Die Platzverweise für Prib (wiederholtes Foulspiel) und Baba (Tätlichkeit) machte es den Offenbachern noch leichter als der ohnehin schon indisponierte Fürther Auftritt. Am Ende musste sich der genauso leidenschaftliche wie taktisch kluge OFC nur einen Vorwurf machen: dass die Entscheidung erst so spät fiel.

dpa

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