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Fußball Deutschland kann in Italien nicht gewinnen
Sport Fußball Deutschland kann in Italien nicht gewinnen
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10:40 16.11.2013
Benedikt Höwedes (re.) und Thomas Müller (li., hinten) schauen zu, wie ein Kopfball von Mats Hummels (nicht im Bild) ins Tor der Italiener hüpft. Quelle: dpa
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Mailand

Es bleibt dabei: Deutschland hat auch im 100. Länderspiel von Bundestrainer Joachim Löw gegen die Taktik-Füchse aus Italien nicht gewinnen können. Trotz einer 1:0-Führung und einer starken ersten halben Stunde kam die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes sieben Monate vor WM-Start nicht über ein 1:1 (1:1) gegen den viermaligen Weltmeister hinaus. Damit muss die deutsche Nationalmannschaft nach 28 Jahren weiter auf ein Erfolgserlebnis in Italien warten.

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Der Dortmunder Mats Hummels hatte die zunächst dominierenden Gäste am Freitag in Mailand schon nach acht Minuten in Führung gebracht. Ignazio Abate schaffte vor 49.000 Zuschauern im nur gut zur Hälfte gefüllten Giuseppe-Meazza-Stadion noch vor der Pause den Ausgleich (28.). Am kommenden Dienstag steht im Londoner Wembley-Stadion gegen England zum Jahresabschluss der nächste Klassiker für die deutsche Elf auf dem Programm.

Beim Premierenauftritt in den neuen WM-Trikots hatte die deutsche Elf das Geschehen bei Teil eins des Klassiker-Doppelpacks vor der Pause lange im Griff und unterband mit effektivem Offensivpressing den Aufbau der Italiener. Auch im Spiel nach vorne gelangen vielversprechende Aktionen, doch zum ersten Sieg auf italienischen Boden seit Februar 1986 reichte es dennoch nicht.

Denn mit dem 1:1-Ausgleich nach einem Fehler des Torschützen Hummels kamen die Gastgeber ins Spiel zurück. Routinier Andrea Pirlo war plötzlich wieder der Ballverteiler, bestimmte das Tempo und praktisch alle Aktionen der Azzurri. Unter Druck kam auch die bis dahin sehr flexibel operierende zentrale Mittelformation mit Philipp Lahm, Toni Kroos und einem sehr offensiv orientierten Sami Khedira in Probleme.

Das Offensivspiel wurde auch nicht wirkungsvoller, als die zunächst geschonten Mesut Özil und Marco Reus nach gut einer Stunde ins Spiel gebracht wurden. Der Özil aus dem Spiel genommene Mario Götze hatte bis dahin kaum Bindung zum Spiel gefunden. Mitte der zweiten Halbzeit musste der bis dahin starke Khedira nach einem Zusammenprall aus dem Spiel. Wenig Gefahr ging diesmal von Andre Schürrle aus, der zuletzt gegen Schweden als dreifacher Torschütze geglänzt hatte.

Bei ausgesprochenem Schmuddelwetter begann die 32. Auflage des Prestigeduells mit Vorteilen für die Gastgeber. Es dauerte ganze 44 Sekunden, bis Deutschland-Schreck Mario Balotelli erstmals seinen Verfolger Lahm abschüttelte, aus gut 20 Metern aber am Tor von Manuel Neuer vorbeizielte. Kaum zwei Minuten später zirkelte Pirlo einen Freistoß über den deutschen Kasten. Der erste Eckball für die DFB-Elf war wenig später Ausgangspunkt der Führung durch Hummels, der den von Toni Kroos hereingegebenen Ball per Kopf zu seinem zweiten Länderspiel-Tor verwertete. Wie stark er bei ruhenden Bällen ist, bewies der Münchner Kroos wenig später bei der nächsten Ecke, die Höwedes knapp neben das Gehäuse köpfte (11.).

Der Führungstreffer gab der deutschen Mannschaft noch mehr Sicherheit. In der 17. Minute überraschte Khedira Italiens Torwart-Legende Gianluigi Buffon mit einem Aufsetzer aus gut 22 Metern, doch der Ball klatschte vom Keeper leicht berührt an den Pfosten. Aber dann erwies sich der viermalige Weltmeister einmal mehr als Meister der Effizienz und nutzte gleich seine erste Chance zum Ausgleich, als ein Abwehrschlag von Hummels zum Fehlpass wurde. Azzurri-Außenverteidiger Abate fing den Ball ab und kam nach einem spektakulären Doppelpass mit Leonardo Bonucci zum Abschluss. Gegen den Schuss in die lange Ecke war Neuer chancenlos. Die erneute Führung hatte auf der Gegenseite Schürrle auf dem Fuß, dessen Schuss die Oberkante der Torlatte streifte (32.).

Auch nach Wiederbeginn erwischte die Elf von Cesare Prandelli den besseren Start. In der 51. Minute lenkte Neuer einen Schuss von Claudio Marchisio aus spitzem Winkel zur Ecke. Sechs Minuten später gelang es Hummels nur mit Mühe, Balotelli und Ricardo Montolivo vor dem deutschen Tor am Einschuss zu hindern. Dagegen konnten die Deutschen nicht mehr die vor der Pause gezeigte Dominanz entwickeln.

Die Fußball-Nationalmannschaft in der Einzelkritik

Neuer: Deutschlands Nummer 1 war selten gefordert. Beim Gegentor von Abate chancenlos (28.). Auf dem Posten bei Marchisios Schuss (51.).

Höwedes: Rechts hinten taugt der Schalker nur zum Ersatzmann. Viel Einsatz, mitunter zu ungestüm. Pfostenschuss in der Nachspielzeit.

Boateng: Der Münchner spielt sich fest im Abwehrzentrum. Gutes Stellungsspiel, eng am Mann, konsequent und souverän im Zweikampf.

Hummels: Der Dortmunder hatte etliche gute Aktion. Traf mit dem Kopf nach Kroos-Ecke (8.). Allerdings schlechte Befreiung vor dem 1:1.

Jansen: Löw setzte hinten links auf den Hamburger. Mit Licht und Schatten in der Defensive, schwache Flanken bei den Vorstößen.

Lahm: Der Alleskönner spielte wieder im Mittelfeld. Bewies gutes Spielverständnis, defensiv aber ist er kein Bollwerk vor der Abwehr.

Müller: Der Münchner tat sich auf dem rechten Flügel schwer, wurde oft hart angegangen. Nicht so dynamisch und zwingend wie gewohnt.

Khedira: Der Real-Profi agierte weit vorgezogen, trieb mit Wucht an. Pech beim Pfostenschuss (17.). Musste nach Zweikampf verletzt raus.

Kroos: Bemühte sich als Antreiber aus der Tiefe, tauchte aber nach der Pause zu sehr ab. Einige gute Standards wie beim Hummels-Tor.

Schürrle: Ließ seine Dynamik und den Zug zum Tor aufblitzen. Traf aus der Distanz die Latte (32.). Nach hinten muss er mehr arbeiten.

Götze: Fremdelte in der Spitze. Der Techniker war kaum eingebunden ins Spiel. Zu halbherzig in seinen Aktionen - ausgewechselt (60.).

Reus: Überraschend nicht in der Startelf. Kam für Schürrle (59.), konnte aber keine zwingenden Offensivaktionen starten.

Özil: Grippegeschwächt kam der Spielmacher erst nach einer Stunde. Viel bewegen konnte er nicht, ein vergeblicher Distanzschuss.

Sven Bender: Nach Khediras Verletzung (67.) sollte der Dortmunder mit seiner Zweikampfstärke die Italiener aufhalten. Haute sich rein.

Lars Bender: Der Leverkusener kam kurz vor Schluss für Müller zur Ergebnissicherung.

dpa

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