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Fußball Traditionsverein Augsburg will auch Werder Bremen bezwingen
Sport Fußball Traditionsverein Augsburg will auch Werder Bremen bezwingen
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15:12 23.03.2010
Wollen auch gegen Werder Bremen wieder jubeln: Die Fußballer des FC Augsburg
Wollen auch gegen Werder Bremen wieder jubeln: Die Fußballer des FC Augsburg Quelle: dpa
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Prädikat besonders wertvoll! Ausgerechnet die „Oldies“ Michael Thurk und Simon Jentzsch lassen beim FC Augsburg nach fast 103 Jahren endlich die Träume von der lang ersehnten Bühne Fußball-Bundesliga reifen. Das grelle Rampenlicht durfte der Traditionsclub, bei dem einst Größen wie Helmut Haller und Bernd Schuster ihre Karrieren begannen, schon einmal beim Halbfinale im DFB-Pokal am Dienstagabend genießen. Doch das große Ziel heißt Bundesliga, für den aktuellen Zweitliga-Zweiten aus Schwaben rückt der erstmalige Aufstieg in die deutsche Eliteliga immer näher.

„Für uns ist das ein Quantensprung“, beschreibt Aufsichtsratschef Peter Bircks die momentane Gefühlslage der Schwaben. Noch in den beiden vergangenen Spielzeiten kämpfte der FCA gegen den Absturz in die Drittklassigkeit, vor allem dank einer unwiderstehlichen Rückrunde hat der Traditionsclub nun beste Chancen auf die Bundesliga. Die Weichen sind gestellt: Die neue Arena, in der 2011 auch Spiele der Frauen-WM ausgetragen werden, ist erstligatauglich. Vor einer Woche wurden die Verträge mit Manager Andreas Rettig und Trainer Jos Luhukay verlängert. Beide haben Bundesliga-Erfahrung. „Mit diesem Manager und diesem Cheftrainer sind wir besser besetzt als die meisten Erstligisten“, sagt Club-Präsident Walther Seinsch.

Wechselhaft ist die Geschichte des Clubs, der neben Haller und Schuster auch Weltmeister Karl-Heinz Riedle hevorgebracht hat. Nach der Gründung am 8. August 1907 - damals als FC Alemannia Augsburg - gab es im Derby gegen den TV Augsburg 27 Gegentore. 1969 entstand durch die Fusion mit dem TSV Schwaben der FC Augsburg, fünf Jahre später wurde der Bundesliga-Aufstieg um einen einzigen Punkt verpasst. Im Jahr 2000 folgte ein Tiefpunkt: Ein Investor sprang ab, Augsburg musste in die Bayernliga absteigen. Damals übernahm Geschäftsmann Seinsch die Geschicke des Vereins - mit Erfolg: 2006 kehrte der FCA in die 2. Liga zurück. „Jetzt fangen wir erst richtig an“, versprach der Präsident.

Dass nicht nur erstmals in der Vereinsgeschichte das Pokal- Halbfinale erreicht wurde, sondern auch der Traum von der Bundesliga zum Greifen nah ist, liegt auf dem Platz vor allem an den Routiniers in Luhukays Team. Hinten gibt der 33 Jahre alte Keeper Jentzsch, einst von Felix Magath beim VfL Wolfsburg aussortiert, dem FCA den nötigen Rückhalt. „Seine Verpflichtung war ein hohes Risiko - und wir wurden belohnt“, sagt Rettig.

Vorn trifft der ebenfalls 33 Jahre alte Thurk wie nach Belieben. Er ist mit 21 Toren der erfolgreichste Angreifer im deutschen Profi- Fußball. „Der FC Augsburg hat einen Stürmer, der normalerweise mit zur WM fahren muss. Wenn ich Bundestrainer wäre, ich würde ihn mitnehmen“, meinte der inzwischen bei Arminia Bielefeld entlassene Coach Thomas Gerstner. Doch Thurk winkt trotz des Lobes ab: „Das freut mich zwar, doch im Juni habe ich schon Urlaub gebucht.“

lni