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Fußball Stratege Pinto kehrt zurück
Sport Fußball Stratege Pinto kehrt zurück
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20:30 24.01.2012
Pinto in der Startelf – diese Aussicht freute auch die Autogrammjäger.
Pinto in der Startelf – diese Aussicht freute auch die Autogrammjäger. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Sein Wert für diese Mannschaft ist enorm. Wie wichtig Sergio Pinto für Hannover 96 wirklich ist, das merkt man immer dann, wenn er nicht dabei ist. Das 96-Spiel gerät ins Stocken – zuletzt geschehen am vergangenen Sonnabend in Hoffenheim, als Pinto wegen einer Rückenverletzung passen musste.

Am Dienstag meldete Pinto sich beim Training vielversprechend zurück: am Freitag gegen den 1. FC Nürnberg mit dem früheren 96-Coach Dieter Hecking soll er wieder den Takt im Mittelfeld angeben.

Anfangs hatte es gestern danach noch nicht ausgesehen, dass Pinto gegen Nürnberg wirklich wieder in die Mannschaft zurückkehren könnte. Er war deshalb auch außer der „Disko-Schlägerei“ von Moritz Stoppelkamp das Gesprächsthema bei den Vormittags-Trainingskiebitzen. Und zwar, obwohl – oder gerade: weil – der 31-Jährige bei Trainingsbeginn auf der Mehrkampfanlage fehlte. Der Mittelfeldspieler hatte zunächst wie auch Emanuel Pogatetz, Manuel Schmiedebach, Christian Schulz und Henning Hauger in der AWD-Arena Kraft- und Dehnübungen absolviert.
Fünf vor elf erschien er dann mit Schulz und Hauger am Trainingsplatz. Während die anderen beiden Runde um Runde drehten, verrichtete Pinto ein Spezialprogramm mit Konditionstrainer und Fitmacher Edward Kowalczuk. Aufgaben mit dem Ball standen dabei im Mittelpunkt; und was der 96-Profi da anstellte, sah sehr ordentlich aus. „Wir sind bis an die Grenze gegangen“, sagt Pinto, „und ich hatte keinerlei Schmerzen oder Probleme.“

Was das für Freitag bedeutet, wenn es gegen den „Club“ geht, wollte der Profi nicht endgültig einschätzen. Schließlich kann und darf er Chefcoach Mirko Slomka nicht vorgreifen.

Der Eindruck, den Pinto gestern hinterließ, lässt jedoch nur einen Schluss zu: Er wird – wenn es keinen Rückschlag gibt – gegen die Nürnberger das Zepter im 96-Mittelfeld schwingen. Selbst wenn seine Fitness noch nicht bei 100 Prozent sein dürfte, so braucht ihn diese Mannschaft doch zu sehr – mit seiner Art, Fußball zu spielen. Er ist der Stratege, der das Tempo vorgeben kann. Der herrliche Diagonalpässe schlagen und Spiele mit seiner Schussgewalt und Aggressivität entscheiden kann. Der auch mal seine Gegenspieler zur rechten Zeit aus der Fassung bringen kann.

Und außerdem dürfte Pinto gegen die Franken zusätzlich motiviert sein, schließlich geht es auch gegen Dieter Hecking. Gegen „seinen“ Trainer, seinen „Ziehvater“ wie es oft dargestellt wird. „Ich kann es nicht mehr hören“, sagt der Mittelfeldspieler zwar, aber die Geschichte des Profis ist sehr eng mit Hecking verknüpft. Der Fußballlehrer trainiert ihn einst bei Alemannia Aachen (2004 bis 2006) und holte ihn dann zu den „Roten“. „Ich bin dankbar, dass Herr Hecking mich damals nach Hannover gebracht hat“, sagt Pinto, „aber er war doch nie mein Ziehvater. Alle denken, wir haben ein Super-Verhältnis gehabt. Wir hatten ein ganz normales Trainer-Spieler-Verhältnis, mehr aber nicht.“ Auch wenn er Hecking sehr schätze, sagt der 31-Jährige, der Trainer sei jetzt mehr als drei Jahre weg, und darum sei es für ihn am Freitag ein ganz normales Bundesligaspiel.

Pinto gibt aber gleich den Ball weiter an den Trainer. „Für Herrn Hecking dürfte es etwas Besonderes sein, hier in Hannover zu spielen“, sagt er, „schließlich hat er seinen Lebensmittelpunkt in Bad Nenndorf.“

Zudem trifft Hecking viele alte Bekannte wieder. Außer Pinto stehen im 96-Kader nämlich noch etliche andere Profis, die unter dem jetzigen Nürnberger Trainer während dessen hannoverscher Zeit (2006 bis 2009) gearbeitet haben: Kapitän Steve Cherundolo, Mario Eggimann, Christian Schulz (verletzt), Karim Haggui (beim Afrika-Cup), Leon Andreasen (verletzt), Altin Lala, Konstantin Rausch, Manuel Schmiedebach (dürfte trotz Muskelverletzung dabei sein), Didier Ya Konan (beim Afrika-Cup) und Jan Schlaudraff. Letzterer kennt Hecking auch schon aus Aachen und feiert wie Pinto nach überstandener Grippe sein Punktspieldebüt nach der Winterpause.

Der Heimauftakt 2012 der „Roten“ hat es in sich.

24.01.2012
24.01.2012