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Fußball Strafspiel nach Fan-Randale kostet Hertha 500.000 Euro
Sport Fußball Strafspiel nach Fan-Randale kostet Hertha 500.000 Euro
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16:23 08.04.2010
Quelle: dpa
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So etwas hat die Bundesliga noch nicht gesehen: Während Hertha BSC am Samstag in einem halbleeren Stadion um das „Wunder von Berlin“ kämpfen muss, fiebern die ausgesperrten Fußball- Fans nur wenige hundert Meter entfernt bei einem gigantischen Public Viewing mit. „Das ist irre und passt zu dieser Saison“, erklärte Manager Michael Preetz zwei Tage vor dem „Strafspiel“ der Berliner gegen den VfB Stuttgart.

Die Anhänger der „Alten Dame“ wandeln die DFB-Sanktion für die Randale einiger Hertha-Chaoten nach der Partie am 13. März gegen Nürnberg (1:2) in ein Happening um: Vor einem Riesenbildschirm in der ans Olympiastadion angrenzenden Waldbühne bangen bis zu 15 000 Anhänger mit den Berliner Profis.

Mit sieben Punkten aus den vergangenen drei Spielen sind Kampfgeist und Zuversicht zurück beim Tabellen-Letzten. Nach 202 Tagen könnte Hertha die Rote Laterne erstmals wieder abgeben, dazu muss allerdings endlich ein Heimsieg her. Der letzte und bisher einzige Saison-Dreier im Olympiastadion datiert vom 8. August des Vorjahres.

Auch die 27 Randalierer, die nach der Rasen-Stürmung mit einer dreijährigen bundesweiten Stadionsperre belegt wurden, dürfen auf dem Nebenschauplatz Waldbühne dabei sein. „Sie sind bereit, einen Sozialbeitrag zu leisten, etwa bei Auf- und Abbauten zu helfen“, berichtete Preetz. Für den Verein wird das Public Viewing zu einem Zuschussgeschäft. Dennoch griff Hertha die Idee der Fans auf, „weil die meisten Leute völlig unverschuldet ausgeschlossen wurden“, sagte Preetz. Hertha sieht sich durch das Urteil des DFB-Sportgerichts gleich mehrfach bestraft, nimmt es aber sportlich: „Wir wissen, es ist hart. Aber es hätte noch härter kommen können“, sagte Preetz. Der Hauptstadtclub durfte für die Partie gegen den VfB nur 25 000 Tickets an eigene Fans verkaufen, dazu werden rund 3500 Gäste-Anhänger erwartet.

„Der finanzielle Schaden wird sich sicher oberhalb von 500 000 Euro bewegen, da wir gegen den VfB mindestens 60 000 Zuschauer im Stadion gehabt hätten“, sagte Preetz, der auf eine zusätzliche Trotzreaktion der Mannschaft hofft: „Wir müssen sehen, dass wir aus dieser außergewöhnlichen Situation etwas herausziehen, eine Motivation.“

dpa