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Fußball Stiller Protest gegen Sicherheitskonzept
Sport Fußball Stiller Protest gegen Sicherheitskonzept
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21:49 28.11.2012
Mit einem stummen Protest haben die Fußball-Fans ein Zeichen gesetzt. Quelle: dpa
Berlin

Zwölf Minuten und zwölf Sekunden herrschte gespenstische Stille - keine Gesänge, keine Pfiffe, keine Stimmung: Mit einem beeindruckenden Schweigeprotest und Geisterspiel-Atmosphäre in den Stadien der ersten und zweiten Bundesliga haben die Fans die DFL am Dienstag und Mittwoch unter Druck gesetzt. Die Anhänger befürchten einen Fußball ohne Emotionen und fordern weitere Gespräche mit der Liga. Das Sicherheitspapier der Deutschen Fußball-Liga (DFL), das am 12. Dezember von den 36 Profi-Vereinen beschlossen werden soll, bedroht ihrer Meinung nach die Fan-Kultur. Nach der Aktion bleibt fraglich, ob der Zeitplan für das Konzept eingehalten werden kann.

Zumindest bei Spielern und Trainern zeigte der stumme Protest Wirkung. „Ich fand es grausam und ungewohnt. Zum Fußball gehört Stimmung dazu“, sagte Frankfurts Trainer Armin Veh. Kapitän Pirmin Schwegler ergänzte: „Die ersten zwölf Minuten hatten kein Bundesliga-Feeling.“ Düsseldorfs Coach Norbert Meier beklagte „die Totenstille“. Auch der Mainzer Trainer Thomas Tuchel monierte: „Es steht außer Frage, dass das keinen Spaß macht. Die Unterstützung der Fans gehört einfach dazu.“ Dynamo Dresdens Geschäftsführer Christian Müller lobte die Fans für ihr „pfiffiges Kommunikationsmittel“.

Die Fan-Vertreter sehen jetzt die Liga in der Pflicht. „Im Grunde genommen liegt es jetzt an der DFL zu sagen: Wir sehen, es sind alle dagegen und wir suchen noch mal den Dialog“, sagte Philipp Markhardt, Sprecher der Aktion “12doppelpunkt12“ und von „Pro Fans“. „Das Konzept würde einen tiefen Graben reißen zwischen Fans und DFL.“

Einige Vereine hatten zunächst Bedenken geäußert und angekündigt, dem mehrfach überarbeiteten Konzept nicht zuzustimmen. Zumindest der Zeitplan könnte deshalb nochmal ins Wanken geraten. Hannovers Präsident Martin Kind hatte bereits mehr Zeit für die Diskussion gefordert. „Wir sollten den Dialog weiter führen und den 12. Dezember als Entscheidungstag noch mal überdenken“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Kind appellierte aber auch an die kritischen Fans, das Papier genau zu studieren. Viele ihrer Forderungen seien berücksichtigt. Die DFL kündigte an, im Laufe des Donnerstags die Anträge des Ligavorstandes für das Konzept zu veröffentlichen, um die Diskussion zu versachlichen. Dann könne sich jeder selbst ein Bild machen, hieß es am Mittwoch von der DFL.

Die Fans wollten mit ihrer Aktion zeigen, was das geplante Sicherheitskonzept aus ihrer Sicht mit dem Fußball machen könnte. „Wenn Gäste-Tickets reduziert werden, wenn eventuell sogar die Stehplatztickets abgeschafft werden, dann haben wir so Verhältnisse, wie sie heute in den ersten zwölf Minuten waren“, sagte Jan-Henrik Gruszecki, Sprecher der Aktion in Dortmund. „Das kann, glaube ich, kein Spieler wollen, kein Funktionär wollen.“

Beim Erstliga-Spiel am Mittwochabend zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL Wolfsburg hielten sich die Fans weitgehend an den Protest. Allerdings nur bis zur 11. Minute - da fiel das Führungstor für die Hausherren und der Jubel kannte keine Grenzen. Beim Spiel Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen dagegen ging es erst nach 12:12 Minuten rund. Bei der Begegnung zwischen dem SC Freiburg und dem FC Bayern stimmten vereinzelt Freiburger Anhänger Sprechchöre an. Auch beim Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Augsburg war vom Protest nicht viel zu spüren. Immerhin hatten die VfB-Fans ein Banner aufgespannt. „VfB-Fans für den Erhalt der Fankultur - Gegen das DFL-Maßnahmenpapier“.

Bei den Zweitliga-Begegnungen am Mittwoch dagegen herrschte weitgehend Stille in den Stadion. Beim Spiel des MSV Duisburg gegen Union Berlin blieb der Gäste-Block sogar leer. Die Union-Anhänger warteten die ersten Minuten hinter einer Balustrade, ehe sie ihre Plätze einnahmen.

dpa

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