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Fußball Schwuler Fußballstar Rogers schreibt Sportgeschichte
Sport Fußball Schwuler Fußballstar Rogers schreibt Sportgeschichte
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11:55 27.05.2013
„Die Menschen müssen sehen, dass ich wie ihr Sohn bin, der ein Sportler ist, der es liebt, Sport zu treiben", kommentierte Rogers sein Comeback. Quelle: dpa
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Los Angeles

Rogers, der sich im Februar als schwul geoutet und seine Karriere beendet hatte, kehrte nun doch zurück auf den Rasen. Los Angeles Galaxy verpflichtete den ehemaligen Nationalspieler und setze Rogers schon am Sonntag (Ortszeit) gegen die Seattle Sounders ein. Beim 4:0-Heimerfolg wurde der 26-Jährige in der 77. Minute unter großem Beifall eingewechselt. Der irische Routinier Robbie Keane hatte mit einem Hattrick schon vor der Pause den Sieg der Kalifornier sichergestellt.

„25 Jahre lang hatte ich Angst, ein Geheimnis mit jemandem zu teilen. Ich behielt es für mich, weil ich dachte, dass ich nicht ein Fußballer und zugleich ein homosexueller Sportler sein könnte. Ich hatte Angst davor, wieder in mein altes Umfeld zurückzukehren. Jetzt, wo ich hier bin, ist alles ganz normal“, sagte der 26-jährige Fußballer am Samstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in Carson.

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Appell gegen Homophobie

Rogers ist der erste bekennende Homosexuelle in der Major League Soccer und findet es „großartig, diese Nachricht mit Sportlern und Menschen auf der ganzen Welt zu teilen“, so der Mittelfeldspieler. „Die Menschen müssen sehen, dass ich wie ihr Sohn bin, der ein Sportler ist, der es liebt, seinen Sport zu treiben “, appelierte der 26-Jährige nach seinen Rückkehr in den Profisport.

Um die Transferrechte an dem talentierten 26-Jährigen zu erhalten, musste der Club aus Kalifornien Mike Magee zu Chicago Fire transferieren. Doch Trainer Bruce Arena suchte einen Spieler mit den Qualitäten von Rogers. Und der hat wieder große Ziele. Der 25-Jährige möchte ein Comeback in der Nationalmannschaft unter Jürgen Klinsmann geben, nachdem er die WM-Teilnahme 2010 noch knapp verpasst hatte. Der Mittelfeldspieler, der vor seinem Rücktritt in England in der 2. und 3. Liga aktiv gewesen war, trainierte bereits in den letzten Wochen beim früheren Club von David Beckham mit. „Er wird besser und besser, aber er braucht nun Spielpraxis“, sagte Teamkollege Landon Donovan.

Das Publikum reagierte auf dem Einsatz beim Spiel am Sonntag Rogers mit großem Beifall, nichtsdestotrotz sind Homosexuelle im amerikanischen Profisport weiterhin eine Seltenheit. Ende April hatte sich der schwarze Profi-Basketballspieler Jason Collins zu seiner Homosexualität bekannt und teils heftige Reaktionen ausgelöst: Neben viel Anerkennung aus dem Weißen Haus und von Basketball-Ikone Kobe Bryant äußerten sich einige Profisportler via Twitter eher skeptisch.

Schwul, deutsch, Fußballspieler?

In Deutschland debattiert die Öffentlichkeit seit langem das Thema homosexuelle Profisportler, insbesondere im Fußball. So nahm Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm 2011 in seinem Buch „Der feine Unterschied“ mit Gerüchten auf, dass er schwul sei.

Der Bayern-Spieler hat diese Spekulationen stets zurückgewiesen - und sich unabhängig davon gegen Homophobie im Spitzensport engagiert.

Im Januar 2012 richtete der Deutsche Fußballbund (DFB) ein Dialogforum namens „Sexuelle Identitäten im Fußball“ ein, das auch möglichen Outings in Deutschland den Weg ebnen soll. Große Wirkung zeigte die Intervention für mehr Toleranz jedoch bisher nicht.

dpa/naw

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