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Fußball Schweinsteiger tritt aus Nationalelf zurück
Sport Fußball Schweinsteiger tritt aus Nationalelf zurück
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11:04 29.07.2016
Bastian Schweinsteiger verlässt die deutsche Nationalelf. Quelle: dpa
Berlin

Schweinsteiger habe den Bundestrainer Joachim Löw gebeten, nicht mehr nominiert zu werden. Zuvor hatte er Bundestrainer Joachim Löw in dessen Sardinien-Urlaub über seinen Entschluss informiert und gebeten, ihn "nicht mehr zu berücksichtigen". "Mein Dank gilt den Fans, der Mannschaft, dem DFB, den Trainern und dem Team um die deutsche Nationalmannschaft. In 120 Länderspielen durfte ich für mein Land auflaufen und Momente erleben, die unbeschreiblich schön und erfolgreich waren", schrieb Schweinsteiger bei Twitter.

Schweinsteiger verlässt das DFB-Team erhobenen Hauptes, mit einer beeindruckenden Bilanz und mit 120 Einsätzen als Nummer vier der ewigen Rangliste. Er habe dabei Momente erlebt, "die unbeschreiblich schön und erfolgreich waren", betonte Schweinsteiger. Es sei "immer eine Ehre" gewesen. Ein perfektes Ende mit dem erhofften EM-Triumph war dem früheren Münchner aber nicht vergönnt. Im EM-Halbfinale gegen Frankreich (0:2) wurde er durch sein Handspiel im eigenen Strafraum vor dem 0:1 sogar zur tragischen Figur. "Jogi Löw wusste, wie viel mir die EM 2016 in Frankreich bedeutet hat, denn ich wollte diesen Titel, den wir seit 1996 nicht mehr nach Deutschland holen konnten, unbedingt gewinnen", sagte er.

Schweinsteiger verpasst idealen Moment

Den idealen Moment für den Abschied auf dem Höhepunkt hatte er vor zwei Jahren verpasst. Das gewonnene WM-Finale 2014 war das Spiel seines Lebens, durch seinen unbändigen Willen ist Schweinsteiger zum Helden geworden. Doch im Gegensatz zu Philipp Lahm konnte sich der damals 29-Jährige noch nicht zum Rücktritt durchringen.

Schweinsteiger wurde als Kapitän Nachfolger von Lahm, er wurde in den vergangenen beiden Jahren aber immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Auch sein EM-Einsatz war lange Zeit fraglich gewesen.

Fußballer findet privates Glück

Schweinsteiger hat privat sein Glück gefunden, er heiratete in Venedig den Tennis-Star Ana Ivanovic. Sportlich lief es nicht mehr rund. Nun ist klar, dass es im DFB-Team für Schweinsteiger nicht weitergeht - und auch bei seinem Klub ManUnited steht er angeblich vor dem Aus. Der neue Trainer José Mourinho will den Mittelfeldspieler nach Informationen englischer Medien aussortieren.

Im DFB-Team startete Schweinsteigers Karriere 2004 bei der EURO in Portugal. Als 19-Jähriger schaffte er gemeinsam mit Lukas Podolski den Sprung auf den EM-Zug. Zwei Jahre später wurden "Schweini" und "Poldi" zu den Symbolfiguren des Sommermärchens.

"Die Seele der Mannschaft"

Mit den Bayern wurde Schweinsteiger unter anderem achtmal Meister und siebenmal DFB-Pokal-Sieger, 2013 gewann er die Champions League und den Weltpokal. Er war stets Publikumsliebling, Führungsspieler und Liebling seiner Trainer. Für Jupp Heynckes war Schweinsteiger in München "die Seele und das Herzstück der Mannschaft", für Ottmar Hitzfeld und Löw der "emotionale Leader". Nun geht er von Bord.

Bastian Schweinsteiger

  • geboren am 1. August 1984 in Kolbermoor
  • Laufbahn als Spieler: FV Oberaudorf (1987-1992/Jugend), TSV 1860 Rosenheim (1992-1998/Jugend), Bayern München (1998-2002/Jugend), Bayern München (2002-2015), Manchester United (seit 1. Juli 2015) Erfolge in der Nationalmannschaft (120 Länderspiele, Rücktritt am 29. Juli 2016): Weltmeister 2014, WM-Dritter 2006 und 2010, Vize-Europameister 2008
  • Erfolge im Verein: Champions-League-Sieger 2013, Klub-Weltmeister 2013, Champions-League-Finalist 2010 und 2012, Deutscher Meister 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014, 2015, Pokalsieger 2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014
  • Auszeichnungen: Deutschlands Fußballer des Jahres 2013, Silbernes Lorbeerblatt 2006, 2010, 2014

sid/dpa/RND

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