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Fußball Ron-Robert Zieler: „Gomez ist extrem abgezockt“
Sport Fußball Ron-Robert Zieler: „Gomez ist extrem abgezockt“
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18:06 13.01.2012
Von Volker Wiedersheim
Bühne frei: Ron-Robert Zieler will sich mit 96 und der DFB-Elf international zeigen.
Bühne frei: Ron-Robert Zieler will sich mit 96 und der DFB-Elf international zeigen. Quelle: Florian Petrow
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Herr Zieler, stehen Sie am Anfang eines großartigen Jahres in Ihrer noch jungen Karriere?

Ja, das hoffe ich. Dabei hätte man denken können, dass das vergangene Jahr mit dem Aufstieg zur Nummer 1 im Tor bei Hannover 96 und dem Erreichen der Europa League kaum noch zu toppen ist.

Geht es so rasant weiter?

Wir sind in der Europa League noch dabei, und dann kommt das große Turnier im Sommer, die EM.

Haben Sie schon mal auf der Landkarte nachgeschaut, wo es hingeht?

Nein. Ich war aber schon beim Länderspiel gegen Polen mit in dem Quartier, das die Nationalelf bei der EM beziehen wird. Und in der Ukraine war ich mit 96.

Haben Sie eine persönliche Agenda für dieses Jahr?

Wichtig ist es jetzt, gut in die Rückrunde reinzukommen. Wir wollen in der Bundesliga als Mannschaft besser punkten und häufiger gewinnen. Und wenn man in der Europa League weit kommen kann, dann will man das auch machen. Europa ist eine wichtige Bühne für jeden Spieler, da kann man sich zeigen.

Haben Sie bei der Auslosung der K.-o.-Phase auf einen Klub aus Manchester gehofft, weil Sie bei United selbst lange gespielt haben?

Ja, klar. Aber City und United wären sicher das deutlich schwerere Los gewesen. Nicht unschlagbar, denn wir haben ja auch in den Play-offs Sevilla schlagen können. Aber an einem guten Abend kommt bei United auch mal AS Rom mit 1:7 unter die Räder. Brügge und Lüttich oder Krakau, das sind Duelle auf Augenhöhe und deshalb eher machbare Aufgaben. Allerdings nur, wenn wir als Team eine Topleistung bringen.

Was ist für Sie persönlich in dieser Phase besonders wichtig?

Weiter Erfahrungen sammeln. Auch im Training natürlich, aber Spiele bringen da einfach noch mehr. Ich habe in der Hinrunde der Saison praktisch alle Spiele gemacht, 26 von 27 mit Hannover und eins im Nationalteam. So soll es weitergehen.

Was haben Sie eigentlich mit Ihrem ersten Nationaltrikot gemacht?

Das, in dem ich in der Ukraine gespielt habe, liegt im Schrank, das hebe ich auf. Die anderen, da gibt man schon mal eins weg, wenn jemand fragt, der mir nahe steht.

Was hat sich verändert seit Ihrem 96-Debüt vor einem Jahr?

Ich bin immer noch so ehrgeizig und vor den Spielen angespannt, aber die Nervosität ist nicht mehr da.

In welchen Bereichen haben Sie sich nach eigener Einschätzung verbessert, wo wollen Sie noch zulegen?

Ich meine ich kann besser abschätzen, wann ich wo rausgehe als Torwart. Beim Abfangen von Flanken kann man sich immer verbessern.

Lieber ein weiter Abstoß oder den kurzen Ball zum nächsten Abwehrspieler?

Wenn möglich und wenn die Spielsituation das erfordert versuchen wir, das Spiel schnell zu eröffnen. Da treffe ich schon die Entscheidung, ich entwickele ein immer besseres Gefühl für die Situation.

Kennen Sie jetzt die meisten Stürmer der Bundesliga so gut, dass Sie sie ausrechnen können?

Von den meisten kennt man Szenen und Abläufe. Linksfuß, Rechtsfuß, das weiß man auch. Aber gute Stürmer sind schwer zu lesen. Und von denen hat praktisch jeder Klub einen.

Welche sind die gefährlichsten Angreifer der Liga?

Mario Gomez (vom FC Bayern; d. Red.) ist extrem abgezockt. Marco Reus (Borussia Mönchengladbach) ist einer, der lange darauf wartet, was der Torwart macht. Da zu spekulieren ist auch keine gute Lösung. Und Thomas Müller (Bayern) ist ein ausgesprochenes Schlitzohr vorm Tor.

Hatten Sie in diesen Tagen Kontakt zur Nationalmannschaft?

Nein, alle Spieler sind jetzt erst einmal auf den Rückrundenstart der Bundesliga fokussiert.

Derzeit sind Sie bei Joachim Löw im Tor die Nummer 3. Kann Sie bis zur EM noch ein Konkurrent überholen?

Konkurrenz ist immer da. Aber ich bin selbstbewusst. Ich habe meine Qualitäten bewiesen und will dabei sein. Das ist mein Anspruch.

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