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Fußball René Adler gibt sein Combeack im DFB-Tor
Sport Fußball René Adler gibt sein Combeack im DFB-Tor
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15:35 16.11.2010
WM-Pechvogel René Adler steht gegen Schweden wieder im deutschen Tor.
WM-Pechvogel René Adler steht gegen Schweden wieder im deutschen Tor. Quelle: dpa
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Erst entspannte Stadtrundfahrt, dann mit Volldampf gegen Schweden: Angeführt von Leitwolf Bastian Schweinsteiger soll auch mit zahlreichen Länderspiel-Frischlingen ein schwungvoller Abschluss des WM-Jahres gelingen. Statt der geschonten Stammkräfte Lahm, Müller oder Özil dürfen am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) in Göteborg hochtalentierte Neulinge wie Mario Götze oder Lewis Holty erstmals ihr Können in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zeigen. Sein Comeback im Tor feiert WM-Pechvogel René Adler.

„Trotz einer neuen, gemischten Mannschaft werden wir alles tun, das Spiel zu gewinnen“, kündigte Kapitän Schweinsteiger am Dienstag nach einer Rundfahrt bei strahlendem Sonnenschein durch Göteborg an. „Es ist gut, dass man auch mal etwas von einer Stadt sieht“, sagte der 26 Jahre alte Münchner nach der Tour durch die Hafenstadt. Auf die leichter Schulter werde man das Testspiel im Ullevi-Stadion aber trotz der entspannteren Vorbereitung keineswegs nehmen. „Wir sind der Favorit, das müssen wir auch zeigen“, erklärte Schweinsteiger.

Nicht alle Mitglieder des im Schnitt nur 23 Jahre alten 20-Mann- Kaders gingen jedoch mit auf Sightseeingtour am Vormittag. So blieben etwa Mats Hummels, Lewis Holtby und André Schürrle lieber im Teamhotel und absolvierten unter Anleitung der Fitnesstrainer noch vor dem abendlichen Abschlusstraining der kompletten Mannschaft eine individuelle Übungseinheit.

Für das Dortmunder Quartett Götze, Hummels, Marcel Schmelzer und Kevin Großkreutz sowie die Mainzer Holtby und Schürrle steht die sportliche Bewährungschance im Vordergrund der Reise nach Schweden. „Wenn wir zum Einsatz kommen, wollen wir zeigen, dass wir die Mannschaft nicht schlechter machen, sondern die Lücken schließen“, erklärte Hummels am Dienstag bei der DFB-Pressekonferenz stellvertretend für alle Neuen.

Nicht nur der 18 Jahre alte Flügelflitzer Götze, der bei seiner Premiere zum siebtjüngsten deutschen Länderspiel-Debütanten aufsteigen könnte, möchte den nächsten „Riesenschritt“ in seiner jungen Karriere machen. „Erfahrung sammeln“ laute sein Ziel, zudem gestand Götze aufgeregt: „In dem Alter ist es nicht so einfach, das alles zu verarbeiten.“

Löw will die Ansprüche nicht zu hoch schrauben. „Die Mannschaft wird verändert sein mit jungen Spielern, da darf man die Erwartungen nicht überspannen“, mahnte der Bundestrainer: „Schweden hat ein Team von guter Qualität. Das wird ein schweres Spiel für uns.“

Der Bundestrainer versprach ein „hochmotiviertes“ Team: „Wir werden so spielen, dass wir das Spiel gewinnen wollen.“ Die Jungen sollen an der Seite der erfahrenen Kräfte wie Schweinsteiger, Sami Khedira und Per Mertesacker unbekümmert aufspielen. Mario Gomez und der ins Tor zurückkehrende Adler komplettieren die Achse, an der sich die Youngster orientieren können. „Ich will sie so einstellen, dass sie Mut haben und das Risiko suchen, wie in ihren Vereinen“, so Löw.

„Wenn es einer vergeigt, ist es kein Beinbruch“, ergänzte Schweinsteiger: „Die Jungen haben es sich verdient, hier dabei zu sein.“ Das WM-Jahr, in dem „wir Maßstäbe gesetzt haben“, möchte Löw trotz des Risikos mit den Neulingen positiv beschließen. 12 Siege, ein Remis und nur drei Niederlagen (alle mit 0:1) stehen vor dem Jahresausklang in Schweden für den WM-Dritten zu Buche. „Wir stehen glänzend da“, betonte Löw: „Wir haben den Fluss der WM aufgenommen.“

Gegen die ohne Top-Stürmer Zlatan Ibrahimovic antretenden „Tre Kroners“ möchte Löw bereits Fingerzeige Richtung EM 2012 gewinnen. „Für den Bundestrainer wird es immer schwieriger, die Spieler auszuwählen“, bemerkte Schweinsteiger angesichts der vielen Talente.

Wer von den Neulingen von Anfang an ran darf, mochte Löw vorab nicht verraten. Nur das Comeback von Adler, der erstmals seit dem 0:1 Anfang März gegen Argentinien das Tor hüten wird, wurde am Dienstag verkündet. „Ich freu’ mich drauf“, sagte der 25 Jahre alte Leverkusener, den eine Rippenverletzung die WM-Teilnahme und den Nummer-1-Status gekostet hatte. „Die verpasste WM ist aus meinem Kopf raus“, erklärte Adler. Am Status quo unter den Torhütern werde sein zehntes Länderspiel allerdings nichts ändern: „Manuel Neuer ist die Nummer 1“, sagte Adler. Die EM 2012 sei „noch unglaublich weit weg“.

Dennoch geht es schon in Göteborg um persönliche Empfehlungen für das nächste Großereignis, für das sich Löw 2011 „frühzeitig“ qualifizieren möchte. „Wir wissen, dass es nicht realistisch ist, dass alle von uns sechs Neuen im nächsten Jahr dabei sein werden“, erklärte Perspektiv-Spieler Hummels. Aber versuchen werden es alle - „jeder von uns hofft, dass er zum Einsatz kommt“, betonte Hummels.

dpa