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Fußball Rehhagel will „alles richtig machen“
Sport Fußball Rehhagel will „alles richtig machen“
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18:03 14.05.2012
Foto: Otto Rehhagel steht unter Zugzwang. Seine Hertha muss gegen Düsseldorf gewinnen - sonst steigt das Team in die zweite Bundesliga ab.
Otto Rehhagel steht unter Zugzwang. Seine Hertha muss gegen Düsseldorf gewinnen - sonst steigt das Team in die zweite Bundesliga ab. Quelle: dpa
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Berlin

Vor dem Eingang zum Presseraum des Bundesligisten Hertha BSC hängt ein riesiges Plakat. Auf diesem lächeln Spieler der bekanntesten Berliner Erstliga-Vereine die Besucher an. Noch zählt Hertha zum elitären Kreis. Noch. Der Hauptstadtclub steht nach der 1:2-Hinspielniederlage gegen Fortuna Düsseldorf im Relegationsspiel vor dem bitteren Gang in Fußballliga zwei - wieder einmal. Trainer-Altmeister Otto Rehhagel fordert: „Wir müssen unsere Fehlerquote minimieren und gleichzeitig selbst alles richtig machen.“

Auf seiner vielleicht letzten Pressekonferenz als Chefcoach vor einem Spiel wirkte der 73-Jährige angespannt. Und das aus gutem Grund: Für Hertha BSC geht es um viel. Ganz viel. Ein erneuter Sturz in die Zweitklassigkeit hätte unabsehbare Folgen für die Berliner. Hertha-Manager Michael Preetz, der immer wieder nervös mit den Fingern spielte, brachte es auf den Punkt: „Jetzt geht es um alles.“

Der Abstieg würde Preetz womöglich den Job kosten, auch wenn Präsident Werner Gegenbauer ihm bisher die Treue schwört. „Die Spieler wissen zu 100 Prozent, worum es in diesem Spiel geht“, sagte der ehemalige Stürmer der Herthaner, an dem viele Fans die Talfahrt des Clubs festmachen.

Dass beim Drittletzten der Bundesliga die Nerven angespannt sind, zeigte sich bereits im Sonntag-Training. Da rasselten Christian Lell und Änis Ben-Hatira kräftig aneinander. Der ehemalige Bayern-Profi lieferte sich anschließend eine verbale Auseinandersetzung - auch mit dem Trainerstab. „Das ist alles ausgeräumt. Es lohnt nicht, noch weiter über das Thema zu sprechen“, versicherte Rehhagel. Nachfragen waren unerwünscht. „Am Sonntag ist er ja schon ganz gut in die Zweikämpfe gegangen“, meinte er nur noch im Nachsatz.

Und auch Fragen über seine eigene Zukunft ließ der Fußballlehrer offen. Nach der Hinspielpleite hatte er noch gesagt, dass er nach dem Rückspiel in den Urlaub fliegen würde. Am Dienstag ließ er nur noch verlauten: „Wir alle fliegen am Mittwoch zurück nach Berlin.“

Um doch noch die Rettung zu schaffen, forderte Rehhagel von seinen Profis: „Wir müssen von der ersten Sekunde an die Konzentration hochhalten.“ Er appellierte an die Spieler: „Wir müssen auf alles vorbereitet sein. Jetzt steht für uns die zweite Halbzeit an. Und die wollen wir erfolgreich für uns gestalten.“

Es gelte, im richtigen Moment die richtigen Dinge zu machen und „in den entscheidenden Situationen den Verstand zu benutzen“, sagte Rehhagel und spielte damit auf die Berliner Schwäche bei Standards an. „Da haben wir in meiner Zeit einige Situationen nicht gut überstanden.“

Nicht in den Kader für das Düsseldorf-Spiel berief der Trainer-Altmeister den ehemaligen Bayern-Profi Andreas Ottl und Stürmer Tunay Torun. „Das hat rein sportliche und taktische Gründe“, versicherte Rehhagel. Manager Michael Preetz sagte: „Nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Stuttgart gab es einen Bruch in seinem Spiel. Er konnte nicht mehr an die guten Leistungen anknüpfen.“

Die größere Last in dem Alles-oder-Nichts-Spiel habe laut Preetz die Fortuna. „Die Vorzeichen haben sich ein wenig verändert. Düsseldorf hat mehr Druck. Die müssen ja jetzt den Aufstieg schaffen.“ Kleine Psychospielchen - auch zur Selbstberuhigung für den Hertha-Manager.

dpa/sag

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