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Fußball Physiker rechnet mit deutschem WM-Titel
Sport Fußball Physiker rechnet mit deutschem WM-Titel
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09:52 13.05.2014
Foto: Gibt dem deutschen Team Rückenwind durch die Gesetze der Physik: Physiker Metin Tolan.
Gibt dem deutschen Team Rückenwind durch die Gesetze der Physik: Physiker Metin Tolan. Quelle: dpa/Archiv
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Dortmund

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet am heutigen Dienstag in Hamburg mit dem Länderspiel gegen Polen ihre unmittelbare Vorbereitungsphase auf die WM in Brasilien. Allerdings ist die Partie gegen die Osteuropäer ohne große Aussagekraft, weil der Großteil des erweiterten WM-Kaders fehlt. Bundestrainer Joachim Löw schickt bei der Begegnung in Hamburg ein Perspektivteam ins Rennen. Die Begegnung mit den Polen ist eines von drei Testspielen vor der Abreise nach Südamerika am 7. Juni. Wichtigste Station der Vorbereitung ist das Trainingslager vom 21. bis 31. Mai in Südtirol, bevor es ins WM-Quartier der deutschen Nationalmannschaft an die brasilianische Küste geht.

Dass Deutschland bei der Fußball-WM in Brasilien seinen Kontrahenten überlegen ist, zeigen die Berechnungen des Dortmunder Physik-Professors Metin Tolan. "Es ist ja völlig klar, dass Deutschland Weltmeister wird, da gibt es gar keinen Zweifel. Man kann es allerdings wissenschaftlich etwas fundierter ausdrücken", sagte Tolan der Nachrichtenagentur dpa. Er hat mit einer komplizierten Formel und einem Augenzwinkern den Ausgang des Turniers errechnet. Das Ergebnis sieht für Deutschland richtig gut aus: "Deutschland hat die höchste Wahrscheinlichkeit, den Titel zu gewinnen", sagt Tolan.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw jubelt demnach zu 20,33 Prozent beim Finale am 13. Juli in Rio de Janeiro. Damit hätte Deutschland eine 6,5-fach höhere Wahrscheinlichkeit, den Titel zu holen, als ein durchschnittliches Team. Grundlage seiner Vorhersage ist die hohe Torquote Deutschlands von 3,6 Treffern pro Spiel während der WM-Qualifikation. Das seien mehr Tore als bei jeder anderen Mannschaft, die in Brasilien antritt. Tolan bedient sich bei seiner Prognose eines ausgeklügelten Verfahrens, das auch bei Berechnungen zum radioaktiven Zerfall von Atomen genutzt wird. So kann der Physiker abschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Fußballmannschaft eine bestimmte Anzahl von Toren in einem einzelnen Spiel schießt. Deutschland trifft dabei - wie in den Qualifikationsspielen - besonders oft.

Mit diesen Wahrscheinlichkeiten hat Tolan einen Computer gefüttert, die Teams jeder möglichen Partie gegeneinander antreten lassen und einen WM-Sieger ermittelt. Damit der Zufall keine Rolle spielt - Deutschland könnte ja auch dreimal hintereinander gar keine Tore schießen - hat Tolan die WM 100 000 Mal durchrechnen lassen. Deutschland gewinnt demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von rund einem Fünftel den Titel. Das Team mit der zweithöchsten Wahrscheinlichkeit ist ausgerechnet die Niederlande (18,61 Prozent). Titelverteidiger Spanien kommt lediglich auf 0,65 Prozent, Gastgeber Brasilien auf 9,04 Prozent.

Schlusslichter sind Iran (0,02 Prozent) und Mexiko (0,00 Prozent). Dass Deutschland bei Tolans mathematischen Vorhersagen sehr gut dasteht, ist nicht ganz ungewollt: "Bei meinen Berechnungen kommt natürlich immer Deutschland raus", sagt Tolan. Auch vor der WM 2010 in Südafrika sagte Tolan einen deutschen Titelgewinn voraus - allerdings mit einer anderen Methode. Deutschland verlor damals im Halbfinale 0:1 gegen Spanien. Bleibt zu hoffen, dass das deutsche Team Professor Tolan diesmal nicht im Stich lässt.

dpa/no

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