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Fußball Pander: „Ich war lange nicht mehr so fit“
Sport Fußball Pander: „Ich war lange nicht mehr so fit“
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13:14 07.01.2012
Von Volker Wiedersheim
Christian Pander hat mit Hannover 96 in dieser Saison in der Meisterschaft und in der Europa League noch einiges vor.
Christian Pander hat mit Hannover 96 in dieser Saison in der Meisterschaft und in der Europa League noch einiges vor. Quelle: Ulrich zur Nieden (Archiv)
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Herr Pander, es gab viele Verletzungen in den ersten Tagen des Trainingslagers. Sind Sie als Spieler mit einer langen Verletzungsvorgeschichte da alarmiert?

Nein. Solche Verletzungen, das passiert leider. Ich fühle mich aber sehr gut.

Macht Coach Mirko Slomka hier ein außergewöhnlich hartes Training?

Nein. Zwei Einheiten am Tag, das ist schon ein bisschen was anderes. Aber dafür fährt man schließlich ins Trainingslager.

Sie haben bei Schalke 04 unter Felix Magath trainiert. Stellen Sie bitte mal einen Vergleich an: Was war da härter, was anders?

Magath hat den Ruf des „Quälix“ nicht umsonst. Ich drücke mich nicht vor harter Arbeit. Nur zu hart ist nicht gut. Hier allerdings wird keiner überlastet.

Sind Sie zufrieden mit Ihrer 96-Bilanz?

So habe ich es mir vorgestellt vor dem Wechsel. Natürlich bin ich damit zufrieden, aber nicht so zufrieden, dass ich mich zurücklehnen werde.

Drei Tore, drei Torvorlagen, nimmt man die Europa-League-Spiele hinzu, belegen Sie den 3. Rang der 96-Scorerliste.

Ich habe ja das Fußballspielen nicht verlernt. Schön, dass das so gelungen ist. Nicht nur mit Toren nach Standards, sondern auch aus dem Spiel heraus, über die ich mich noch mehr freue.

Im Heimspiel gegen den FC Kopenhagen zum Beispiel. Da wurde Ihnen mit einem Fehlpass aber auch ein schönes Geschenk gemacht.

Dass sie mir den Ball so genau in den Fuß spielen, hat mich schon überrascht. Und dann habe ich auch noch den Torwart auf dem falschen Fuß erwischt.

Sie wirken jetzt im Trainingslager fit wie ein Turnschuh.

Ich war lange nicht mehr so fit wie jetzt. 25 Spiele am Stück, das ist in meiner Karriere noch nicht vorgekommen. Dieser Spielrhythmus ist ganz wichtig, und da ist auch noch Luft nach oben.

Wo haben Sie im Winterurlaub Kraft getankt?

Ganz einfach, ich war bei meinem Sohn Luan in Münster zu Hause. Er wird im Februar zwei. Es war eine wunderschöne Zeit.

Früher waren Sie ein reiner Linksverteidiger, jetzt spielen Sie eher im Mittelfeld. Welche Position liegt Ihnen besser?

Weiter vorn, da kann man etwas mehr ins Spiel eingreifen. Als Linksverteidiger hat man pro Spiel oft nur eine einzige Torchance – schwer, die immer zu nutzen.

Wie gefällt Ihnen eigentlich Hannover?

Wir hatten so viele Spiele, waren so viel auf Reisen: Ehrlich gesagt, ich habe von Hannover noch nicht so viel gesehen. Ich bin auch nicht mehr in dem Alter, in dem man um die Häuser zieht (28 – d. Red.).

Ist die Stadt ein wichtiger Faktor, wenn Sie an Ihre Karriereplanung denken?

Schwer zu sagen. Ich bin jetzt zum ersten Mal richtig aus meiner Heimatstadt Münster weg. In der Schalker Zeit hatte ich zwar eine kleine Wohnung in Gelsenkirchen, bin aber fast täglich von Münster aus gefahren.

Schon mal Calenberger Pfannenschlag probiert?

Was soll das denn sein?

Eine hannoversche Spezialität aus Schweinskopf und Schwarte, Leber und Hafergrütze. Gibt’s in Ihrer westfälischen Heimat auch als Stippgrütze.

Das ist gar nichts für mich.

Hannover–Münster ist ja nun auch keine Weltreise. Ist das ein Kriterium bei der Überlegung, ob Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag mit 96 verlängern?

Zu dem Thema möchte ich eigentlich aktuell gar nichts sagen. Es gab ja schon Gespräche, die vor allem mein Berater mit dem Klub geführt hat.

Am Wochenende fliegt Sportdirektor Jörg Schmadtke ein. Werden Sie im Trainingslager die Köpfe zusammenstecken?

Wir sind ja noch ein paar Tage da, oder? Ich bin sicher, es ergeben sich Gelegenheiten, dass man mal drüber spricht.

Haben Sie Ziele, die Sie persönlich und mit Hannover 96 erreichen wollen?

Ja, und es ist seit acht Jahren immer das Gleiche: gesund zu bleiben. Der Rest kommt von allein. In der Europa League geht mit 96 noch einiges, in der Liga ist noch mehr drin, wenn wir uns steigern. Wir hatten in der Hinserie eine kleine Auswärtsschwäche, werden uns in der Rückserie aber vor keinem Gegner verstecken.

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