Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Fußball WM-Vergabe künftig mit neuen Kriterien
Sport Fußball WM-Vergabe künftig mit neuen Kriterien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:21 02.06.2015
Hat nicht für die Vergabe der WM nach Katar gestimmt: Fifa-Präsident Joseph Blatter. Quelle: dpa
Anzeige

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat bei der umstrittenen WM-Vergabe an Katar 2022 nicht für das Emirat gestimmt. Das sagte der stellvertretende Kommunikationsdirektor des Fußball-Weltverbandes, Alexander Koch, in der ARD-Sendung "Günter Jauch" am Sonntagabend. Bislang war das Abstimmungsverhalten des nach dem jüngsten Korruptionsskandal um führende Fußball-Funktionäre weltweit scharf kritisierten FIFA-Chefs nicht publik gewesen.

Dem Vernehmen nach soll Blatter bei der skandalumwitterten Abstimmung im Dezember 2010 für den unterlegenen Bewerber USA gestimmt haben. Dies wurde von der FIFA oder Blatter bislang aber nicht bestätigt. Das damalige Abstimmungsverhalten der Mitglieder des Exekutivkomitees ist nicht öffentlich.

Anzeige

Für die nächste anstehende WM-Vergabe für das Jahr 2026, die erstmals vom FIFA-Kongress statt vom FIFA-Exekutivkomitee vorgenommen wird, kündigte Koch weitere einschneidende Änderungen an. Kriterien wie ökologische Verantwortung, Menschenrechte und Korruptionsindex sollen berücksichtigt werden. Am 11. Juni werde die FIFA diese Maßnahmen offiziell vorstellen. Die WM 2026 wird am 10. Mai 2017 beim Kongress in Kuala Lumpur vergeben. Bislang haben die USA, Kanada, Mexiko und Marokko ihr Interesse an der Ausrichtung bekundet.

dpa

Grüne für WM-Boykott, Funktionäre dagegen

Nach DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat sich auch Ligapräsident Reinhard Rauball gegen einen Boykott von Fußball-Weltmeisterschaften ausgesprochen. "Einen WM-Boykott europäischer Mannschaften halte ich für nicht diskutabel. Die Leidtragenden sind die Sportler, die ihre Karriere auf eine WM-Teilnahme ausrichten", sagte der 68-Jährige bei Sport Bild Plus.

Die Grünen hingegen befürworten ein Boykott der WM in Katar: "Statt im Winter 2022 zu einem grotesken Turnier nach Katar zu fahren, sollten die fußballstarken Europäer in dem Jahr ein eigenes Turnier austragen und jedes Land der Welt einladen, daran teilzunehmen", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem Düsseldorfer "Handelsblatt" vom Montag. "Die Fifa scheint solche harten Ansagen zu brauchen."

dpa/sid

31.05.2015
Fußball Debatte um Finanzierung vom Fußball - VW-Duelle stehen in der Fußball-Bundesliga an
Thorsten Fuchs 02.06.2015