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Fußball Löw sieht guten Ruf der Bundesliga in Gefahr
Sport Fußball Löw sieht guten Ruf der Bundesliga in Gefahr
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12:53 22.03.2011
Löw: „Es ist viel passiert in der Bundesliga. Man muss sich schon seine Gedanken machen.“ Quelle: dpa
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Joachim Löw sorgt sich nach dem beispiellosen Wechselspiel auf dem Trainermarkt um den Ruf der deutschen Profi-Liga und rät wieder zu mehr Ruhe. „Generell muss man sehen, dass die Seriosität in der Bundesliga erhalten bleibt“, sagte der Bundestrainer am Dienstag in Mainz, wo sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf den Länderspiel-Doppelspieltag gegen Kasachstan und Australien vorbereitet. „Es ist viel passiert in der Bundesliga. Man muss sich schon seine Gedanken machen“, äußerte Löw, der seine Sorge aber nicht als Reaktion auf die Entscheidung eines einzelnen Vereins verstanden wissen will. „Ich will keine Einzelfälle bewerten. Das ist Sache der Vereine“, betonte der 51-Jährige.

Auch Nationalmannschaft-Manager Oliver Bierhoff sieht durch die geballte Trainerwechsel-Flut eine Gefahr, der man mit Transferregeln auch für die Trainer begegnen könnte. „Es würde der Liga gut tun, dafür Regeln zu finden“, erklärte Bierhoff. So könnte die Bundesliga „ihr gutes, seriöses Image, dass sie sich mit guter Arbeit aufgebaut hat“, beibehalten. Löw will sich über Regeln oder Transferperioden zwar jetzt keine Gedanken machen: „Aber über das Gesamtbild kann man nachdenken.“ Seit Löws Amtsantritt als Bundestrainer 2006 hat sich das Verhältnis zwischen Liga und Nationalmannschaft merklich entspannt.

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Eintracht Frankfurt setzte am Dienstag das große Stühlerücken in der Bundesliga fort, nachdem in wenigen Tagen und Wochen schon der FC Bayern, Schalke 04, Bayer Leverkusen, der Hamburger SV, der VfL Wolfsburg und der SC Freiburg den Tausch ihrer Cheftrainer beschlossen hatten. Christoph Daum ersetzt in Frankfurt von sofort an den bisherigen Chefcoach Michael Skibbe, der als Assistent von Rudi Völler auch schon mit der Nationalmannschaft gearbeitet hatte. Skibbe ist der zehnte Bundesliga-Trainer in dieser Saison, der beurlaubt oder entlassen wurde. Matthias Sammer, Ex-Bundesligacoach und jetzt Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hatte sich zuvor ebenfalls schon für Transferregeln auch bei Trainern ausgesprochen.

„Es gibt viele Wege zum Erfolg. Wir haben es diskutiert“, berichtete Bierhoff, „und man sieht, ein Ferguson, ein Wenger oder früher ein Otto Rehhagel haben mit der Kontinuität ihren Clubs gut getan.“ Der DFB-Trainerstab hatte mit seiner kürzlichen kollektiven Vertragsverlängerung bis 2014 genau diese Linie untermauert und einen Gegenentwurf zum Trainer-Tohuwabohu in der Bundesliga gesetzt. In einer Oase der Glückseligkeit aber fühlt sich auch Löw nicht: „Oase würde ich nicht sagen, auch wir sind dem Erfolgsdenken unterworfen. Und in den vergangenen Jahren gab es auch Konflikte.“

Die langfristige Vertragsbindung bis zur WM in Brasilien, die der Bundestrainer vor der Fortsetzung der EM-Qualifikation am Samstag in Kaiserslautern gegen Kasachstan seinen Spielern nochmals genau erläutern will, sieht der Freiburger aber als Vorteil. „Jetzt haben wir alle Ruhe und alle Freiheiten. Das ist für uns gut. Und der Erfolg gibt uns recht.“

Nach dem viel umjubelten und beachteten Platz drei bei der WM in Südafrika liegt das DFB-Team mit vier Siegen aus vier Spielen auch in der Ausscheidung für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine voll auf Kurs. Deshalb verkündete der Bundestrainer für den nächsten Pflichtauftritt auch eine Aufgabe über das reine Ergebnis hinaus: „Wir wollen nicht nur gut spielen und drei Punkte holen, sondern wir wollen Spielfreude vermitteln.“

dpa

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