Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Fußball Lance Armstrong will über Funktionäre der UCI auspacken
Sport Fußball Lance Armstrong will über Funktionäre der UCI auspacken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:07 15.01.2013
Nach jahrelangem Leugnen, Zetern und Klagen soll der Ex-Radstar Lance Armstrong in einem Interview mit US-Talkerin Oprah Winfrey (links) Doping gestanden haben Quelle: dpa
Austin

Lance Armstrong hat gesprochen - und die Branche zittert. Nach jahrelangem Leugnen, Zetern und Klagen soll der Ex-Radstar in einem Interview mit US-Talkerin Oprah Winfrey Doping gestanden haben. Und mehr noch: Angeblich holt der 41-Jährige zum Rundumschlag aus, der den Profiradsport in seinen Grundfesten erschüttern könnte. Nach einem Bericht der "New York Times" will Armstrong, der zu seinen aktiven Zeiten reihenweise Gegner gemobbt und zum Teil in den Ruin getrieben hat, auch gegen Doping-Mitwisser auf höchster Funktionärsebene auspacken. Mächtige Turbulenzen sind programmiert.

In einem von weitreichenden Spekulationen begleiteten Interview mit der Star-Moderatorin soll der gesperrte Ex-Profi zugegeben haben, bei seinen Tour-de-France-Siegen zwischen 1999 und 2005 leistungssteigernde Mittel genommen zu haben. Von der nationalen Anti-Doping-Agentur USADA ist er bereits als Doper überführt. Das Gespräch soll an diesem Donnerstag und Freitag in zwei Teilen im US-Fernsehkanal OWN sowie im Internet ausgestrahlt werden - inszenierte Spannung mal zwei. Armstrong hätte Winfrey beim ersten Interview nach der Dopingverurteilung mit seinen Antworten "überrascht", wie die prominente TV-Moderatorin am Dienstag bei CBS berichtete. Sie ließ dabei offen, ob der tief Gefallene wirklich ein umfassendes Geständnis ablegte, wie Medien zuvor berichtet hatten. Winfrey habe das Gefühl gehabt, der ehemalige Seriensieger wolle mit sich ins Reine kommen. Sie sei mit 112 Fragen vorbereitet in das Gespräch gegangen, Armstrong hätte sich bestens präpariert gezeigt.

Jan Ullrich zeigt sich unbeeindruckt

Der einstige Armstrong-Widersacher Jan Ullrich zeigte sich in der "Bild"-Zeitung unbeeindruckt. "Das ist alles für mich nicht Neues. Ich nehme es zur Kenntnis. Aber die Zeit von Lance und mir im Radsport liegt schon so lange zurück, dass das auf mein Leben keinen Einfluss hat", sagte der Toursieger von 1997, der dreimal hinter Armstrong bei der Tour auf Rang zwei landete. Ullrich ist nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS noch bis Jahresmitte wegen seiner Verwicklung in den Dopingskandal Fuentes gesperrt. Armstrong will nun womöglich preisgeben, dass UCI-Funktionäre Kenntnis von seinen Doping-Praktiken hatten und diese unterstützten. Damit würde dem ohnehin krisengeschüttelten Profi-Radsport endgültig der Kollaps drohen. Insider und Doping-Kronzeuge Jörg Jaksche hatte der Branche in einem dpa-Gespräch für den Fall einer "100-prozentigen Beichte" Armstrongs sogar ein "Sabbatjahr" prognostiziert. Der Weltverband werde bis zur Ausstrahlung des Armstrong-Interviews keinen Kommentar in der Causa abgeben, teilte die UCI mit. Armstrong wolle aber nicht gegen andere Fahrer aussagen, hieß es in der "New York Times".

Er sei zudem in Diskussionen mit dem amerikanischen Justizministerium, in einem Gerichtsverfahren als Zeuge gegen verschiedene Besitzer von Rennställen aufzutreten. Der Multimillionär aus Austin soll auch bereit sein, Teile der 30 Millionen Dollar zurückzuerstatten, die die Postgesellschaft US-Postal als früherer Teamsponsor in gutem Glauben an dopingfreien Sport gezahlt hatte. Im Moment laufen bereits zwei Schadenersatzprozesse gegen Armstrong, in denen es insgesamt um Rückzahlung von über zehn Millionen Dollar geht. Armstrong war mit einer Gruppe von etwa zehn Begleitern zur TV-Aufzeichnung erschienen. An seiner Seite waren zwei seiner fünf Anwälte, Tim Herman und Sean Breen, sowie sein langjähriger Berater, Manager und Geschäftspartner Bill Stapleton. Ursprünglich sollte das Gespräch in seiner Villa in Austin/Texas stattfinden. Da das Grundstück jedoch von etlichen Journalisten umlagert war, entschied man sich, in ein örtliches Hotel auszuweichen.

Amstrong entschuldigt sich bei Krebsstiftung

Vor dem Gespräch mit Winfrey hatte sich Armstrong bei den Mitarbeitern der von ihm gegründeten Krebsstiftung entschuldigt. Der Texaner besuchte die Büros der "Livestrong"-Stiftung in seiner Heimatstadt, wo er bei den Mitarbeitern um Verzeihung bat. Armstrong, dessen sieben Tour-Siege aberkannt worden waren, habe mehrmals um Fassung gerungen. Einige Mitarbeiter hätten geweint, berichtete AP. Armstrong hatte jahrelang vehement die Einnahme verbotener Mittel bestritten. Die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA hatte ihm jedoch in einem mehr als 1000 Seiten starken Dossier unter anderem Dank der Zeugenaussagen ehemaliger Teamkollegen das Gegenteil beweisen können. Armstrong soll jahrelang gedopt haben, unter anderem mit EPO, Testosteron und Kortison. Außerdem soll er andere Fahrer bei den Rennställen US Postal und Discovery Channel zum Dopen genötigt haben.

USADA-Chef Travis Tygart sprach vom "ausgeklügelsten, professionellsten und erfolgreichsten Dopingprogramm, das die Welt jemals gesehen hat." Im Vorfeld seiner TV-Ausführungen hatte sich Armstrong nach Medienberichten auch mit Tygart getroffen, um auszuloten, wie die Chancen stehen, bei einer umfassenden Beichte seine lebenslange Sperre reduzieren zu können. Nun wagte sich der Texaner im Kampf um seine in Trümmern liegende Reputation aber in die Öffentlichkeit. Die UCI hatte im Oktober alle Armstrong-Ergebnisse von August 1998 an im Nachhinein gestrichen und ihn lebenslang gesperrt. Ihm drohen Millionen-Forderungen und wegen Meineids sogar eine Gefängnisstrafe. So erwägt das Justizministerium nach einem Bericht des "Wall Street Journal" und der "USA Today" eine Klage von Armstrongs früherem Teamkollegen Floyd Landis gegen dessen Landsmann zu unterstützen.

Landis soll nach Berichten von Personen mit Kenntnis über die Klageschrift Armstrong und Teammanager des Betrugs bezichtigen, da sie Sponsorengelder der US-Postbehörde für Dopingzwecke missbraucht hätten. Im Vertrag mit dem Rennstall US Postal, für den Armstrong von 1998 bis 2004 fuhr, war der Verzicht auf leistungssteigernde Mittel festgehalten. Bis Donnerstag müsse sich das Justizministerium entscheiden, ob es sich der Klage anschließt - dem ersten Tag der Ausstrahlung der Armstrong-Beichte.

dpa

Es ist nur ein Gerücht, doch es ist hartnäckig: Wird der ehemalige Coach des FC Barcelona, Pep Guardiola, in der nächsten Saison den FC Bayern übernehmen? Ein italienischer TV-Sender will jetzt wissen, dass sich eine Einigung abzeichnet.

16.01.2013

Freitag ist für Fußballfans ein wichtiges Datum. Die Rückrunde der Bundesliga startet - und Hannover 96 ist gegen Schalke 04 gleich voll dabei. Was ist von der Bundesliga bis zum Saisonfinale am 18. Mai noch zu erwarten? Die HAZ gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Heiko Rehberg 14.01.2013

Die Meinung unter den Clubs ist einhellig: Bayern München wird 2013 deutscher Fußballmeister. Das glaubt auch Jürgen Klopp, Trainer von Titelverteidiger Borussia Dortmund. Überraschend dagegen das Ergebnis einer Meinungsumfrage unter Fans.

14.01.2013