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Fußball Länder wollen Millionen von DFB und DFL für Polizei
Sport Fußball Länder wollen Millionen von DFB und DFL für Polizei
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09:43 19.12.2009
Länder wollen Millionen von DFB und DFL für Polizeieinsätze bei Fußballspielen
Länder wollen Millionen von DFB und DFL für Polizeieinsätze bei Fußballspielen Quelle: ddp (Archiv)
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Die Innen- und Sportminister der Länder fordern von den Deutschen Fußballverbänden mehr Engagement gegen Gewaltausbrüche von Fans. Die Politiker beklagen den Millionen-Aufwand für Polizeieinsätze. „Die Kosten bei Spielen in den ersten drei Ligen belaufen sich für die Saison 2008/2009 auf rund 80 Millionen Euro“, sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Ulrich Mäurer (SPD). Er will, dass die Verbände hiervon die Hälfte übernehmen. Am Montag treffen sich der Bremer Innensenator und Kollegen aus anderen Ländern mit DFB-Präsident Theo Zwanziger, um über die Eindämmung der Gewalt und Finanzmittel zu reden.

In den ersten drei Ligen habe es in der vergangenen Saison 17,6 Millionen Besucher gegeben. „Es gab eine erschreckende Bilanz“, sagte Mäurer. „Wir hatten Tausende von Ermittlungsverfahren und über 8000 Maßnahmen seitens der Polizei, wie vorläufige Festnahmen oder Ingewahrsamnahmen. Es wurden 830 Menschen verletzt, davon 268 Unbeteiligte und 229 Polizisten.“ Die Einsatzbelastung der Beamten sei auf den Rekordwert von rund 1,2 Millionen Stunden gestiegen, dies entspreche der Jahresarbeitszeit von 1260 Polizisten. „Die Belastungsgrenze ist erreicht“, sagte Mäurer. Es sei jedoch zu erwarten, dass sie noch weiter ansteige.

„Das Problem Gewalt bleibt nicht mehr beschränkt auf die erste Liga. Die Fans weichen außerdem bis zur dritten Liga aus, wenn sie Stadionverbote haben.“ Hier würden die Länder die Zusammenarbeit mit dem Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) suchen. Mit Fanprojekten alleine sei dies nicht zu bewältigen.

„Massiven Handlungsbedarf sehe ich bei der Reduzierung des Gewaltaufkommens“, sagte der Ressortchef der Bremer Innenbehörde. „Das kann erreicht werden, indem man weniger Karten an die Fans der Auswärtsmannschaft verkauft bei Problembegegnungen. Dazu kann man den Kartenkauf personengebunden organisieren, wie bei der Weltmeisterschaft in Deutschland.“ Gewaltbereite Fans könnten bislang ausweichen auf andere Spiele. „Wir wollen, dass die Sanktionen ausgeweitet werden.“ Man könne auch darüber nachdenken, die Karten mit einem Busticket zu verbinden. So könne der Strom der Fans besser kontrolliert werden.

„Wir wollen auch weg von den Fanmärschen“, sagte der SPD-Politiker. Aus den Märschen heraus würden die Straftaten begangen. Beamte würden mit Flaschen beworfen und verletzt. „Das muss man unterbinden.“ Man müsse sich auch Gedanken machen, wo man den Konsum unterbinden könne, beim Spiel oder auch bei der Anreise. Insbesondere sollten keine Flaschen mehr verkauft werden, damit diese nicht als Wurfgeschosse eingesetzt werden könnten.

DFB und DFL seien kompromissbereit, hätten allerdings bei den Kosten bislang noch keinerlei Entgegenkommen gezeigt. Mäurer sieht den Gesprächen mit Zuversicht entgegen. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir dann bereits zu einem Abschluss kommen“, sagte Mäurer. Aber es könne ja auch nicht sein, dass nur der Steuerzahler für die immensen Kosten aufkomme. Zudem würden die Beamten unter der Woche ja auch für andere Aufgaben gebraucht.

lni

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