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Fußball Klose denkt noch lange nicht ans Aufhören
Sport Fußball Klose denkt noch lange nicht ans Aufhören
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15:41 24.03.2011
Nationalspieler Miroslav Klose.
Nationalspieler Miroslav Klose. Quelle: dpa
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Gegen Kasachstan will es "Miro" Klose wieder knallen lassen - die Pläne des deutschen Tore-Phänomens aber reichen schon bis zu den nächsten Höhepunkten. "Ich plane die 2012-er EM ein. Dann lasse ich alles auf mich zukommen und entscheide von Jahr zu Jahr", verriet Stürmer Klose am Donnerstag, dem zehnten Jahrestag seines Debüts in der Fußball-Nationalmannschaft. Die EURO in seinem Geburtsland Polen muss noch nicht der Schlusspunkt sein: "Ich fühle mich fit und gesund", sagte Klose vor dem ersten Pflicht-Länderspiel des Jahres an diesem Samstag (20.00 Uhr/ZDF) in Kaiserslautern gegen die in der EM-Qualifikation noch punkt- und torlosen Kasachen. Auch die nächste Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien reizt den 32-jährigen Klose nach zehn Jahren mit der DFB-Auswahl, die er schon mal als seine "Familie" bezeichnet.

Erst einmal aber will er in der ausverkauften Lauterer Arena 47 849 Fans begeistern. "Wenn uns früh ein Tor gelingt, bin ich überzeugt, dass es hoch ausgeht", übermittelte der besondere Torjäger in seine zweite Heimat. Beim FCK hatte Miroslav Klose einst den Sprung zum Nationalspieler geschafft. Gleich beim Debüt vor genau zehn Jahren war er der Siegtorschütze zum 2:1 gegen Albanien, wie Kasachstan ein Fußballzwerg. Dass es gegen die Nummer 132 der FIFA-Weltrangliste - bei 202 Ländern überhaupt - irgendwelche Einstellungsprobleme geben könnte, weisen Klose und alle anderen Protagonisten weit zurück. "Es ist nicht mehr so, dass man die Kleinen so leicht aus dem Stadion fegt. Man muss schon eine ordentliche Leistung bringen, um das richtige Resultat einzufahren", betonte Kloses Bayern-Kollege Bastian Schweinsteiger, der Kasachstan im Paket mit den nächsten zwei EM-Qualifikationsspielen zum Saisonende sieht. "Wir können die Konkurrenten Österreich, Türkei und Belgien auf Distanz halten, die nehmen sich die Punkte gegenseitig weg.

Umso wichtiger ist es, dass wir gewinnen", bestätigte Schweinsteiger den Auftrag von Cheftrainer Joachim Löw. "Bislang war die Motivation auch gegen vermeintlich kleine Gegner immer vorhanden", hatte der Bundestrainer betont. Nach der erfolgreichen WM hat Deutschland in der EM-Ausscheidung bisher alle vier Partien gewonnen, darunter das Hinspiel in Kasachstan mit 3:0. "Es ist ein großer Vorteil, dass wir den Gegner schon bespielt und dort gewonnen haben", meinte Klose zum Kontrahenten, der inzwischen nicht mehr vom deutschen Trainer Bernd Storck, sondern vom Tschechen Miroslav Beranek betreut wird. Klose kann gegen Kasachstan weiter an seiner persönlichen Rekord-Bilanz arbeiten, auch wenn er in seinem Club seit Monaten nur noch als Einwechselspieler ran darf. Im Adlertrikot hat der 106-fache Nationalspieler auch nach Südafrika seine eindrucksvolle Tore-Quote ausgebaut: Sechs Treffer in der EM-Ausscheidung, dazu das jüngste Tor beim 1:1 gegen Italien bringen ihn mit 59 Toren immer näher an die deutsche Rekordmarke von Gerd Müller (68) heran. "Vielleicht", so Klose, könne er den "Bomber" bei der EURO in Polen und der Ukraine tatsächlich als erfolgreichsten DFB-Torschützen ablösen.

Für Löw ist das Phänomen Klose weiter gesetzt, da gebe es "keine Diskussionen", obwohl beim FC Bayern der sieben Jahre jüngere Mario Gomez die Nase vorn hat. Doch von dieser Bankrolle lässt sich Klose nicht unterkriegen: "Das ist einfach meine Art. Ich weiß, dass alle vier bis sechs Wochen ein Länderspiel ansteht, in dem ich spiele." Das Duell mit Gomez sieht Klose als "normalen Konkurrenzkampf", bei Bayern habe der "Weltklassespieler Gomez seine Chance hervorragend genutzt" - in der Nationalmannschaft eben er. Wie es mit ihm nach dem im Sommer bei den Bayern auslaufenden Vertrag weiter geht, lässt Klose noch immer offen: "Ich kann mir vieles vorstellen."

Sein Ansehen als Nationalspieler ist davon unberührt. "Man sieht ja nach den Spielen gegen Argentinien, England oder in der Champions League: Alle wollen das Trikot von Miro", berichtete Schweinsteiger: "Das zeigt seine Größe." Und da - anders als in Abwehr und Mittelfeld - die nachrückende junge Konkurrenz in der Angriffsspitze auf eben jenen Gomez beschränkt ist, sieht Klose überhaupt keinen Grund zum freiwilligen Rückzug. "Ich habe mich jetzt eineinhalb Jahre ausgeruht, die kann ich noch hinten dranhängen", sagte Klose mit einem Lächeln zu seiner so unterschiedlichen Situation in Club und Nationalelf.

dpa

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