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Fußball „Giftige“ Bayern im Glück
Sport Fußball „Giftige“ Bayern im Glück
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12:52 01.05.2011
Ein Wechsel von Nationaltorwart Manuel Neuer zu Bayern München gilt als wahrscheinlich. Quelle: dpa
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Beim Betreten der Stadion-Katakomben mussten die entthronten Bayern-Stars noch wehmütig auf den Fernsehschirmen den Dortmunder Meister-Jubel anschauen - wenig später konnten auch sie einen aus ihrer Sicht „perfekten Spieltag“ bejubeln. Nach Hannovers Pleitenvorlage verscheuchte der deutsche Fußball-Rekordmeister mit einem zeitweise berauschenden 4:1 (3:1)-Heimsieg gegen einen auch von Nationaltorhüter Manuel Neuer nicht zu rettenden FC Schalke 04 das lauernde Schreckgespenst Europa League. Der titellosen Saison winkt doch noch ein klitzekleines Happy-End.

„Unsere Meisterschaft in diesem Jahr ist Platz drei“, verkündete Mario Gomez erleichtert nach der Rückkehr auf den Champions-League-Qualifikationsplatz, ehe der Torjäger noch eine erste zarte Kampfansage an den neuen Champion richtete: „Die Dortmunder sollen jubeln, sie sollen feiern, sollen es genießen. Sie haben es verdient - nächstes Jahr wollen wir diesen Platz wieder haben.“

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Im Moment der großen Erleichterung fiel es den Bayern leicht, dem BVB zum Titelgewinn zu gratulieren. Zumal der beschwingte Tanz in den Mai gegen wehrlose Schalker nicht nur die aufgeregten Debatten um „Chefchen“ und Führungsspieler beruhigte, sondern sich auch die Causa Neuer positiv entwickelt. Viele Münchner Anhänger hießen den Wunschtorwart des Vorstandes auf Plakaten „willkommen“. Der Protest gegen den Ur-Schalker fiel bei weitem nicht so heftig aus wie noch bei der Bayern-Niederlage im Pokal-Halbfinale. „Es ist schön, dass das Stadion Respekt gezeigt hat“, meinte Kapitän Philipp Lahm.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge beeindruckte einmal mehr, wie gelassen der „coole Hund“ Neuer die Schmährufe von sich abperlen ließ. Der Nationalkeeper ergriff im Vertragspoker zwischen Bayern und Schalke sogar die Initiative mit einer Absage an einen Wechsel ins Ausland. „Es ist mein Ziel, innerhalb Deutschlands zu wechseln“, sagte Neuer. Eine erste Verhandlungsrunde zwischen den beiden Clubs bestätigte Rummenigge. In der Debatte um astronomische Ablösesummen sprach er von „abnehmendem Mond“. Die Bayern wollen für Neuer im Sommer weniger als 20 Millionen Euro an Schalke überweisen.

Die Champions-League-Teilnahme würde dem Bundesliga-Krösus den kostspieligen Transfer - Ablöse plus Millionengehalt - erleichtern. „Wir geben den dritten Platz definitiv nicht mehr her“, versicherte Arjen Robben nach dem „Feuerwerk“ (Sportdirektor Christian Nerlinger) gegen eine Schalker Mannschaft, der die Nachwirkungen des 0:2 gegen Manchester United deutlich anzumerken waren. Robben (6. Minute) eröffnete das Münchner Offensivspektaktel, Thomas Müller (13./84.) und Gomez mit seinem 24. Saisontor (19.) vollendeten es. „Wir waren heute extrem giftig“, kommentierte Doppel-Torschütze Müller.

Vier Punkte reichen den Bayern nun aus den letzten zwei Partien beim designierten Absteiger FC St. Pauli und gegen den VfB Stuttgart zur Sicherung des Minimalziels. Dennoch warnte Rummenigge: „Wir tun gut daran, jetzt nicht arrogant in die letzten zwei Spiele zu gehen.“ Die Jahresbilanz könnte auch Rang drei kaum beschönigen. „Es ist bitter, dass wir aus so viel Potenzial in dieser Saison so wenig gemacht haben“, bilanzierte WM-Torschützenkönig Müller.

Immerhin beruhigte der ungefährdete Sieg die aufgeregten internen Chef-Debatten um die Kapitäne Lahm und Bastian Schweinsteiger. Letzterer durfte sich nach einem aggressiven Auftritt im Mittelfeld von Rummenigge als „Super-Chefchen“ feiern lassen. Enorm profitierte das Team zudem von Robbens Rückkehr nach Rot-Sperre. Obschon der Turbo-Dribbler mit seinem Eigensinn vor des Gegners Tor sogar sein Flügel-Pendant Franck Ribéry am Samstag mächtig verärgerte.

Bei Schalke hatte allein Neuer das Recht, mit den Kollegen zu hadern. „Verärgert und frustriert“ war der alleingelassene Torwart. Keinen Funken Mut konnten die „Königsblauen“ für das nötige Wunder im Halbfinal-Rückspiel der Champions League bei ManUnited schöpfen. Christoph Metzelder mahnte eindringlich eine Trendwende an, um eine Achternahn-Saison am Ende wie Erzrivale Dortmund mit Titeljubel zu beschließen: „Wir können jetzt nicht die Spiele wegschenken und sagen, im Pokalfinale wird’s schon wieder.“

dpa

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