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Fußball Fußball-Sicherheitskonzept droht zu scheitern
Sport Fußball Fußball-Sicherheitskonzept droht zu scheitern
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16:39 08.12.2012
Sicherheitskontrolle im Stadion: Das Konzept droht zu scheitern. Quelle: dpa
Berlin

Das umstrittene Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) droht bei der Abstimmung der Vereine am Mittwoch zu scheitern. Mehrere Vereinsvertreter äußerten wegen des Zeitplans erneut Kritik. „Es bringt nichts, wenn man sich einen Zeitpunkt herausgreift, bei dem dann alles entschieden sein muss“, kritisierte VfB Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic. Auch die Fans protestierten am Samstag erneut gegen das Konzept. Tausende Anhänger zogen in Protestmärschen vor den Spielen zu den Stadien.

In Dresden trugen rund 850 Fans symbolisch die Fankultur zu Grabe. In Augsburg protestierten vor dem Spiel gegen Bayern München Fans beider Mannschaften mit Plakaten wie „Zum Erhalt der Fankultur“ oder „Was wir fordern ist nicht viel - Selbstbestimmung bleibt das Ziel“, in Paderborn beteiligten sich rund 1000 Fans an einem Protestmarsch. Auch in Dortmund demonstrierten 2000 Anhänger mit Spruchbändern wie „Fußball lebt durch seine Fans“. In Berlin beteiligten sich am Freitagabend rund 750 Fans. Auch in Duisburg, Hannover und Köln sollte es Demonstrationen geben.

Am Mittwoch sollen die 36 Profi-Clubs über das DFL-Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ abstimmen. Die Innenminister von Bund und Ländern hatten die Vereine mit Nachdruck aufgefordert, das Konzept zu verabschieden und umgehend umzusetzen. Eine Reihe von Clubs äußerte jedoch Bedenken. Der Vorstandschef des Hamburger SV, Carl-Edgar Jarchow, sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“ (Montag): „Wir hatten zu wenig Zeit, das Konzept mit unseren Fans zu besprechen.“

Auch Bobic betonte: „Druck in die Pipeline zu bringen, halte ich für falsch.“ Der VfB lehne das Papier nicht grundsätzlich ab, habe es aber seinen Fanclubs zur Diskussion freigegeben. Werder Bremens Präsident Klaus-Dieter Fischer machte sich im „Focus“ für einen Aufschub des Beschlusses stark. Es sollten zunächst „Arbeitsgruppen in den Vereinen“ gegründet werden, schlug er vor.

Der Vorschlag von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), einen Teil der Fußball-Fernsehgelder direkt in Fanprojekte und Stadionsicherheit zu investieren, stößt bei den Clubs hingegen auf Zustimmung. „Die Idee ist nicht uninteressant“, sagte Mönchengladbachs Geschäftsführer Stephan Schippers dem „Focus“. „Man sollte dann aber ein Verfahren anwenden, mit dem honoriert wird, wenn Clubs in dieser Hinsicht schon gute und erfolgreiche Arbeit leisten.“ Augsburgs Geschäftsführer Peter Bircks sprach sich ebenfalls für den Vorschlag aus.

Die Fans wollten zu Beginn der Partien in der ersten und zweiten Liga am Samstag erneut für zwölf Minuten und zwölf Sekunden schweigen. Damit wollen sie sich wie schon an den beiden vorherigen Spieltagen gegen die verschärften Sicherheitsbestimmungen wehren.

Die Innenminister hatten in dieser Woche den Druck erhöht und einen Forderungskatalog vorgelegt. Darin verlangen sie unter anderem eine Verschärfung der Video-Überwachung und der Einlasskontrollen. Die Koordinationsstelle Fanprojekte warf der Innenpolitik daraufhin eine „unnötige Eskalation“ vor. Die Vereine würden durch den politischen Druck zu nicht genug durchdachten Maßnahmen getrieben.

dpa

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