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Fußball Lasogga kommt, Calhanoglu geht
Sport Fußball Lasogga kommt, Calhanoglu geht
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14:20 04.07.2014
Hat sein Ziel erreicht: Pierre-Michel Lasogga wechselt endgültig zum Hamburger SV, nachdem er vergangenen Saison dorthin ausgeliehen war. Quelle: dpa
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Hamburg

Rechtzeitig fand Pierre-Michel Lasogga seinen Platz. Entspannt konnte sich der Rückkehrer nach Wochen voller Ungewissheit mit seinen alten neuen Mannschaftskollegen vom Hamburger SV am Freitagmittag in den Sitz fallen lassen, bevor es im Flieger nach China ging. Mit einem Fünfjahresvertrag in der Tasche trat der Wunschstürmer den weiten Trip an, der für ihn und den HSV der Aufbruch in eine bessere Zeit sein soll.

"Die letzten Wochen waren sehr stressig und nervenaufreibend. Es ist schön, dass der Wechsel nun perfekt und meine Situation geklärt ist", sagte der 22-Jährige erleichtert. 8,5 Millionen zahlt der HSV angeblich dem Ligakonkurrenten Hertha BSC, damit die Leihgabe fest in den Norden wechselt.

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Die HSV-Verantwortlichen wissen, was sie dafür bekommen. Der Transfer hatte höchste Priorität, nachdem der Stürmer das Bundesliga-Urgestein in der vergangenen Saison mit 14 Toren fast im Alleingang vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte bewahrt hatte. Damit Lasogga kommen konnte, musste aber erst ein anderer gehen. Mittelfeldjuwel Hakan Calhanoglu erhält nun doch seinen Willen und wechselt nach langem Tauziehen zu Bayer Leverkusen.

Das war eigentlich nicht vorgesehen. HSV-Investor Klaus-Michael Kühne hatte die Finanzierung des Lasogga-Wechsels garantiert, bestand aber im Gegenzug darauf, dieses Darlehen später in Anteile der HSV Fußball AG umzuwandeln. Aus rechtlichen Gründen sperrte sich der amtierende Vorstand gegen dieses Ansinnen und regelte die Angelegenheit über Calhanoglu.

Dem HSV sind die Hände gebunden. Wegen der leeren Kassen wurde der Lasogga-Deal letztendlich nur dadurch möglich, dass die Leverkusener viel Geld für den türkischen Nationalspieler auf den Tisch legen. 14 Millionen soll der 20-Jährige bringen, Hamburg bleibt nach den Geschäften sogar noch etwas Überschuss. "Wir sind sehr glücklich, dass dieser Transfer nach intensiven und stets fairen Verhandlungen mit dem HSV endlich zustande gekommen ist", sagte Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade. Weniger zufrieden dürften die Norddeutschen sein. Lange hatten sie sich dagegen gesperrt, dass Calhanoglu wechselt. Auch aus Prinzip. Doch für Prinzipien fehlt einfach das Geld.

Erst im Frühjahr war der Calhanoglu-Vertrag im Abstiegskampf um zwei Jahre bis 2018 verlängert worden, der Freistoßspezialist wollte in der schwierigen Situation nach eigenen Worten "ein Zeichen setzen". Kurz vor der Relegation war das vergessen, sein Berater forderte den Wechsel und die Fans waren außer sich. Calhanoglu erntete einen Shitstorm auf Facebook und wurde für vier Wochen krank geschrieben. Nach China wäre er nicht mitgekommen, nun ist das Kapitel HSV ganz beendet.

"Ich hatte in Hamburg eine sehr schöne Zeit, aber in Leverkusen kann ich jetzt den nächsten Schritt nach vorne machen", sagte Calhanoglu. Am Freitag sollte der Medizincheck stattfinden, dann kehrt er wohl auch aus dem Krankenstand zurück. Die Sache hat einen Beigeschmack, wobei auch Lasogga zuletzt nicht beim Hertha-Training aufgetaucht war (Magen-Darm). Nun ist das Thema durch. Beide Profis blicken ausschließlich nach vorn. "Ich hoffe, dass wir in eine neue, gute Zeit aufbrechen, die schweren Wochen jetzt einfach vergessen und wieder eine erfolgreiche Zeit einschlagen", meinte Lasogga: "Ich bin froh, dass ich dabei helfen kann, dass ein neuer HSV entsteht."

sid

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