Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Fußball Für Werder Bremen ist es Fünf vor Zwölf
Sport Fußball Für Werder Bremen ist es Fünf vor Zwölf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:31 27.03.2013
Marko Arnautovic am Boden.
Marko Arnautovic am Boden. Quelle: dpa
Anzeige
Bremen

Werder Bremens Zeit in der Fußball-Bundesliga droht abzulaufen. War es vor drei Wochen laut Sportchef Thomas Eichin noch „zwanzig vor zwölf“, rückt der Zeiger unerbittlich näher an die volle Stunde. Von einem Comeback auf europäischer Bühne spricht längst niemand mehr. Stattdessen macht sich nach nur zwei mickrigen Siegen in der Rückrunde die Abstiegsangst allmählich breit.

„Noch ist die Lage nicht gefährlich. Aber wenn wir auch in Mainz oder gegen Schalke keinen Dreier einfahren, wird es gefährlich“, beschrieb Abwehr-Chef Sokratis die schwierige Situation. Vor der Partie beim FSV Mainz 05 am Samstag ist der Vorsprung des Tabellen-14. auf den FC Augsburg, der aktuell auf dem Relegationsplatz steht, auf sechs Zähler geschmolzen. Der zweite Abstieg nach 1980 aus der Bundesliga ist plötzlich denkbar.

Noch vor ein paar Wochen hatte Trainer Thomas Schaaf hoffnungsvoll erklärt: „Wir wollen so lange wie möglich um die internationalen Plätze streiten.“ Doch im Moment geht der Blick nur noch nach unten. „Nach Europa brauchen wir nicht mehr zu gucken. Wir brauchen einen Sieg gegen Mainz, um etwas Abstand nach unten zu bekommen“, stellte der Grieche Sokratis klar.

Dabei benötigen die Grün-Weißen die möglichen Einnahmen aus dem europäischen Wettbewerb dringend. Auch in dieser Spielzeit wird der einstige Europapokal-Stammgast wieder rote Zahlen schreiben. Nach 13,9 Millionen Euro im Vorjahr wird der Verlust für die Saison 2012/13 im einstelligen Millionenbereich erwartet. Dennoch ist der Verein durch eine hohe Eigenkapitalquote finanziell gesund.

Um den Kader wieder zu verstärken, fehlen aber die nötigen Mittel. Denn Leistungsträger wie Kevin de Bruyne (FC Chelsea) und Nils Petersen (FC Bayern München) sind lediglich ausgeliehen. Der Verbleib von Abwehrspieler Sokratis (Vertrag bis 2016) ist ebenfalls nicht sicher. Daher wird es im Sommer wieder einen Umbruch geben.

Während es im Spieler-Kader einige Veränderungen geben wird, bleibt auf dem Trainer-Posten alles beim Alten. Auch in der neuen Saison soll Schaaf die Mannschaft trainieren. Der 51-Jährige nutzte die Länderspiel-Pause, um bereits Spieler für die kommende Bundesliga-Runde zu sichten. Beim 6:0-Sieg der Österreicher am Freitag in der WM-Qualifikation gegen die Färöer war der Coach live im Stadion.

Doch der Übungsleiter ist längst nicht mehr sakrosankt. Ihm weht besonders aus dem Umfeld ein immer heftig werdender Wind ins Gesicht.  „Wir spielen nicht gut und gewinnen keine Heimspiele mehr. Da ist es normal, dass du eine Trainerdiskussion hast“, gestand Eichin in der vergangenen Woche.

Doch noch besitzt das Bremer Urgestein die volle Rückendeckung im Club. „Ich bewerte das, was er jeden Tag tut. Und das ist sehr, sehr gut. Thomas gibt alles, er analysiert alles, er versucht alles, mehr kann er nicht machen“, lobte Eichin den Trainer. Helfen können jedoch Schaaf nur Siege. Sonst schlägt es für ihn und die Mannschaft 12.

dpa

Fußball Reaktionen nach dem Sieg gegen Kasachstan - Joachim Löw: "Wir haben unsere Pflicht erfüllt"
27.03.2013
26.03.2013