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Fußball Freizeit für WM-Frühbucher
Sport Fußball Freizeit für WM-Frühbucher
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16:14 12.10.2013
Die deutsche Nationalmannschaft bei ihrem Sieg gegen Irland am Freitag. Quelle: dpa
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Köln

Nach einer beschwingten Kölner Partynacht belohnte Joachim Löw seine erfolgreichen WM-Frühbucher mit einem freien Wochenende. Philipp Lahm und Co. durften für einen Kurztrip zu ihren Familien düsen. Erst am Sonntagabend um 22 Uhr erwartet der rundum glückliche Bundestrainer die Fußball-Nationalspieler zurück im Hotel. „Mit dem überzeugenden Spiel gegen die Iren und mit einer insgesamt sehr souveränen Qualifikation für die WM in Brasilien mit bisher acht Siegen und einem Unentschieden haben sich die Spieler diese Pause verdient“, sagte Löw am Samstag.

Der Bundestrainer gönnte sich derweil keine Heimat-Erholung und blieb in der Domstadt. Schon jetzt gibt es für Löw viel zu tun auf dem Weg zur vielleicht ultimativen Titelmission am Zuckerhut, vor der Löw wegen der harten Brasilien-Bedingungen größten Respekt hat. Personalplanung, Quartierentscheidung und nicht zuletzt die eigene Vertragsfrage stehen für den DFB-Chefcoach auf der To-Do-Liste. Zumindest der viel diskutierte neue Kontrakt stand laut Löw am Wochenende aber erstmal noch nicht auf seiner Tages-Agenda.

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„Wir haben schon die Gespräche geführt und die Eckdaten festgezurrt. Wir haben gesagt, wir reden weiter, wenn die Qualifikation zu Ende ist, nicht, wenn sie geschafft ist“, betonte Löw. Dennoch dürfte es nach dem Schweden-Spiel am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) sehr schnell gehen. Nach dpa-Informationen plant der DFB für Freitag eine Verkündung in seiner Zentrale in Frankfurt.

„Wir haben am Dienstag noch ein Spiel, danach setzen wir uns zusammen und werden uns zu den spannenden Personalien klar äußern“, kündigte DFB-Präsident Niersbach an. Wahrscheinlich wird er am Freitag in der DFB-Zentrale gleich eine Komplettlösung präsentieren, von der er bisher immer gesprochen hat: Löw-Assistent Hansi Flick rückt nach der WM im kommenden Sommer zum DFB-Sportdirektor auf; Andreas Köpke bleibt Torwarttrainer, Oliver Bierhoff ist als Manager weiter für das Markenprodukt Nationalmannschaft zuständig.

Bei der ersten spontanen WM-Fete noch in der Kabine hatte sich Lahm nur über das kleine Bierfass gewundert, das der DFB-Chef spendierte. „Das Fässchen Kölsch war so groß wie eine Maß auf der Wiesn“, scherzte der Kapitän nach dem 3:0-Sieg über Irland, mit dem das Ticket zur WM 2014 in Brasilien souverän gelöst worden war.

Tore von Sami Khedira (12. Minute), André Schürrle (58.) und Mesut Özil (90.+1) ebneten den Weg zum Turnier im kommenden Sommer. „Ich denke, wir haben heute auch gezeigt, dass wir das Maß aller Dinge waren in dieser Gruppe, dass wir von Anfang an vorneweg marschiert sind“, sagte Löw.

Glückwünsche kamen von allen Seiten. DFB-Präsident Niersbach freute sich: „Außer uns hat sich seit 1954 nur Brasilien immer für die WM qualifiziert.“ Auch Bundeskanzlerin und Nationalmannschafts-Edelfan Angela Merkel gratulierte: „Herzlichen Glückwunsch an das DFB-Team zur Qualifikation. Ich freue mich auf eine spannende WM in Brasilien!“, schrieb Merkel auf ihrer Facebook-Seite.

Einen Spannungsabfall vor der Schweden-Partie fürchtet Löw nicht. „Wir haben volles Vertrauen in unsere Spieler und wissen, dass sie auch das letzte Spiel hochmotiviert angehen werden. Jeder erinnert sich an das Hinspiel, in dem die Schweden in der zweiten Hälfte noch vier Tore geschossen haben“, betonte der Bundestrainer.

Mit den Schweden, denen der gelb-gesperrte Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic fehlen wird, hat auch Löw nach dem historischen 4:4 im Hinspiel von Berlin „noch eine kleine Rechnung offen“. Thomas Müller stellte schon mal fest: „Freundschaftsspiele gibt es nicht, es gibt nur Testspiele. Außerdem ist es ein Qualifikationsspiel, da geht es noch um Punkte. Wir wollen jedes Spiel gewinnen, sonst werden wir wieder durch den Fleischwolf gedreht.“

Das Spiel gegen Schweden wird für Löw nun zum ersten WM-Test. Khedira ist gelb-gesperrt. Mit einigen Personalwechseln ist zu rechnen. „Es kann durchaus sein, dass ich die eine oder andere Position verändere“, kündigte Löw an. Mit der Einwechslung des Neu-Gladbachers Max Kruse gab der Freiburger schon ein Zeichen, wie das konkret aussehen kann: Kruse in die Sturmspitze, Özil zurück auf seine angestammte Spielmacher-Position und Schweinsteiger in seinem 100. Länderspiel als zentraler Mittelfeld-Organisator.

Mehr als 40 WM-Kandidaten hat Löw auf seinem Zettel, allerdings sind 18 Tickets bei bester Gesundheit aller Profis schon vergeben. Der Konkurrenzkampf hat längst begonnen. „Es geht schon die ganze Zeit auch um einzelne Tickets. Jeder will sich zeigen und beweisen im Spiel und im Training“, sagte Schürrle, der seine Karten mit einem guten Irland-Spiel verbesserte.

Brasilien ist für die DFB-Stars ein magischer Fußball-Ort. Entsprechend groß ist die Vorfreude. „Ich freue mich auf ein neues Land, auf die Kultur und hoffentlich eine geile WM. Ich werde mich jetzt erst einmal von Dante und Rafinha einweisen lassen. Vielleicht machen wir ja mal in München eine brasilianische Nacht mit den Nationalspielern“, sagte Torwart Manuel Neuer.

Intensiv will Löw die WM-Planungen angehen. Dem Bundestrainer ist klar, dass das Turnier eine logistische Herkulesaufgabe wird. „Wir brauchen Spieler, die sich mit den Gegebenheiten arrangieren können, wer das nicht kann, der hat verloren.“ Das hat auch Vize-Kapitän Schweinsteiger verstanden: „Es gibt einige Spieler, die noch nie in Südamerika waren. Wir sind natürlich nicht dort, um das Land zu genießen. Wir wollen dort erfolgreich Fußball spielen.“

dpa

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