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Fußball Flaschenwurf: Fünf Spiele Sperre für Guerrero
Sport Fußball Flaschenwurf: Fünf Spiele Sperre für Guerrero
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15:51 08.04.2010
Fünf Spiele Sperre für Guerrero.
Fünf Spiele Sperre für Guerrero. Quelle: dpa
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Für „Flaschenwerfer“ Paolo Guerrero vom Hamburger SV ist die Bundesliga-Saison mit ziemlicher Sicherheit beendet. Das DFB-Sportgericht sperrte den Stürmer des Tabellen-Sechsten für die restlichen fünf Meisterschaftsspiele. Zudem muss der Peruaner 20 000 Euro Geldstrafe zahlen. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Donnerstag mitteilte, kann der Verein gegen die Entscheidung des Einzelrichters binnen 24 Stunden eine mündliche Verhandlung vor dem Sportgericht beantragen. „Wir werden die Urteilsverkündung analysieren und dann entscheiden, ob wir das akzeptieren oder Einspruch einlegen“, sagte HSV-Sprecher Jörn Wolf in Lüttich. Der Verein hatte bis Freitagmorgen Zeit für seine Stellungnahme. Auch HSV-Anwalt Christoph Schickhardt hielt sich bedeckt.

Für das Viertelfinal-Rückspiel der Europa League am (heutigen) Donnerstag bei Standard Lüttich war Guerrero jedoch spielberechtigt. Das Gericht verhängte die Strafe „wegen einer Tätlichkeit gegen einen Zuschauer nach einer vorausgegangenen verbalen Provokation“. Guerrero hatte nach dem 0:0 im Nord-Derby gegen Hannover 96 am Ostersonntag einem HSV-Fan eine gefüllte Plastikflasche an den Kopf geworfen. Von seinem Verein erhielt der 26-Jährige eine Rekord-Geldstrafe zwischen 50 000 und 100 000 Euro. Im Gegensatz zu früheren Vorfällen verzichtete man jedoch auf eine vereinsinterne Sperre. Der Profikader ist nach vielen Verletzungen ausgedünnt, jeder wird gebraucht.

Guerrero war nach einem Kreuzbandriss und wegen seiner Flugangst mit wochenlanger Verspätung aus dem Heimaturlaub in Lima nach Hamburg zurückgekehrt und sollte zumindest im Saison-Endspurt für die strauchelnden Hanseaten Tore schießen. Nach seinem Ausraster sollte er zumindest im internationalen Geschäft eine Alternative sein und auch sein Leistungsvermögen für eine mögliche Vertragsverlängerung unter Beweis stellen.

Der Südamerikaner hatte sich zwar vor seiner Verletzung mit Gehaltsforderungen um die vier Millionen Euro beim Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann unbeliebt gemacht. Nun scheint sich das Blatt gewendet zu haben, denn die Topclubs aus dem Ausland stehen nach den Vorfällen der letzten Zeit und der schweren Verletzung nicht mehr Schlange.

dpa