Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Fußball Fifa zahlte Entschädigung für Henry-Handspiel
Sport Fußball Fifa zahlte Entschädigung für Henry-Handspiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:26 05.06.2015
Um dieses Handspiel geht es: Der Franzose Thierry Henry erzielte das entscheidende Tor gegen Irland auf verbotene Weise. Quelle: dpa
Anzeige
Zürich

Die FIFA bestätigte das in einem Statement. "Die FIFA hat eine Vereinbarung mit der FAI geschlossen, um jegliche Möglichkeit einer juristischen Klage abzuwenden", heißt es darin. Die FIFA habe der FAI zunächst ein Darlehen über fünf Millionen Euro gewährt, um ein Stadion in Irland zu bauen. Hätte sich Irland für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert, wäre die Rückzahlung dieses Darlehens fällig geworden. "Irland hat sich nicht qualifiziert. Deshalb und angesichts der finanziellen Situation der FAI hat die FIFA beschlossen, das Darlehen zum 31. Dezember 2014 abzuschreiben", heißt es in dem Statement weiter.

"Wir hatten das Gefühl, Anlass zu einer Klage gegen die FIFA zu haben, weil wir im Play-off wegen Henrys Aktion ausgeschieden waren", hatte FAI-Präsident John Delaney zuvor dem Radiosender RTE Radio 1 gesagt. In der Folge sei es zu einem "Abkommen" mit der FIFA gekommen: "Wir setzten uns donnerstags zusammen und hatten montags einen Deal, der von allen Parteien unterzeichnet wurde. Damit war die Sache erledigt." Für den Vorgang interessiert sich auch die irische Regierung. "Das ist ziemlich außergewöhnlich", sagte Premierminister Enda Kenny und forderte "im Sinne von Transparenz Verlässlichkeit" eine schnelle Aufklärung seitens der FAI.

Anzeige

Irland scheiterte im November 2009 in den Play-offs der WM-Qualifikation 2010 an Frankreich, weil Stürmerstar Henry im Rückspiel in Paris vor seinem Zuspiel zum entscheidenden 1:1 durch William Gallas den Ball mit der Hand angenommen hatte, was von den Schiedsrichtern nicht geahndet wurde. Das Hinspiel hatte die Équipe tricolore 1:0 gewonnen. Der irische Verband und die Regierung bemühten sich in der Folge bei der FIFA vergeblich um ein Wiederholungsspiel. Für DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ist der ganze Vorgang nicht nachvollziehbar. "Darauf kann ich mir überhaupt keinen Reim machen", sagte der Boss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im ZDF: "Natürlich war es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, dass Henry das Handspiel nicht zugegeben hat. Diese Dinge hat es im Fußball aber schon immer gegeben. Kein Verband dieser Welt hätte vor einem ordentlichen Gericht Recht bekommen."

sid

05.06.2015
05.06.2015
Fußball Vorwürfe aus Übersee - Blatter gerät in die Schusslinie
04.06.2015