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Fußball FC Bayern setzt gegen Inter auf Angriff
Sport Fußball FC Bayern setzt gegen Inter auf Angriff
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22:47 14.03.2011
Von Christian Purbs
Angriff als beste Verteidigung: Auf die Tore von Arjen Robben (links) und Franck Ribery setzt der FC Bayern auch im Spiel gegen Inter Mailand. Quelle: dpa
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Es mag komisch klingen, aber es wäre wirklich nicht schlecht, würde ein bisschen mehr von Hannover 96 im FC Bayern stecken. Die Münchener spielen am Dienstag (20.45 Uhr, nicht im frei empfangbaren TV) in der heimischen Arena gegen Inter Mailand um den Einzug ins Viertelfinale der Fußball-Champions-League. Das Hinspiel hat der deutsche Meister mit 1:0 gewonnen. Das klingt erst einmal beruhigend, ist aber in Wirklichkeit für die Bayern eine sehr gefährliche Situation, weil ihnen in dieser Saison die Eigenschaften fehlen, die Teams wie 96 fast perfekt beherrschen: Aus einer kompakten Defensive heraus gefährlich zu kontern. Der FC Bayern hingegen muss sein Heil in der Flucht nach vorne suchen, weil hinten allzu oft das blanke Chaos herrscht.

Das war auch im Hinspiel so, der 1:0-Sieg gegen den Titelverteidiger durch das Tor von Mario Gomez kurz vor dem Abpfiff kaschierte die zahlreichen Fehler in der Bayern-Abwehr. Das mag einmal gutgehen, man sollte jedoch nicht darauf wetten, dass Stürmer wie Samuel Eto’o und Goran Pandev noch einmal so großzügig mit dem Auslassen ihrer Chancen sind, und Bayern-Torhüter Thomas Kraft erneut eine Weltklasseleistung wie in Mailand zeigt.

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Die größte Schwachstelle der Münchener ist nach wie vor die Innenverteidigung. Auf der Zielgeraden der Saison sucht Trainer Louis van Gaal immer noch nach der Idealbesetzung, die bei dem zur Verfügung stehenden Spielern für diese Position allerdings immer eine Notlösung bleiben wird. „Natürlich habe ich ein Problem in der Innenverteidigung“, gestand van Gaal vor der Partie gegen Inter erstmals. Daniel van Buyten und Luiz Gustavo lautet seine neue Wahl, mit der er beim 6:0 gegen den harmlosen HSV „sehr zufrieden“ war. „Van Buyten war wieder an der Reihe. Auch Gustavo hat gezeigt, dass er das kann“, sagte der Bayern-Trainer, der den in der Winterpause von 1899 Hoffenheim verpflichteten Brasilianer nun schon auf drei Positionen (linke Abwehrseite, defensives Mittelfeld, Innenverteidigung) eingesetzt hat. Seine bislang stärkste Leistung zeigte Gustavo im Hinspiel in Mailand, als er im Mittelfeld den Inter-Regiesseur Wesley Sneijder aus dem Spiel nahm.

Angriff ist die beste Verteidigung. Nach diesem Motto werden die Bayern wohl oder übel auch am Dienstagabend verfahren. Was zuletzt in der Liga beim 6:0 gegen den Hamburger SV funktionierte, soll auch gegen Inter das Erfolgsrezept sein. Wobei nicht nur die neue Spielfreude und Treffsicherheit von Arjen Robben und Franck Ribery dem Rekordmeister Mut machen. Wer gesehen hat, wie viel Willen und Entschlossenheit Robben in seinen Schuss zum 1:0 gegen den HSV gelegt hat, der muss sich zumindest um das richtige Maß an Motivation und Leidenschaft gegen Mailand keine Sorgen machen. So könnte es klappen: Volle Attacke mit „Robbery“ – und hinten hilft der liebe Gott.

Christian Purbs/dpa