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Fußball Dieter Hecking und sein Wiedersehen mit 96
Sport Fußball Dieter Hecking und sein Wiedersehen mit 96
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13:17 14.05.2011
Von Heiko Rehberg
Für Nünrbergs Trainer Dieter Hecking ist die Partie gegen 96 eine ganz besondere. Quelle: dpa
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Fußballtrainer suchen immer Lösungen. Welche, um die Viererkette des Gegners auszuhebeln. Um Konter zu verhindern. Um Freistöße zu vermeiden. Dieter Hecking, der Trainer des 1. FC Nürnberg, sucht vor dem Spiel bei Hannover 96 nach einer ganz speziellen Lösung, einer, die es ermöglicht, 96 zu schlagen und trotzdem nicht wehzutun.

Vom 11. September 2006 bis 19. August 2009 war Hecking Trainer in Hannover, wo er – damals noch in der 3. Liga – auch Spieler war. Hecking wohnt mit seiner Familie um die Ecke in Bad Nenndorf, alles Gründe, warum ihm 96 nach wie vor am Herzen liegt. Man muss mit ihm nur drei Sätze wechseln, um zu spüren, wie viel ihm dieser Verein noch bedeutet, sein Verhältnis zu Klubchef Martin Kind ist schon fast herzlich zu nennen, was bei einem wie Kind bemerkenswert ist. „Mein 18. Heimspiel“ nennt Hecking die Begegnung am Samstag. Was also tun als Nürnberger Trainer?

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Nach einigen Überlegungen hat Hecking folgenden Plan entwickelt: „Wir schlagen 96, und St. Pauli gewinnt in Mainz.“ Schon wären beide Seiten froh: Hecking und 96, das den 4. Platz auf diese Weise nicht verlieren würde.

Heckings erstklassige Arbeit beim 1. FC Nürnberg, dessen 6. Platz genauso eine Sensation ist wie der 4. Platz von 96, hat viele Menschen in Hannover erst wieder daran erinnert, dass der 46-Jährige ein guter Trainer ist. Bei den „Roten“ war in den letzten Monaten vor seinem Rücktritt alles ein bisschen verfahren: Hecking fand nicht den richtigen Weg zu Spielern wie Hanno Balitsch (auch eine Trennung von dem Mittelfeldspieler wäre ein Weg gewesen), das Publikum murrte über die Taktik mit meist einem Stürmer, der Trainer wirkte oft mürrisch. Schnell war vergessen, dass Hecking nach dem von seinem Vorgänger Peter Neururer angerichteten Chaos die Mannschaft überhaupt erst wieder auf eine vernünftige Basis gestellt hatte. Nach dem 8. Platz in der Saison 2007/2008 versprach er den Fans in einem beiläufig gemeinten Satz, dass 96 nächstes Jahr um den Europacup mitspiele. Rückblickend glaubt Hecking, dass „wir an der daraus entstandenen Erwartungshaltung kaputtgegangen sind“.

Für ihn selbst war Nürnberg ein Neuanfang, bei dem er zeigen konnte, dass er lern- und wandlungsfähig ist, ohne sich zu verbiegen. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ hat er sich kürzlich darüber amüsiert, dass die Journalisten für ihn keine Schublade finden. So etwas gefällt ihm. Er hat sich dann noch als „kauziger Herr Hecking“ auf den Arm genommen und verraten, dass er sicher sei, irgendwann einen Titel zu gewinnen. Der Mann hat Humor. Obwohl: Das mit dem Titel meint er ernst. Und zuzutrauen ist ihm das.

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