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Fußball „Wir können befreit aufspielen“
Sport Fußball „Wir können befreit aufspielen“
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23:15 23.07.2013
Lockerung vor dem großen Halbfinal-Auftritt: Die deutschen Fußballerinnen Nadine Keßler (links) und Jennifer Cramer laufen in einem Strandbad nahe dem Trainingsplatz in Göteborg. Quelle: dpa
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Göteborg

Der Titelverteidiger genießt die neue Rolle des Außenseiters. „Dass die Schwedinnen Favorit sind, liegt doch auf der Hand. Sie spielen zu Hause, haben die ganzen Fans hinter sich“, sagte Silvia Neid am Dienstag über die Rollenverteilung im heutigen Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft der Frauen (20.30 Uhr, live im ZDF und auf Eurosport). Und die Bundestrainerin begründete ihre verbale Defensive, obgleich ihre Mannschaft zuletzt fünfmal in Folge den kontinentalen Titel gewonnen hatte. „Schweden hat ein Team mit großer Erfahrung und vielen Weltklassespielerinnen. Wir sind hier ja hier quasi mit einer ,U 23‘.“

Der Verlust der Favoritenrolle lässt die Deutschen aber nicht in Ehrfurcht erstarren vor dem Gastgeber, der nach dem Aus der Französinnen nun erster Anwärter auf den Europameistertitel ist. „Es wird sicherlich heiß hergehen“, sagte Offensivspielerin Simone Laudehr vor dem Match gegen den selbst ernannten Turnierfavoriten. Und Neid ergänzte: „Letztlich ist es doch total egal, wer Favorit war und wer nicht. Es geht darum, das Spiel zu gewinnen und ins Finale zu kommen.“ Zudem gibt es wie schon im Viertelfinale höchste Unterstützung seitens des Deutschen Fußball-Bundes: Präsident Wolfgang Niersbach, Vizepräsident Rainer Koch und Generalsekretär Helmut Sand-rock sind wieder live dabei im Stadion.

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Dass die skandinavischen Fans das Team von Pia Sundhage im mit 16 400 Zuschauern ausverkauften Stadion Gamla Ullevi nach vorne peitschen werden, soll auch die deutschen Frauen anspornen. „Die Stimmung wird grandios sein. Das ganze Stadion ist gegen uns, und wir können befreit aufspielen“, sagte die Wolfsburger Mittelfeldspielerin Lena Goeßling voller Vorfreude auf den Höhepunkt ihrer Karriere. Anja Mittag, die seit zwei Jahren für den FC Malmö spielt, wäre auf Schweden zwar lieber erst im Finale getroffen, sieht es aber genauso. „Die Schweden sind sehr freundliche Menschen. Sie werden uns sicher nicht ausbuhen, aber total hinter ihrer Mannschaft stehen. Was Schöneres, als gegen sie zu spielen, gibt es doch gar nicht“, sagte die 28-jährige Stürmerin.

Zuversicht ziehen Mittag und ihre Kolleginnen aus der Statistik. Die großen Duelle mit Schweden gewannen die Deutschen: 2003 im WM-Finale (2:1), 1995 und 2001 im EM-Finale (3:2 beziehungsweise 1:0) sowie 1997 im EM-Halbfinale (3:2). Grund genug eigentlich für die Auswahl des Gastgebers, mehr Respekt vor ihrem „Angstgegner“ zu haben als umgekehrt. Zu Recht stellte Abwehrspielerin Annike Krahn fest: „Wir haben gegen Schweden definitiv nichts zu verlieren. Der Druck liegt bei ihnen.“ Wie sehr sich ein Heimvorteil in einen Nachteil umkehren kann, mussten die deutschen Frauen vor zwei Jahren bei der WM im eigenen Land erfahren: Die damalige 0:1-Niederlage im Viertelfinale gegen Japan schmerzt noch immer.

Negativ auswirken könnte sich für die Neid-Elf indes das Fehlen von Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi, die beim 1:0 gegen Italien eine Oberschenkelzerrung erlitten hatte. Ihr Einsatz war auch am Dienstag noch fraglich. Statt zu trainieren, wurde Okoyino da Mbabi im Hotel intensiv physiotherapeutisch behandelt. Angeschlagen ist auch Mittelfeldspielerin Isabelle Linden, die leicht erkältet nur ein paar Laufrunden drehte.

Doch auch die personellen Probleme ändern nichts an Neids positiver Einschätzung. „Unsere Mannschaft hat hier schon Großartiges geleistet. Jetzt freuen wir uns auf Schweden und schauen, was herauskommt“, sagte sie.

 dpa

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